Feuer rückt auf Gey zu: 1.800 Menschen müssen ihre Häuser verlassen

Feuer rückt auf Gey zu: 1.800 Menschen müssen ihre Häuser verlassen
Symbolbild von Valter Cirillo auf Pixabay

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Der Waldbrand Hürtgenwald-Gey hat sich in der Nacht zum Freitag dramatisch ausgeweitet. Rund 1.800 Menschen im Ortsteil Gey im Kreis Düren sind aufgefordert, ihre Häuser sofort zu verlassen. Die Flammen waren am frühen Morgen nach Polizeiangaben nur noch rund 400 Meter vom Ort entfernt. Die Warn-App NINA zeigt für das betroffene Gebiet die höchste Warnstufe „Extreme Gefahr“ an. Der Kreis Düren hat angesichts der Lage seinen Krisenstab einberufen. Mindestens 200 Einsatzkräfte kämpfen inzwischen gegen das Feuer, Verletzte waren am Freitagmorgen zunächst nicht gemeldet.

Evakuierung Gey: Feuerwehr ordnet Räumung kurz vor 4 Uhr an

Die Evakuierung Gey wurde nach Angaben der Polizei kurz vor 4 Uhr am Freitagmorgen angeordnet. In der Nacht hatten die Flammen zunächst noch etwa 500 Meter Abstand zum Ort. Nachdem sich der Wind gedreht hatte, rückte das Feuer bis auf rund 400 Meter an die Wohnbebauung heran. Daraufhin fiel die Entscheidung, die gut 1.800 Einwohnerinnen und Einwohner vorsorglich aus dem Ort zu bringen. Die Räumung verlief nach Angaben der Polizei am frühen Morgen zunächst ohne Zwischenfälle. Wie lange die Menschen ihre Häuser verlassen müssen, war zunächst nicht bekannt.

NINA Warnung Hürtgenwald: Kreis meldet „Extreme Gefahr“

Für Hürtgenwald-Gey gilt eine amtliche Notfallwarnung. Sie trägt den Titel „Ausbreitung Waldbrand in die Ortslage Hürtgenwald-Gey“ und wird mit der Warnstufe „Extreme Gefahr“ geführt. Die Bewohner sollen das gefährdete Gebiet verlassen und den Anweisungen von Polizei und Feuerwehr folgen. Beim Verlassen der Häuser sollen nur die nötigsten persönlichen Gegenstände, Ausweisdokumente und benötigte Medikamente mitgenommen werden. Wegen der Rauchentwicklung wird außerdem empfohlen, Mund und Nase gegebenenfalls mit einem Stofftuch, Kleidung oder einer Maske zu bedecken.

Als Anlaufstelle für die Evakuierten wurde die Grundschule in Hürtgenwald-Straß eingerichtet. Menschen, die bei der Evakuierung Unterstützung benötigen, können sich unter der Telefonnummer 02429 3090 melden. Einsatzkräfte appellieren zudem daran, die Zufahrtswege freizuhalten und die Notrufnummern 110 und 112 ausschließlich in Notfällen zu nutzen. Auch die Bereiche Kleinhau, Gey und die L25 sollen gemieden werden. Die B399 war im Bereich des Waldbrandes ebenfalls für den Verkehr gesperrt.

Waldbrand Kreis Düren: Rund 25 Hektar stehen in Flammen

Der Waldbrand Kreis Düren betrifft inzwischen eine Fläche von rund 25 Hektar. Die Gemeinde Hürtgenwald spricht von einer Großschadenslage. Nach Angaben des WDR handelt es sich bei dem Feuer teilweise um einen sogenannten Wipfelbrand, bei dem sich die Flammen über die Baumkronen ausbreiten können. Noch am Donnerstagabend lag der Brand etwa 500 Meter vor Gey. In der Nacht verschärfte sich die Situation. Auch der Ortsteil Großhau gilt als gefährdet. Eine Evakuierungsanordnung für Großhau bestand am frühen Freitagmorgen jedoch zunächst nicht.

Die Ursache des Feuers ist weiterhin nicht bekannt. Bis zum Freitagmorgen gab es nach den vorliegenden Angaben keine Verletzten. Offen war zugleich, wie sich der Brand in den kommenden Stunden entwickelt und ob weitere Bereiche geräumt werden müssen. Der einberufene Krisenstab des Kreises Düren soll die Lage bewerten und über die weiteren Maßnahmen entscheiden.

Mindestens 200 Einsatzkräfte und Bundeswehr im Hürtgenwald

Am Freitagmorgen waren nach Angaben des WDR mindestens 200 Einsatzkräfte vor Ort. Zusätzliche Polizeikräfte aus Aachen, Heinsberg und Euskirchen unterstützen die Polizei Düren bei der Evakuierung. Hinzu kommt Unterstützung der Bundeswehr. Ein Polizeisprecher bestätigte dem WDR, dass ein Bundeswehr-Panzer Wege im Wald für die Einsatzkräfte freiräumt. Dadurch sollen Einsatzbereiche erreichbar gemacht werden, in die Löschfahrzeuge unter den schwierigen Bedingungen sonst nur eingeschränkt gelangen können.

Auch aus der Luft soll die Brandbekämpfung fortgesetzt werden. Bereits am Donnerstag hatte ein Hubschrauber Löschwasser über dem Wald abgeworfen. Mit Einbruch der Dunkelheit mussten die Flüge eingestellt werden. Für Freitagmorgen wurde erneut mindestens ein Hubschrauber zur Unterstützung angefordert. Ziel der Einsatzkräfte ist es weiterhin, zu verhindern, dass die Flammen die Ortslage Gey erreichen.

EU-Waldbrandmodul kämpfte am Donnerstag gegen das Feuer

Bereits am Donnerstag hatte der Kreis Düren zusätzliche Spezialkräfte angefordert. ms-aktuell berichtete über den Einsatz des EU-Waldbrandmoduls NRW mit 32 Kräften und zwölf Fahrzeugen. Zu der Einheit gehörten Feuerwehrleute aus Bonn, Düsseldorf, Königswinter und Leverkusen. Sie verfügen unter anderem über geländegängige Tanklöschfahrzeuge und Ausrüstung für die Bekämpfung von Vegetationsbränden.

Nach ihrer Ankunft in Hürtgenwald wurden die Spezialkräfte direkt eingesetzt. Bei stark böigem Wind sollte verhindert werden, dass sich das Feuer weiter im Wald ausbreitet. Nach Angaben der Feuerwehr Bonn gelang es am Donnerstagabend zunächst, eine Ausbreitung der Flammen in Richtung eines nahe gelegenen Ortsteils zu unterbinden. Das Modul suchte anschließend Glutnester und löschte diese mit Handwerkzeugen und geländegängigen Fahrzeugen ab. Gegen Mitternacht sollte der Einsatz an andere überörtliche Kräfte übergeben werden.

Feuer Hürtgenwald bleibt am Freitagmorgen außer Kontrolle

Trotz der massiven Löscharbeiten verschärfte sich die Situation während der Nacht. Der WDR berichtete am Freitagmorgen unter Berufung auf Einsatzkräfte von einem „Feuer außer Kontrolle im Bereich Gey“. Die Lage vor Ort wurde als unübersichtlich beschrieben. Der Waldbrand Hürtgenwald-Gey bleibt damit eine dynamische Gefahrenlage. Ob und wann die evakuierten Bewohner zurückkehren können, war am Morgen ebenso offen wie die Frage, ob weitere Ortsteile geräumt werden müssen.

Der bisherige Verlauf zeigt, wie schnell sich die Lage verändert hat: Am Donnerstagabend konnten Spezialkräfte die Ausbreitung in Richtung einer Ortslage zunächst noch stoppen. Wenige Stunden später führte die veränderte Windrichtung dazu, dass das Feuer wieder näher an Gey heranrückte und die Evakuierung angeordnet wurde. Der Krisenstab des Kreises Düren und die Einsatzleitung beobachten die weitere Entwicklung.

Update Düsseldorf: Weitere Feuerwehrkräfte auf dem Weg nach Düren

Update, 7.40 Uhr: Die Unterstützung aus Düsseldorf für den Waldbrand im Kreis Düren wird am Freitagmorgen fortgesetzt. Bereits am Donnerstagnachmittag hatte der Kreis Düren überörtliche Hilfe angefordert. Daraufhin rückte das Waldbrandmodul mit insgesamt zwölf Fahrzeugen und 32 Einsatzkräften in die Gemeinde Hürtgenwald aus. Die Einheit wird von den Feuerwehren Düsseldorf, Bonn, Leverkusen, Ratingen und Königswinter getragen. Aus Düsseldorf waren zwei Fahrzeuge und sieben ehrenamtliche Einsatzkräfte beteiligt. Nach der Einweisung vor Ort bekämpften die Kräfte das Feuer vor allem im Flankenbereich, um dessen weitere Ausbreitung zu verhindern.

Gegen Mitternacht wurde das Waldbrandmodul durch weitere vom Kreis Düren angeforderte Kräfte abgelöst. Die Düsseldorfer Einsatzkräfte kehrten anschließend am frühen Freitagmorgen zurück. Wegen der weiterhin anhaltenden Brände hat der Kreis Düren inzwischen jedoch erneut umfangreiche überörtliche Hilfe angefordert. Die Feuerwehrbereitschaft 4 sammelte sich am Morgen in Düsseldorf und machte sich anschließend auf den Weg in den Kreis Düren. Dabei handelt es sich um ein Landeskonzept, in dem Einheiten der Feuerwehren Düsseldorf, des Kreises Mettmann und des Rhein-Kreises Neuss zusammenarbeiten. Damit werden die Einsatzkräfte in Hürtgenwald am Freitagmorgen erneut aus dem Rheinland verstärkt.

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