Nach Fehlstart zieht Wehen Wiesbaden bei Scherning die Konsequenz

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Der SV Wehen Wiesbaden hat auf seinen misslungenen Start in die neue Saison der 3. Liga reagiert und Cheftrainer Daniel Scherning freigestellt. Die Entscheidung fiel am Montag, 14. September 2026, und gilt mit sofortiger Wirkung. Auch Co-Trainer Andreas Zimmermann muss seinen Posten räumen. Der Verein bestätigte die Personalentscheidungen in einer eigenen Mitteilung. Bis zur Verpflichtung eines neuen Cheftrainers übernehmen Frank Steinmetz und Giuliano Modica die Mannschaft.

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Damit endet Schernings Zeit beim SVWW nach gut zehn Monaten deutlich früher als ursprünglich vorgesehen. Der 42-Jährige hatte erst am 10. November 2025 übernommen und einen Vertrag bis zum 30. Juni 2028 unterschrieben. Nach einem zunächst erfolgreichen Einstand geriet die Mannschaft schon gegen Ende der vergangenen Spielzeit aus dem Tritt. In der neuen Saison verschärfte sich die sportliche Lage.

Zwei Punkte und nur zwei Tore nach fünf Spielen

Nach dem fünften Spieltag steht Wehen Wiesbaden auf dem letzten Tabellenplatz der 3. Liga. Der Deutsche Fußball-Bund führt den SVWW mit zwei Punkten aus fünf Partien, null Siegen, zwei Unentschieden und drei Niederlagen. Das Torverhältnis beträgt 2:9. Kein anderer Drittligist hatte zu diesem Zeitpunkt weniger Punkte.

Zum Auftakt unterlag Wiesbaden Preußen Münster mit 1:3. Es folgte eine deutliche 0:4-Niederlage bei den Würzburger Kickers. Gegen Rot-Weiss Essen gelang anschließend ein 0:0, bei Hansa Rostock ein 1:1. Das Heimspiel gegen Waldhof Mannheim am Sonntag ging mit 0:1 verloren. Damit blieb der SVWW auch nach fünf Ligapartien ohne Sieg.

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Der Verein begründete die Trennung nicht allein mit diesen fünf Ergebnissen. Geschäftsführer Sport Uwe Stöver verwies auch auf die Entwicklung während der Schlussphase der Vorsaison. Die Leistungen hätten dort nicht mehr das Niveau der ersten Monate unter Scherning erreicht. Angesichts des neuen Fehlstarts sei die Mannschaft zudem deutlich hinter den eigenen Erwartungen geblieben. Stöver erklärte wörtlich: „Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass die Mannschaft einen neuen Impuls braucht.“

Scherning hatte den SVWW zunächst deutlich stabilisiert

Dabei war Schernings erste Phase in Wiesbaden erfolgreich verlaufen. Als er im November 2025 übernahm, stand die Mannschaft auf Rang 13 der 3. Liga. Nach Angaben des Vereins gewann der SVWW neun seiner ersten 14 Ligaspiele unter dem neuen Trainer. Dazu gehörten sieben Heimsiege in Serie. Die Mannschaft entfernte sich damit zunächst deutlich von den unteren Tabellenregionen.

Hinzu kam der Gewinn des Hessenpokals 2026. Durch diesen Erfolg qualifizierte sich Wehen Wiesbaden für den DFB-Pokal. In der ersten Runde der neuen Saison traf das Team im August auf Bayer Leverkusen und verlor mit 0:4.

Scherning erklärte nach seiner Freistellung, er respektiere die Entscheidung des Vereins, obwohl er gerne weiter mit der Mannschaft gearbeitet hätte. Gleichzeitig verwies er auf die sportliche Entwicklung nach seiner Übernahme und den Pokalerfolg.

Vertrag lief eigentlich noch bis Sommer 2028

Der SVWW hatte Scherning erst am 10. November 2025 als neuen Cheftrainer vorgestellt. Sein Vertrag war langfristig angelegt und sollte bis zum 30. Juni 2028 laufen. Der Klub hatte bei seiner Verpflichtung ausdrücklich auf Schernings Erfahrung und seinen Führungsstil gesetzt.

Dass die Zusammenarbeit nun schon im September 2026 endet, unterstreicht den sportlichen Druck nach dem Fehlstart. Der Verein hatte die neue Spielzeit nicht als Übergangssaison angelegt. Bereits zum Trainingsauftakt Anfang Juli war das Ziel deutlich ambitionierter formuliert worden.

Nach zwei neunten Plätzen in der 3. Liga wollte Wiesbaden in der Saison 2026/27 näher an die Aufstiegsplätze heranrücken. Scherning hatte im Sommer erklärt, der Verein wolle das Ziel 2. Bundesliga in Angriff nehmen.

Kader wurde im Sommer deutlich verändert

Parallel dazu veränderte der SVWW seinen Kader erheblich. Zu Beginn der Vorbereitung war die Mannschaft zunächst bewusst verkleinert worden. Anfang Juli standen nach Angaben des Hessischen Rundfunks zehn Abgängen lediglich drei Neuzugänge gegenüber. Scherning erklärte damals, ein kleinerer Kader sei ausdrücklich Teil der Planung gewesen.

Bis zum Ende der Transferperiode kamen weitere Spieler hinzu. Die Landeshauptstadt Wiesbaden führt für die Saison 2026/27 einen Kader von 27 Spielern mit acht Neuzugängen. Verpflichtet wurden unter anderem Max Brandt vom SSV Ulm, Sinan Karweina vom FC Luzern und Philipp Hercher vom 1. FC Magdeburg. Später kamen unter anderem Roberto Massimo, Marcus Müller, Michael Schultz und Raul Paula hinzu.

Gleichzeitig verließen mehrere erfahrene Spieler den Verein. Dazu gehörten unter anderem Fatih Kaya, Ryan Johansson, Kevin Broll, Felix Luckeneder und der langjährige Wiesbadener Sascha Mockenhaupt. Der personelle Umbau war damit deutlich größer, als es zu Beginn der Vorbereitung zunächst den Anschein hatte.

Der sportliche Ertrag blieb in den ersten Wochen allerdings weit hinter den formulierten Zielen zurück. Besonders auffällig war die geringe Torausbeute. Nach fünf Ligaspielen standen lediglich zwei Treffer zu Buche. Auch im DFB-Pokal blieb Wiesbaden beim 0:4 gegen Leverkusen ohne Tor.

Steinmetz und Modica übernehmen die Mannschaft

Eine dauerhafte Nachfolge für Scherning hat der SV Wehen Wiesbaden noch nicht bekannt gegeben. Vorerst übernehmen die bisherigen Co-Trainer Frank Steinmetz und Giuliano Modica. Beide sollen die Mannschaft auf das nächste Ligaspiel vorbereiten.

Für Steinmetz ist die Rolle als Interimstrainer beim SVWW nicht neu. Bereits zwischen der Trennung von Nils Döring Ende Oktober 2025 und Schernings Verpflichtung im November hatte er vorübergehend die Verantwortung für die Profimannschaft getragen.

Die erste Aufgabe des Interimsgespanns folgt bereits am Mittwoch, 16. September. Dann tritt Wehen Wiesbaden um 19 Uhr bei Fortuna Köln an. Der Aufsteiger aus Köln lag nach fünf Spieltagen mit sechs Punkten auf Tabellenplatz 13 und damit vier Zähler vor dem SVWW.

Scherning trainierte zuvor Braunschweig, Bielefeld und Osnabrück

Daniel Scherning begann seine Trainerlaufbahn 2010 bei Arminia Bielefeld II zunächst als Co-Trainer. Von 2012 bis Dezember 2016 verantwortete er die zweite Mannschaft als Cheftrainer. 2016 wechselte er zum SC Paderborn, wo er bis 2021 als Assistent arbeitete, zunächst unter Stefan Emmerling und später unter Steffen Baumgart.

Im Juli 2021 übernahm Scherning erstmals einen Profiklub als Cheftrainer und wechselte zum VfL Osnabrück. Dort blieb er bis August 2022, ehe er während der laufenden Saison zu Arminia Bielefeld ging. Seine Amtszeit beim damaligen Zweitligisten endete im März 2023.

Im November 2023 verpflichtete Eintracht Braunschweig Scherning. Dort arbeitete er bis Mai 2025. Anschließend war er mehrere Monate ohne Verein, bevor Wehen Wiesbaden ihn im November 2025 als Nachfolger von Nils Döring holte.

Nun steht der SVWW bereits zu einem frühen Zeitpunkt der neuen Drittligasaison erneut vor einem Trainerwechsel. Während der Vertrag mit Scherning ursprünglich noch fast zwei Jahre gelaufen wäre, soll die Interimslösung zunächst die unmittelbare Vorbereitung auf die englische Woche übernehmen.

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