
Volkswagen bringt die zweite Generation seines großen Atlas auf den nordamerikanischen Markt. Der VW Atlas 2027 wird inzwischen im US-Werk Chattanooga im Bundesstaat Tennessee gebaut und soll im Oktober bei den Händlern eintreffen. Neue Fahrberichte vom Dienstag, 6. Oktober, zeigen das grundlegend überarbeitete SUV kurz vor dem Verkaufsstart. Der Siebensitzer bekommt ein neues Karosseriedesign, einen deutlich modernisierten Innenraum und mehr Leistung. Für deutsche Kunden ändert sich dagegen nichts: Ein offizieller Marktstart des Atlas in Deutschland ist nicht angekündigt.
Die Fertigung der neuen Generation begann nach Angaben von Volkswagen bereits im Sommer 2026. Ende September feierte Volkswagen of America den Produktionsanlauf offiziell im Werk Chattanooga. Die ersten Fahrzeuge sollen im Oktober bei den US-Händlern eintreffen. Der Standort hat für das Modell eine besondere Bedeutung: Seit Dezember 2016 wird der Atlas dort gefertigt, der fünfsitzige Atlas Cross Sport kam später hinzu. Im April 2026 erreichte Volkswagen die Marke von einer Million in Chattanooga gebauten Fahrzeugen der Atlas-Familie. Mehr als 4.000 Beschäftigte arbeiten inzwischen an dem Standort.
Der Atlas ist speziell auf den nordamerikanischen Markt zugeschnitten. Die Baureihe gehört dort zu den wichtigsten Modellen der Marke. 2025 wurden nach Volkswagen-Angaben mehr als 100.000 Atlas und Atlas Cross Sport verkauft. Damit entfiel annähernd jeder dritte in den USA verkaufte Volkswagen auf die beiden Modelle. Für den Konzern bekommt Chattanooga zugleich strategisch mehr Gewicht: Volkswagen hatte im Frühjahr erklärt, die lokale Produktion des elektrischen ID.4 einzustellen und das Werk stärker auf volumenstarke Verbrennermodelle wie den Atlas auszurichten.
Volkswagen nennt für den neuen Atlas einen offiziellen US-Basispreis von 41.610 Dollar. Hinzu kommt eine verpflichtende Überführungsgebühr von 1.525 Dollar, sodass das Einstiegsmodell Atlas SE mit Frontantrieb bei 43.135 Dollar liegt. Für die Version mit Allradantrieb 4Motion werden vor Überführung 43.610 Dollar verlangt. Die teuerste Ausführung SEL Premium R-Line kostet 56.610 Dollar zuzüglich Überführung und damit insgesamt 58.135 Dollar. Steuern und Zulassungskosten kommen in den USA noch hinzu.
Damit wird die zweite Generation teurer als ihr Vorgänger. Gleichzeitig erweitert Volkswagen bereits beim Einstiegsmodell die Serienausstattung. Dazu gehören unter anderem eine elektrische Heckklappe, Parkdistanzsensoren vorne und hinten, zwei kabellose Smartphone-Ladeflächen sowie Holzdekor im Innenraum. Das Basismodell erhält einen 12,9 Zoll großen zentralen Bildschirm. In höheren Ausstattungslinien wächst das Infotainmentdisplay auf 15 Zoll. Hinzu kommt ein digitales Kombiinstrument mit einer Bildschirmdiagonale von rund 10,3 Zoll.
Beim Antrieb bleibt Volkswagen beim Vierzylinder. Der neue Atlas nutzt einen weiterentwickelten Zweiliter-Turbobenziner der Baureihe EA888 Evo5. Volkswagen gibt die Leistung mit 282 hp an, das entspricht rund 286 PS. Das maximale Drehmoment liegt bei 258 lb-ft beziehungsweise etwa 350 Newtonmetern. Geschaltet wird über eine Achtgangautomatik. In den USA gibt es je nach Ausstattung Frontantrieb oder 4Motion-Allradantrieb. Eine Hybridversion gehört zunächst nicht zum Angebot. Sie soll erst zu einem späteren Zeitpunkt im Modellzyklus folgen.
Trotz des Generationswechsels bleibt die Grundarchitektur eng mit dem bisherigen Atlas verwandt. Das Modell basiert auf der weiterentwickelten MQB-Evo-Plattform. Der Radstand beträgt weiterhin rund 2,98 Meter, die Karosserie wächst auf etwa 5,16 Meter Länge. Damit bleibt der Atlas ein ausgesprochen großes Familien-SUV mit drei Sitzreihen. Volkswagen hat vor allem Karosserie, Innenraum, Materialien, Infotainment und Assistenzsysteme überarbeitet. Die zweite Generation behält damit das Raumkonzept des bisherigen Modells bei, erhält aber technisch und optisch eine umfassende Modernisierung.
Deutsche Käufer werden den neuen Atlas nach aktuellem Stand nicht regulär bei Volkswagen bestellen können. Die Baureihe wurde von Beginn an vor allem für Nordamerika entwickelt und gebaut. Volkswagen führt den Atlas nicht im deutschen Modellprogramm. Auch die deutsche Atlas-Seite im Volkswagen Newsroom kennzeichnet die Baureihe als nicht für den Verkauf in Deutschland vorgesehen. Ein Termin oder Preis für eine Markteinführung in Deutschland oder eine breitere Einführung in Europa wurde nicht angekündigt.
Daran ändert auch die zweite Generation zunächst nichts. Während Volkswagen in Kanada bereits Vorbestellungen für den neuen Atlas angenommen hat und das Fahrzeug dort ebenfalls offiziell bewirbt, konzentriert sich die Vermarktung der Baureihe weiterhin auf Nordamerika. In Deutschland deckt Volkswagen das SUV-Programm mit anderen Modellen ab. Der Atlas bleibt damit ein Beispiel dafür, wie der Konzern sein Angebot zunehmend auf regionale Marktanforderungen zuschneidet.
Der Produktionsanlauf fällt in eine Phase, in der Volkswagen sein Geschäft in Nordamerika neu ausrichtet. Das Werk Chattanooga soll künftig stärker von lokal gefertigten Modellen getragen werden, die in den USA hohe Stückzahlen erreichen. Der Atlas spielt dabei eine zentrale Rolle. Das Werk hat seit seiner Eröffnung 2011 insgesamt mehr als 1,85 Millionen Fahrzeuge gebaut, darunter inzwischen mehr als eine Million Atlas und Atlas Cross Sport. Volkswagen beziffert seine Investitionen in den Standort auf rund 4,3 Milliarden Dollar.
Mit der neuen Generation setzt Volkswagen deshalb weniger auf einen weltweiten SUV als auf ein klar regional positioniertes Modell. Der Atlas bleibt groß, siebensitzig und mit Benzinmotor auf die Anforderungen des nordamerikanischen Marktes zugeschnitten. Für Kunden in den USA beginnt die nächste Generation in den kommenden Wochen. Für Deutschland gibt es dagegen weiterhin weder einen offiziellen Verkaufsstart noch deutsche Preise.
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