
Die neue #wallraffen-Folge bei RTL läuft am heutigen Montag, 24. August 2026, um 22.15 Uhr. Günter Wallraff und sein Reporterteam kehren dabei zu Schauplätzen früherer Undercover-Recherchen zurück und überprüfen, ob sich die damals dokumentierten Zustände verändert haben. Welches Unternehmen oder welche Branche in der heutigen Ausgabe konkret im Mittelpunkt steht, war vor der Ausstrahlung noch nicht benannt. Auch die Namen der eingesetzten Reporterinnen und Reporter sowie konkrete neue Rechercheergebnisse waren zunächst nicht veröffentlicht.
RTL hat für den späten Montagabend von 22.15 bis 23.25 Uhr eine neue Ausgabe der Reportagereihe angesetzt. Im Programm wird sie als Folge 1 geführt. Die Einordnung als neue Ausgabe ist eindeutig, es handelt sich damit nicht um eine Wiederholung einer der drei Folgen aus dem Jahr 2025.
Das Konzept der aktuellen Ausgabe unterscheidet sich zugleich vom einfachen Rückblick auf ältere Reportagen. Reporterinnen und Reporter suchen frühere Undercover-Schauplätze erneut auf. Im Mittelpunkt steht damit die Frage, ob nach früheren Enthüllungen tatsächlich Veränderungen eingetreten sind und wie Verantwortliche heute mit den damaligen Problemen umgehen.
Welche früheren Recherchen in der Sendung vom 24. August noch einmal aufgegriffen werden, blieb zunächst offen. Deshalb lässt sich vor der Ausstrahlung weder ein bestimmtes Unternehmen noch eine Branche belastbar als heutiges Hauptthema nennen.
Günter Wallraffs journalistisches Konzept reicht Jahrzehnte weiter zurück als seine Zusammenarbeit mit RTL. Seine Methode besteht darin, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Verhältnisse nicht nur aus Interviews und Dokumenten zu rekonstruieren, sondern zeitweise selbst oder mithilfe anderer Reporter in eine Rolle einzutauchen.
Bekannt wurde Wallraff unter anderem durch seine verdeckte Tätigkeit in der Redaktion der Bild-Zeitung in den 1970er Jahren. Einen weiteren Höhepunkt seiner Arbeit bildete in den 1980er Jahren die Recherche, für die er unter dem Namen Ali als türkischer Arbeiter auftrat und Arbeitsbedingungen sowie Diskriminierung dokumentierte. Die Ergebnisse veröffentlichte er in Ganz unten.
Das Prinzip ist bis heute ähnlich geblieben. Reporter bewerben sich etwa als Beschäftigte, Praktikanten oder Aushilfen und dokumentieren Abläufe mit verdeckter Technik. Die Fernsehbeiträge kombinieren diese Beobachtungen mit Dokumenten, Gesprächen mit Beschäftigten und Experten sowie Stellungnahmen der betroffenen Unternehmen oder Institutionen.
Dabei ist Wallraff in den jüngeren RTL-Produktionen nicht zwingend selbst die Person mit versteckter Kamera. Er begleitet und berät jüngere Reporterinnen und Reporter und tritt bei Gesprächen und Konfrontationen mit Verantwortlichen auf.
Die Geschichte des Formats bei RTL beginnt streng genommen vor der eigentlichen Reihe Team Wallraff. Am 30. Mai 2012 zeigte RTL die Reportage Günter Wallraff deckt auf. Wallraff arbeitete dafür selbst verdeckt als Paketbote und untersuchte Arbeitsbedingungen in der Paketbranche.
Am 17. Juni 2013 folgte die erste Sendung unter dem später etablierten Konzept von Team Wallraff. Eine RTL-Reporterin recherchierte dabei verdeckt in der Gebäudereinigung. Ab 2014 wurde daraus eine regelmäßig wiederkehrende, wenn auch nicht in festen Staffeln ausgestrahlte Investigativreihe.
Seitdem untersuchte das Team unter anderem Zustände in der Pflege, in Krankenhäusern, Kitas, der Gastronomie, bei Paketdiensten, Fluggesellschaften, Supermärkten, Jobcentern und Reinigungsunternehmen. 2014 erhielt Team Wallraff den Deutschen Fernsehpreis als beste Reportage. Wallraff selbst wurde 2016 mit dem Ehrenpreis des Deutschen Fernsehpreises ausgezeichnet.
Besonders bekannt wurden die wiederholten Undercover-Einsätze bei Burger King. Nach einer Recherche aus dem Jahr 2014 wurden 89 Restaurants eines großen Franchisenehmers vorübergehend geschlossen. Burger King trennte sich zudem von dem betreffenden Franchisepartner.
Damit war der Fall für die Redaktion nicht abgeschlossen. Reporter überprüften in späteren Jahren erneut Filialen der Fastfoodkette. In Ausgaben aus den Jahren 2022 und 2023 wurden erneut Probleme bei Hygiene, Haltbarkeitsvorgaben und Arbeitsbedingungen thematisiert. Burger King kündigte nach den Veröffentlichungen jeweils Kontrollen und Veränderungen an und wies darauf hin, dass die dokumentierten Zustände nicht den eigenen Standards entsprächen.
Auch dieses wiederholte Nachprüfen früherer Fälle gehört inzwischen zum Kern des Wallraff-Konzepts.
Große Aufmerksamkeit erreichte Team Wallraff im April 2025 mit einer Recherche bei Kaufland. Das Team untersuchte rund 50 Filialen in zwölf Bundesländern. Dabei dokumentierten die Reporter unter anderem verschmutzte Kühlbereiche und Probleme beim Umgang mit Lebensmitteln.
Nach der Ausstrahlung wurden zwei untersuchte Filialen zeitweise geschlossen. In Bad Tölz und Homburg wurde zudem Führungspersonal ausgetauscht. Kaufland kündigte Schulungen, Modernisierungen und Investitionen an und erklärte, die in der Sendung gezeigten Zustände entsprächen nicht den eigenen Vorgaben.
Die Ausgabe erzielte auch im Fernsehen ungewöhnlich hohe Werte für das Format. In der endgültigen Messung kam sie auf 2,31 Millionen Zuschauer. Bei den 14 bis 49 Jahre alten Zuschauern wurden 17,6 Prozent Marktanteil erreicht. Damit gehörte die Recherche zu den erfolgreichsten Team-Wallraff-Ausgaben der vergangenen Jahre.
Zuletzt stand im Mai 2026 erneut die Paketbranche im Mittelpunkt. Reporter arbeiteten im Umfeld des Paketdienstes DPD verdeckt als Fahrer und in Depots. Dokumentiert wurden unter anderem hoher Arbeitsdruck, mögliche unbezahlte Arbeitszeiten, problematische Unterkünfte und Sicherheitsrisiken.
DPD erklärte anschließend, die erhobenen Vorwürfe prüfen zu wollen. In einer internen Mitteilung kündigte das Unternehmen an, mögliche Missstände abzustellen und gegebenenfalls organisatorische Konsequenzen zu ziehen.
Auch diese Ausgabe fand ein vergleichsweise großes Publikum. Am 6. Mai sahen nach den zunächst veröffentlichten Messdaten 1,34 Millionen Menschen die Sendung. Bei den 14 bis 49 Jahre alten Zuschauern erreichte sie 13,2 Prozent Marktanteil und war damit in dieser Altersgruppe der stärkste private Primetimeanbieter.
Neben Team Wallraff existiert seit Mai 2025 das kompaktere Format #wallraffen. Die erste Staffel bestand aus drei Ausgaben.
Die Premiere beschäftigte sich mit illegalem Organhandel. Reporterin Vanessa gab sich dafür als Patientin aus. Eine zweite Recherche führte Reporterin Antonia verdeckt in eine psychiatrische Pflegeeinrichtung in Hessen. Die dritte Ausgabe beschäftigte sich mit der Geflüchtetenunterkunft auf dem früheren Flughafen Tegel in Berlin. Dort arbeitete Reporterin Lisa verdeckt als Betreuerin.
Damit unterscheidet sich #wallraffen vom klassischen Team Wallraff vor allem durch die Konzentration auf einen einzelnen Fall pro Ausgabe. RTL beschreibt das Format als Spin off der etablierten Investigativreihe.
Die erste Ausgabe im Mai 2025 erreichte zunächst rund 620.000 Zuschauer und 8,4 Prozent Marktanteil bei den 14 bis 49 Jahre alten Zuschauern. Die folgenden Ausgaben lagen in dieser Zielgruppe bei rund acht bis neun Prozent. Zum Vergleich erzielte die klassische Team-Wallraff-Reihe mit großen Unternehmensrecherchen zuletzt teilweise deutlich höhere Werte.
Auch der Sendeplatz verdeutlicht den Unterschied. Große Team-Wallraff-Ausgaben laufen regelmäßig um 20.15 Uhr und können bis zu zwei Stunden dauern. #wallraffen ist als kürzeres Format für den späteren Abend angelegt.
RTL beschreibt die Reihe grundsätzlich als rund 55 Minuten lange Reportage. Im linearen Programm erhält die heutige Ausgabe einschließlich Werbeunterbrechungen einen Sendeplatz von 22.15 bis 23.25 Uhr. Danach folgt SPIEGEL TV.
Die Sendung kann zur Ausstrahlungszeit auch über den RTL Livestream auf RTL+ gesehen werden. Die drei Folgen aus dem Jahr 2025 stehen dort als eigene Staffel zur Verfügung. Ob und ab welchem Zeitpunkt die heutige neue Folge zusätzlich dauerhaft als Abrufvideo angeboten wird, war in der aktuellen Sendungsübersicht zunächst nicht eindeutig ausgewiesen.
Das journalistische Mittel, das Wallraff bekannt gemacht hat, ist rechtlich nicht grenzenlos. Bei verdeckten Aufnahmen treffen insbesondere Pressefreiheit, Informationsinteresse, Persönlichkeitsrechte und gegebenenfalls die Vertraulichkeit nicht öffentlicher Gespräche aufeinander.
Der Deutsche Presserat sieht verdeckte Recherche grundsätzlich nur dann als gerechtfertigt an, wenn Informationen von besonderem öffentlichen Interesse beschafft werden sollen und diese auf andere Weise nicht zugänglich sind. Reporter sollen sich normalerweise als Journalisten zu erkennen geben.
Auch das Bundesverfassungsgericht musste sich schon mit Wallraffs Arbeitsweise beschäftigen. In einer Grundsatzentscheidung vom 25. Januar 1984 ging es um Informationen, die Wallraff unter einer falschen Identität aus der Redaktion eines Presseunternehmens erhalten hatte. Die Entscheidung machte deutlich, dass nicht jede Täuschung automatisch dazu führt, dass eine spätere Veröffentlichung unzulässig ist. Entscheidend ist eine Abwägung zwischen dem Informationsinteresse der Öffentlichkeit und den beeinträchtigten Rechten.
Hinzu kommen Regeln für Bildaufnahmen und den Schutz des höchstpersönlichen Lebensbereichs. Gerade Aufnahmen in Wohnungen, Pflegeeinrichtungen, medizinischen Bereichen oder anderen besonders geschützten Räumen verlangen deshalb eine besonders sorgfältige Abwägung. Dass eine Recherche journalistischen Zwecken dient, schafft keinen generellen Freibrief für heimliche Kameras.
Fest steht für Montagabend damit vor allem der Ansatz der neuen Folge: Frühere Undercover-Schauplätze sollen erneut überprüft werden. Ob dort Veränderungen umgesetzt wurden und welche Verantwortlichen damit konfrontiert werden, bildet den Kern der Ausgabe.
Nicht konkret angekündigt waren zunächst das untersuchte Unternehmen oder die Branche, die Namen der heute eingesetzten Reporter und die einzelnen Ergebnisse der neuen Recherchen. Auch mögliche Konsequenzen können erst nach der Veröffentlichung und Reaktion der Betroffenen belastbar beurteilt werden.
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