
Nach einem Waldbrand im Osten Spaniens sind die rund 1.000 zuvor evakuierten Menschen aus der Gemeinde Gátova in ihre Häuser zurückgekehrt. Das Feuer in der Sierra Calderona hatte sich seit Donnerstag von Segorbe in der Provinz Castellón bis in das Gebiet der Provinz Valencia ausgebreitet. Am Dienstagmorgen war der Brand stabilisiert, galt aber noch nicht als vollständig kontrolliert. Die Einsatzkräfte arbeiteten weiter daran, Glutnester zu beseitigen und ein erneutes Aufflammen zu verhindern.
Der Waldbrand bei Valencia hat nach den zuletzt veröffentlichten Angaben rund 630 Hektar Fläche im Naturpark Sierra Calderona erfasst. Etwa 395 Hektar liegen auf dem Gemeindegebiet von Segorbe, weitere rund 235 Hektar auf dem Gebiet von Gátova. Das betroffene Areal erstreckt sich damit über zwei Provinzen der autonomen Gemeinschaft Valencia. Der Brandumfang wurde zeitweise mit einem rund 18 Kilometer langen Perimeter angegeben.
Die Behörden hatten die Bevölkerung von Gátova am Freitag zunächst wegen der starken Rauchentwicklung aufgefordert, in Gebäuden zu bleiben. Als sich das Feuer weiter näherte, folgte die vollständige Evakuierung des Ortes. Gátova hat regulär weniger als 500 Einwohner, die Zahl steigt während der Sommermonate jedoch deutlich. Zum Zeitpunkt des Brandes gingen die Behörden von rund 1.000 Menschen aus, die den Ort verlassen mussten.
Ein Teil der Evakuierten wurde in der Gemeinde Bétera untergebracht. Dort verbrachten 37 Menschen zwei Nächte in einer kommunalen Sporthalle. Andere Bewohner kamen anderweitig unter. Die Evakuierung blieb auch am Samstag bestehen, obwohl sich die Lage im Laufe des Tages zunehmend stabilisierte.
Am Sonntagmorgen erklärten die Einsatzkräfte den Brand schließlich für stabilisiert. Daraufhin durften die Bewohner nach Gátova zurückkehren. Zunächst mussten sie allerdings in ihren Häusern bleiben, damit Feuerwehr und andere Einsatzfahrzeuge weiterhin ungehindert durch den Ort fahren konnten. Auch die wichtigste Zufahrtsstraße CV-25 blieb vorübergehend gesperrt.
Am Montag hob die Regionalregierung die angeordnete Beschränkung für die Einwohner auf. Gleichzeitig wurde die CV-25 zwischen Olocau und Altura wieder für den allgemeinen Verkehr geöffnet. Damit konnte sich das öffentliche Leben in Gátova schrittweise normalisieren.
Weiterhin gesperrt blieben allerdings Waldwege und Wanderpfade im betroffenen Gebiet. Der Zugang zum Brandareal ist untersagt, während Feuerwehrkräfte den Boden kontrollieren und mögliche Glutnester bearbeiten. Die regionale Waldbrandplanung blieb auf Einsatzstufe 1. Diese Stufe erlaubt weiterhin einen koordinierten Einsatz zusätzlicher Kräfte, auch wenn keine unmittelbare großflächige Gefährdung der Bevölkerung mehr besteht.
Für die Einwohner galt zunächst außerdem die Empfehlung, kein Leitungswasser zu trinken. Hintergrund waren vorsorgliche Untersuchungen des Trinkwassers nach dem Brand. Bis zum Vorliegen neuer Analysen wurde Wasser in Flaschen zur Verfügung gestellt. Ein aktuelles Ergebnis dieser Untersuchungen war am frühen Dienstagmorgen zunächst nicht offiziell veröffentlicht.
In der besonders intensiven Phase des Einsatzes waren nach Angaben der Behörden rund 350 Kräfte sowie bis zu 25 Flugzeuge und Hubschrauber beteiligt. Neben den regionalen und kommunalen Feuerwehren unterstützte auch die spanische militärische Notfalleinheit UME die Löscharbeiten. Nachdem sich der Brand stabilisiert hatte, wurde deren Einsatz beendet.
Am Sonntag arbeiteten noch rund 130 Kräfte und zehn Luftfahrzeuge im Brandgebiet. Einen Tag später waren unter anderem 16 Bodeneinheiten der Waldbrandfeuerwehr sowie der Feuerwehrverbände aus Castellón und Valencia mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Die Zahl der eingesetzten Kräfte konnte damit deutlich reduziert werden.
Als Auslöser des Feuers gilt nach Angaben der zuständigen Behörden ein Blitzeinschlag. Das Feuer war am Donnerstagabend auf dem Gemeindegebiet von Segorbe entstanden. Hinweise auf eine andere Brandursache lagen zunächst nicht vor.
Die verbrannte Fläche liegt vollständig im Naturpark Sierra Calderona. Das Schutzgebiet erstreckt sich über ein Gebirgsmassiv nördlich und nordwestlich der Stadt Valencia und umfasst rund 18.000 Hektar. Damit sind durch den aktuellen Brand mehrere Prozent des Naturparks betroffen.
Nach den bisherigen Angaben wurden im geschlossenen Ortsgebiet von Gátova keine Wohnhäuser durch das Feuer zerstört. Außerhalb des Ortskerns wurden jedoch einzelne Gebäude und landwirtschaftlich oder gewerblich genutzte Anlagen beschädigt. Genauere Angaben zum Umfang der Sachschäden lagen zunächst nicht vor.
Der Brand fällt in eine für Spanien außergewöhnlich schwere Waldbrandsaison. Bereits in den vergangenen Wochen hatten große Feuer in mehreren Landesteilen Zehntausende Hektar Vegetation vernichtet und wiederholt Evakuierungen erforderlich gemacht. Hohe Temperaturen, Trockenheit und ausgetrocknete Vegetation haben die Brandgefahr während des Sommers deutlich erhöht. Auch in der Region Valencia waren zuvor bereits mehrere größere Waldbrände ausgebrochen.
Für Gátova hat sich die unmittelbare Gefahrenlage inzwischen deutlich entspannt. Vollständig beendet ist der Einsatz jedoch noch nicht. Am Dienstagmorgen galt das Feuer weiterhin als stabilisiert, aber noch nicht offiziell als kontrolliert. Die Feuerwehr blieb deshalb in der Sierra Calderona im Einsatz.
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