
Der deutsche Dokumentarfilm Was haben wir gelacht startet am Donnerstag, 16. Juli 2026, in den Kinos. Die Regisseurinnen Eva Müller und Isabel Schneider untersuchen darin das Unterhaltungsfernsehen der 1990er- und 2000er-Jahre aus der Perspektive von Frauen, die damals selbst vor der Kamera standen. Im Mittelpunkt stehen Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins.
Die Dokumentation blickt auf eine Epoche zurück, in der große Unterhaltungsshows und Comedyformate vor allem von Männern geprägt wurden. Sendungen wie Wetten, dass..?, die Harald Schmidt Show und später TV total erreichten ein Millionenpublikum und beeinflussten mit, welche Formen von Humor im deutschen Fernsehen als erfolgreich galten.
Müller und Schneider fragen, wer damals die Themen und Pointen bestimmen durfte und wer selbst zum Gegenstand des Witzes wurde. Archivaufnahmen werden mit heutigen Gesprächen verbunden. Dadurch zeigt der Film, wie Frauen häufig auf ihr Aussehen reduziert, als Beiwerk eingesetzt oder mit der Behauptung konfrontiert wurden, weiblicher Humor sei beim Publikum nicht gefragt.
Anders als bei einem klassischen Spielfilm besteht die Besetzung vor allem aus Gesprächspartnerinnen, die ihre eigenen Erfahrungen schildern. Maren Kroymann, Hella von Sinnen, Bettina Böttinger, Gaby Köster und Esther Schweins sprechen über ihre Karrieren und über die Bedingungen, unter denen Frauen im Unterhaltungsfernsehen arbeiten mussten.
Dabei geht es nicht nur um einzelne bekannte Sendungen oder Moderatoren. Die Dokumentation betrachtet Humor grundsätzlich als gesellschaftlichen Einflussfaktor. Wer Pointen setzen und Themen bestimmen kann, prägt auch, welche Rollenbilder als normal gelten. Der Film will nach Angaben der Beteiligten nicht festlegen, worüber gelacht werden darf, sondern die dahinterliegenden Strukturen sichtbar machen.
Buch und Regie stammen von Eva Müller und Isabel Schneider. Produziert wurde der Film von der BASIS BERLIN Filmproduktion in Koproduktion mit dem ZDF. Zu den Produzenten gehören Uschi Feldges und Ansgar Frerich. Die Bildgestaltung übernahm Thomas Lütz, die Filmedition Yana Höhnerbach. Als Filmmusik wird das Projekt hackedepicciotto von Danielle de Picciotto und Alexander Hacke genannt.
Die offizielle ZDF-Pressemappe gibt eine Länge von 98 Minuten an. Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft hat den Film ab zwölf Jahren freigegeben.
Der unmittelbare Anlass für das gestiegene Interesse ist der deutsche Kinostart am 16. Juli 2026. Kurz zuvor war Was haben wir gelacht beim Filmfest München als Weltpremiere im Programm der Reihe Spotlight zu sehen. Rund um den Kinostart berichteten zudem mehrere Kulturredaktionen und Fernsehnachrichten über den Film und seine Protagonistinnen.
Aktuell ist das Thema auch deshalb, weil der Dokumentarfilm bekannte Fernsehausschnitte aus heutiger Perspektive neu einordnet. Er verbindet Mediengeschichte mit der Frage, wie sich Rollenbilder, Machtverhältnisse und die Wahrnehmung von Frauen in der deutschen Unterhaltung verändert haben.
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