Feuer rückt an Häuser heran: Evakuierung in Gebhardshain

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Der Waldbrand in Gebhardshain im Kreis Altenkirchen hat am Sonntag einen Großeinsatz ausgelöst. Rund 20 Familien aus der Straße Im Eckewieschen mussten ihre Häuser verlassen. Das Feuer war am späten Nachmittag bis auf rund 20 Meter an die ersten Gebäude herangerückt. Die brennende Fläche war inzwischen auf mehr als einen Hektar angewachsen. Rund 250 Einsatzkräfte kämpften gegen die Flammen.

Feuer breitet sich auf mehr als einen Hektar aus

Der Brand brach am Sonntagnachmittag im Bereich von Gebhardshain aus. Eine genaue Uhrzeit für den Beginn oder die erste Alarmierung war bis zum Abend nicht offiziell genannt worden. Zunächst war von einer betroffenen Fläche von etwa 6.000 Quadratmetern die Rede. Im weiteren Verlauf weitete sich das Feuer aus. Nach Angaben der Verbandsgemeindeverwaltung waren später mehr als 10.000 Quadratmeter betroffen.

Besonders kritisch war die Nähe zur Bebauung. Die Feuerfront kam nach Angaben der Verwaltung bis auf ungefähr 20 Meter an die ersten Häuser heran. Angesichts dieser Entwicklung ordneten die zuständigen Stellen die Räumung eines Teils der Gemeinde an. Weitere Evakuierungen waren am frühen Abend zunächst nicht vorgesehen.

20 Familien aus Im Eckewieschen müssen Häuser verlassen

Betroffen von der Evakuierung war die Straße Im Eckewieschen. Rund 20 Familien wurden aufgefordert, ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Für Menschen, die nicht bei Angehörigen oder Freunden unterkommen konnten, standen die örtliche Grundschule und das Bürgerforum als Anlaufstellen zur Verfügung.

Wegen des laufenden Einsatzes fällt auch der Unterricht an der Westerwaldschule aus. Für Montag, 17. August, wurde der Schulbetrieb abgesagt. Ob weitere Bereiche der Gemeinde vorsorglich geräumt werden müssen, hing am Abend von der weiteren Entwicklung des Feuers und den Löscharbeiten ab.

Rund 250 Einsatzkräfte und ein Hubschrauber vor Ort

Insgesamt waren am Abend rund 250 Einsatzkräfte mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Wie viele einzelne Feuerwehreinheiten daran beteiligt waren, wurde zunächst nicht veröffentlicht. Unterstützung kam auch aus der Luft. Für einen Hubschrauber wurde ein Löschwasserbehälter bereitgestellt, anschließend beteiligte sich der Hubschrauber an den Löscharbeiten. Behördlich bestätigte Angaben über den Einsatz eines Löschflugzeugs lagen zunächst nicht vor.

Eine wichtige Rolle bei der Wasserversorgung übernahmen zudem Landwirte aus der Umgebung. Sie brachten mit großen Wasserfässern zusätzliches Löschwasser an die Einsatzstelle. In einzelnen Darstellungen wurden die dafür verwendeten Behälter als Güllefässer bezeichnet. Offiziell bestätigt war bis zum Abend lediglich der Einsatz von Wasserfässern.

Zufahrten für Feuerwehr müssen frei bleiben

Die Bevölkerung wurde aufgefordert, den Bereich rund um die Einsatzstelle weiträumig zu meiden und die Zufahrtswege für Feuerwehr und weitere Kräfte freizuhalten. Über konkrete Sperrungen weiterer Straßen außerhalb des unmittelbaren Einsatzgebietes lagen am frühen Abend keine behördlich bestätigten Angaben vor.

Auch zu möglichen Verletzten gab es zunächst keine bestätigten Angaben. Ebenso blieb die Ursache des Waldbrandes offen. Von den zuständigen Behörden waren bis zum Abend keine gesicherten Erkenntnisse dazu veröffentlicht worden, wie das Feuer entstanden war. Angaben über einen möglichen Ausgangspunkt oder eine konkrete Ursache sind deshalb bislang nicht bestätigt.

Waldbrandgefahr in Rheinland-Pfalz überwiegend auf Stufe 3

Die Waldbrandgefahr bleibt in Rheinland-Pfalz erhöht. Nach dem Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes lag sie am Sonntag in weiten Teilen des Landes im mittleren Bereich. Das entspricht Stufe 3 auf der fünfstufigen Skala. Im Raum Bad Bergzabern wurde eine hohe Gefahr der Stufe 4 ausgewiesen.

Der Index reicht von Stufe 1 für eine sehr geringe bis Stufe 5 für eine sehr hohe Waldbrandgefahr. Grundlage sind unter anderem Temperatur, Niederschlag, Luftfeuchtigkeit und Wind. Die Einstufung beschreibt die meteorologische Gefahr für eine Region, sie lässt keinen Rückschluss auf die Ursache eines konkreten Feuers zu.

Hürtgenwald unter Kontrolle, Großbrand im Hohen Venn dauert an

Der Einsatz in Gebhardshain fällt in eine Phase zahlreicher Wald- und Vegetationsbrände im Westen Deutschlands und in den angrenzenden Regionen. Im nordrhein-westfälischen Hürtgenwald war der seit mehreren Tagen laufende Großbrand am Sonntagnachmittag nach Angaben des Kreises unter Kontrolle. Dort waren rund 300 Hektar betroffen. Offene Flammen waren nicht mehr vorhanden, Einsatzkräfte bekämpften weiterhin Glutnester und sicherten die Fläche.

Deutlich größer ist der Brand im belgischen Hohen Venn nahe der deutschen Grenze. Dort waren am Sonntag mehrere Tausend Hektar betroffen. Zwei Feuerfronten in Richtung Monschau und Jalhay galten am Nachmittag als unter Kontrolle, der Gesamtbrand war jedoch noch nicht vollständig eingedämmt. Auf belgischer Seite wurden mehrere Hundert Menschen vorsorglich in Sicherheit gebracht und internationale Luftunterstützung angefordert. Für Monschau bestand am späten Sonntagnachmittag keine Anordnung zur Evakuierung.

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