VW ruft Tausende Elektroautos wegen möglicher Batterieüberhitzung zurück

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Volkswagen und die Konzernmarke Cupra rufen weltweit mehr als 72.000 Elektroautos wegen möglicher Probleme an der Hochvoltbatterie zurück. In Deutschland sind nach den aktuellen Angaben 9.881 Fahrzeuge betroffen. Bei einzelnen Batteriezellen können Produktionsfehler zu einer Überhitzung führen. Als Sicherheitsmaßnahme begrenzt Volkswagen die maximale Batterieladung vorläufig auf 80 Prozent. Die Rückrufaktionen sind inzwischen beim Kraftfahrt-Bundesamt registriert.

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Der VW-Rückruf wegen Brandgefahr betrifft mehrere Modelle der elektrischen ID-Familie sowie den Cupra Born. Hintergrund sind Abweichungen bei Batteriezellen von Zulieferern, die während bestimmter Produktionszeiträume verbaut wurden. Nach Angaben des Herstellers kann es unter ungünstigen Bedingungen zu einer erhöhten Wärmeentwicklung kommen. Im äußersten Fall könnte sich die Batterie entzünden. Nicht jedes Fahrzeug der betroffenen Baureihen weist diesen Mangel auf.

Diese VW-Modelle und Baujahre sind betroffen

Zu den betroffenen Fahrzeugen gehören die Volkswagen-Modelle ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz einschließlich der Nutzfahrzeugvariante ID. Buzz Cargo. Hinzu kommt der Cupra Born. Die betroffenen Volkswagen stammen aus bestimmten Produktionszeiträumen zwischen 2022 und 2025. Für die Aktionen mit den Herstellercodes 93MF und 93MV werden Zeiträume vom 13. Juli 2022 bis zum 6. Juni 2025 beziehungsweise vom 18. September 2023 bis zum 27. Juni 2025 genannt. Beim Cupra Born betrifft die Aktion 93W4 Fahrzeuge aus der Produktion zwischen September 2022 und Mai 2024. Entscheidend ist neben dem Herstellungsdatum, welche Batteriezellen im jeweiligen Fahrzeug verbaut wurden.

Nach den am 19. Oktober aktualisierten Angaben des ADAC umfasst der neue Rückruf bei Volkswagen weltweit knapp 68.000 Fahrzeuge, davon 8.650 in Deutschland. Für Cupra werden weitere 4.691 Fahrzeuge weltweit genannt, darunter 1.231 in Deutschland. Zusammengenommen sind damit 9.881 Elektroautos auf dem deutschen Markt betroffen. Die neue Aktion unterscheidet sich von einem früheren Batterie-Rückruf aus dem März 2026, bei dem Volkswagen und Cupra bereits rund 94.000 Fahrzeuge weltweit wegen Problemen mit Hochvoltbatteriemodulen zurückgerufen hatten.

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Volkswagen begrenzt Batterieladung auf 80 Prozent

Die unmittelbar wichtigste Maßnahme betrifft den maximal zulässigen Ladestand. Volkswagen reduziert diesen bei betroffenen Fahrzeugen vorsorglich auf 80 Prozent. Die technische Begrenzung kann bei einem Teil der Fahrzeuge über eine Softwareanpassung aus der Ferne erfolgen. Auf seinen britischen Serviceseiten bestätigt der Hersteller, dass die entsprechende Einstellung dort bereits bei einem Großteil der betroffenen Autos vorgenommen wurde. Die Begrenzung soll die Belastung der Batterie verringern, solange die notwendigen Prüfungen und weiteren Maßnahmen noch nicht abgeschlossen sind.

Betroffene Fahrzeuge dürfen nach den veröffentlichten Herstellerhinweisen grundsätzlich weitergefahren und auch an Schnellladestationen geladen werden. Allerdings darf die Batterie nicht über die vorgegebene Grenze hinaus geladen werden. Volkswagen und Cupra empfehlen, gegebenenfalls den Battery Care Mode über das Fahrzeugmenü oder die App zu aktivieren. Erscheint eine gelbe Batteriewarnleuchte, sollen Halter zeitnah einen autorisierten Servicebetrieb kontaktieren. Die Ladebegrenzung kann die im Alltag nutzbare Reichweite reduzieren.

Werkstattprüfung und Softwarelösung vorgesehen

Im Rahmen der Rückrufaktionen sollen die Hochvoltbatterien überprüft werden. Je nach Befund sind weitere Softwaremaßnahmen oder der Austausch einzelner Batteriemodule vorgesehen. Nach den britischen Herstellerangaben dauert eine erste Batterieprüfung ungefähr eine Stunde. Für Halter betroffener Fahrzeuge sind die Rückrufmaßnahmen kostenlos. Nach Abschluss aller erforderlichen Arbeiten sollen die ursprünglichen Ladeparameter wieder zur Verfügung stehen.

Ein verbindlicher Zeitpunkt für den Abschluss der Maßnahmen in Deutschland wurde zunächst nicht genannt. Volkswagen stellt in seinen offiziellen Informationen für Dänemark ein weiteres Softwareupdate für das erste Quartal 2027 in Aussicht. Ob derselbe Zeitplan für sämtliche deutschen Fahrzeuge gilt, ist bislang nicht bestätigt. Auf seinen britischen Informationsseiten bestätigt Volkswagen einzelne Fälle mit Sachschäden im Zusammenhang mit dem Batterieproblem. Bestätigte Personenschäden sind dem Unternehmen dort nicht bekannt.

Kraftfahrt-Bundesamt führt Rückruf offiziell

Das Kraftfahrt-Bundesamt hat die entsprechenden Rückrufaktionen mittlerweile in seine Datenbank aufgenommen. Die Behörde dokumentiert sicherheitsrelevante Fahrzeugmängel und überwacht die Durchführung von Rückrufen. Die Hersteller übernehmen die Benachrichtigung der betroffenen Halter und organisieren die erforderlichen technischen Maßnahmen. Volkswagen kündigte an, die Kunden schriftlich über den Ablauf und mögliche Werkstatttermine zu informieren.

Wer ein Fahrzeug der genannten Modellreihen besitzt, kann den möglichen Rückrufstatus bei einem Volkswagen- oder Cupra-Servicepartner überprüfen lassen. Dafür wird die Fahrzeugidentifizierungsnummer benötigt, die unter anderem in der Zulassungsbescheinigung Teil I zu finden ist. Auch die öffentliche Rückrufdatenbank des Kraftfahrt-Bundesamtes bietet Informationen zu betroffenen Baureihen und Produktionszeiträumen. Ob ein einzelnes Auto tatsächlich unter die Aktion fällt, lässt sich anhand der Fahrgestellnummer beim Hersteller oder in einer Vertragswerkstatt klären.

Rückruf betrifft auch weitere internationale Märkte

Der Rückruf betrifft nicht allein Deutschland. Entsprechende Maßnahmen laufen unter anderem in Großbritannien. Volkswagen hat dort ebenso wie Cupra eigene Kundeninformationen veröffentlicht und erläutert die vorübergehende Ladebegrenzung sowie die vorgesehenen Werkstattprüfungen. Auch in den USA gibt es einen gesonderten Rückruf von 22.524 Volkswagen ID.4 der Modelljahre 2023 bis 2026. Die amerikanische Aktion wird unter einer eigenen Rückrufkennung geführt und darf deshalb nicht ohne Weiteres zu den international genannten Stückzahlen hinzugerechnet werden.

Für die Konzernmarke Škoda besteht nach Angaben von Volkswagen im Zusammenhang mit der aktuellen Batterieaktion kein entsprechender Handlungsbedarf. Eine mögliche Betroffenheit von Audi wurde zuletzt noch geprüft. Der aktuelle Rückruf betrifft einen eingegrenzten Teil der Elektroautoproduktion des Konzerns und bedeutet nicht, dass sämtliche Batterien oder Fahrzeuge der ID-Modellfamilie ein Sicherheitsproblem aufweisen.

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