Schoko-Nikoläuse für Weihnachten 2026: Produktion läuft, Preisfrage offen

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Knapp drei Monate vor Weihnachten läuft die Produktion von Schoko-Nikoläusen, Adventskalendern und anderen saisonalen Süßwaren. Die Weihnachtsschokolade 2026 entsteht bei manchen Herstellern bereits seit dem Sommer. Wie viel Verbraucher im Advent dafür bezahlen werden, ist Ende September allerdings noch nicht verlässlich abzusehen. Hohe Rohstoffkosten wirken weiter nach, zugleich ist Kakao an den internationalen Märkten deutlich günstiger als während früherer Preisspitzen.

Weihnachtsgeschäft beginnt für Hersteller schon im Sommer

Für die Süßwarenindustrie beginnt Weihnachten lange vor dem Advent. Der Lebensmittelhandel bestellt saisonale Produkte häufig bereits im Frühjahr oder Frühsommer. Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels verweist darauf, dass die Ordertermine entsprechend früh liegen. Ab September nimmt anschließend die Nachfrage nach Weihnachtsartikeln zu.

Wie weit die Produktion zu diesem Zeitpunkt bereits fortgeschritten sein kann, zeigt das Schokoladenwerk Ruth in Bochum. Dort werden derzeit unter anderem Nikoläuse, Adventskalender, Weihnachtsbären und Tannenbäume gefertigt. Nach Unternehmensangaben entstehen rund 70 Prozent der Produkte in Handarbeit. Ein großer Teil der Fertigung wird später unter den Marken anderer Unternehmen verkauft.

Eine aktuelle Gesamtzahl dazu, wie viele Schokoladen-Nikoläuse und Weihnachtsmänner deutsche Hersteller für die Saison 2026 produzieren, liegt bislang nicht vor. Für die Weihnachtssaison 2025 hatte der Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie rund 146 Millionen Figuren gemeldet. Im Vorjahr waren es noch 164 Millionen gewesen. Das entsprach einem Rückgang um elf Prozent.

Absatz von Weihnachtsschokolade ging 2025 deutlich zurück

Die Hersteller treffen dabei auf einen Markt, in dem Verbraucher zuletzt zurückhaltender geworden sind. Nach Daten des Marktforschungsunternehmens NIQ sank die Zahl der verkauften Packungen mit Schokoladenwaren 2025 insgesamt um 5,8 Prozent. Bei Weihnachtsschokolade lag der Rückgang sogar bei zwölf Prozent. Gleichzeitig stiegen die Umsätze mit Schokoladenwaren um 7,5 Prozent, was wesentlich mit höheren Verkaufspreisen zusammenhing.

Auch die amtliche Preisstatistik zeigt den starken Preisdruck. Im Januar 2026 lag der Verbraucherpreis für Schokolade nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 21,0 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats. Im April war der Abstand mit 9,7 Prozent zwar deutlich geringer, Schokolade verteuerte sich damit aber weiterhin wesentlich stärker als Nahrungsmittel insgesamt.

Kakaopreis ist gefallen, bleibt aber ein Kostenfaktor

Auf den internationalen Kakaomärkten hat sich die extreme Preisphase inzwischen teilweise entspannt. Die International Cocoa Organization wies für den 23. September 2026 einen täglichen Referenzpreis von 5.649,06 US-Dollar je Tonne aus. Die deutsche Süßwarenindustrie bezeichnet das Preisniveau trotz vorangegangener Rückgänge weiterhin als historisch hoch.

Die weltweite Versorgungslage hatte sich im Kakaojahr 2024/25 verbessert. Nach Angaben der ICCO stieg die globale Produktion gegenüber dem Vorjahr um 8,5 Prozent auf 4,733 Millionen Tonnen. Die Verarbeitung ging gleichzeitig um 3,3 Prozent auf 4,649 Millionen Tonnen zurück. Daraus ergab sich nach damaliger Schätzung ein weltweiter Überschuss von 37.000 Tonnen. Für das laufende Kakaojahr 2025/26 hielt die ICCO im August allerdings zunächst Produktions- und Verarbeitungsdaten zurück.

Sinkende Börsenpreise schlagen zudem nicht sofort auf Schokoladenprodukte durch. Kakao wird teilweise lange im Voraus eingekauft. Der BDSI verweist außerdem darauf, dass in wichtigen Anbauländern wie Côte d’Ivoire und Ghana große Teile der Ernte im Voraus vermarktet werden. Veränderungen an den Rohstoffmärkten können deshalb erst mit Verzögerung in den Kosten der Hersteller ankommen.

Preise für Weihnachten 2026 noch nicht verlässlich absehbar

Eine belastbare Prognose für die Verbraucherpreise von Weihnachtsschokolade in der Saison 2026 gibt es derzeit nicht. Der Lebensmittelhandel verweist auf eine insgesamt zurückhaltende Nachfrage. Zugleich gibt es Hinweise auf Preissenkungen bei einzelnen Markenprodukten. Daraus lässt sich jedoch keine allgemeine Entwicklung für Schoko-Nikoläuse, Adventskalender und andere Weihnachtsartikel ableiten.

Erste Saisonartikel sind bereits im Handel oder online erhältlich. Die Preise unterscheiden sich dabei stark nach Marke, Gewicht, Händler und Angebotsform. Aktuelle Einzelpreise eignen sich deshalb nur eingeschränkt als Maßstab für das Preisniveau im gesamten Weihnachtsgeschäft.

Für Hersteller bleibt die Kalkulation zugleich von mehreren Faktoren abhängig. Neben Kakao zählen dazu unter anderem Energie, Personal, Verpackung und weitere Rohstoffe. Für Verbraucher dürfte deshalb nicht allein die Entwicklung des Kakaopreises darüber entscheiden, ob Weihnachtsschokolade 2026 günstiger oder teurer wird.

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