Lebensmittelhersteller Völpel ist insolvent und sucht einen Investor

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Der bayerische Lebensmittelhersteller Völpel steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das Familienunternehmen aus Königsmoos in Oberbayern hat ebenso wie seine Tochtergesellschaft ZiFood im sächsischen Zittau einen Insolvenzantrag gestellt. Die Produktion wird an beiden Standorten fortgesetzt. Parallel suchen die Verantwortlichen nach einem Investor, der die Zukunft der Unternehmensgruppe sichern soll.

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Insolvenz von Völpel betrifft zwei Produktionsstandorte

Die Insolvenz von Völpel wurde bereits Ende September 2026 eingeleitet. Das Amtsgericht Ingolstadt ordnete am 30. September die vorläufige Insolvenzverwaltung für die Völpel GmbH & Co. KG an. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Alexander Zarzitzky von der Kanzlei Anchor bestellt. Auch die Tochtergesellschaft ZiFood Trockenprodukte GmbH in Zittau stellte einen Insolvenzantrag.

Nach Angaben des Insolvenzverwalters konnte der Geschäftsbetrieb inzwischen stabilisiert werden. Die Produktion laufe an beiden Standorten weiter. Auch die Lieferfähigkeit sei durch die Unterstützung von Kunden und Zulieferern gesichert. Eine Einstellung des Geschäftsbetriebs wurde nicht angekündigt.

Mehrere Interessenten für eine Übernahme vorhanden

Im Mittelpunkt der weiteren Entwicklung steht die Suche nach einem strategischen Investor. Die Geschäftsführung arbeitet dabei mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter und dem Beratungsunternehmen HCM Human Consult Management zusammen. Nach Angaben von Zarzitzky haben bereits mehrere mögliche Investoren Interesse bekundet.

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Der Insolvenzverwalter äußerte Anfang November die Hoffnung, den Investorenprozess bis Anfang Dezember 2026 abschließen zu können. Ziel sei eine wirtschaftlich tragfähige Lösung für die beiden Standorte. Ein abgeschlossener Übernahmevertrag oder eine verbindliche Zusage zur langfristigen Fortführung war zunächst nicht bekannt.

Auch Geschäftsführer German Völpel erklärte, dass Gespräche mit mehreren Interessenten geführt würden. Eine erfolgreiche Rettung des Familienunternehmens könne allerdings nicht garantiert werden.

Hohe Energiekosten und schwächere Nachfrage belasten das Unternehmen

Als wesentliche Ursachen für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt die Unternehmensführung mehrere Entwicklungen. Dazu gehören gestiegene Energiekosten, eine seit 2022 anhaltende Kaufzurückhaltung bei höherpreisigen Lebensmitteln sowie witterungsbedingte Ernteausfälle.

Besonders die Trocknung landwirtschaftlicher Erzeugnisse benötigt erhebliche Energiemengen. Geschäftsführer German Völpel verwies zudem auf den internationalen Wettbewerbsdruck. Nach seiner Darstellung hätten langwierige Verfahren beim geplanten Ausbau eigener Solaranlagen die wirtschaftliche Situation zusätzlich erschwert.

Der vorläufige Insolvenzverwalter bewertet die vorhandenen Produktionsanlagen, die langjährigen Geschäftsbeziehungen und die Auftragslage weiterhin als Grundlage für eine mögliche Sanierung. Dafür benötigt die Unternehmensgruppe jedoch eine tragfähige Finanzierung und eine langfristige wirtschaftliche Perspektive.

Beschäftigte vorerst durch Insolvenzgeld abgesichert

Die Insolvenz betrifft auch die Arbeitsplätze an den beiden Standorten. Alle Beschäftigten seien nach Angaben des Insolvenzverwalters zunächst weiterhin im Unternehmen tätig. Ihre Nettoentgeltansprüche seien für den Insolvenzgeldzeitraum bis einschließlich November 2026 abgesichert.

Am Stammsitz Königsmoos beschäftigt das Unternehmen nach bisherigen regionalen Angaben knapp 60 Menschen. Andere Veröffentlichungen nennen 75 betroffene Arbeitsplätze. Eine einheitlich bestätigte aktuelle Gesamtzahl für beide Standorte lag zunächst nicht vor.

Ob sämtliche Stellen dauerhaft erhalten bleiben können, hängt auch vom Ergebnis der Investorengespräche ab. Die Verantwortlichen streben noch im laufenden Jahr Planungssicherheit für die Belegschaft an.

Völpel beliefert die Lebensmittelindustrie mit Bio-Produkten

Die Geschichte des Familienunternehmens reicht bis 1948 zurück. Heute wird der Betrieb von German Völpel in dritter Generation geführt. Das Unternehmen verarbeitet unter anderem Obst, Gemüse, Kräuter, Gewürze sowie Heil- und Kräutertees. Nach eigenen Angaben umfasst das Angebot deutlich mehr als 100 Produkte. Mehr als 90 Prozent der verarbeiteten Ware entsprechen Bio-Standards.

Völpel verarbeitet landwirtschaftliche Rohstoffe und liefert seine Erzeugnisse an Unternehmen der Lebensmittelindustrie, auch außerhalb Deutschlands. Im Jahr 2021 übernahm die Unternehmensgruppe den Produktionsstandort in Zittau. Dort kommen unter anderem spezielle Verfahren zur Trocknung und Verarbeitung von Lebensmitteln zum Einsatz.

Auswirkungen auf Handel und Zulieferer zunächst begrenzt

Für die Abnehmer ist insbesondere die Fortsetzung der Produktion von Bedeutung. Nach Darstellung des Insolvenzverwalters bestehen die Lieferbeziehungen weiter. Konkrete Einschränkungen bei der Belieferung des Handels wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Auch landwirtschaftliche Betriebe gehören zu den Geschäftspartnern der Unternehmensgruppe. Welche finanziellen Folgen das Insolvenzverfahren für einzelne Zulieferer haben könnte, war zunächst nicht bekannt.

Die nächsten Wochen dürften für die weitere wirtschaftliche Entwicklung entscheidend werden. Mit dem laufenden Investorenverfahren soll geklärt werden, unter welchen Voraussetzungen die beiden Produktionsstandorte langfristig fortgeführt werden können.

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