
Der SV Werder Bremen muss nach einem völlig missglückten Testspiel in der Länderspielpause gleich mehrere Probleme aufarbeiten. Beim niederländischen Erstligisten FC Twente Enschede verloren die Bremer am Freitag mit 0:7. Bereits zur Pause stand es 0:6. Trainer Daniel Thioune und Peter Niemeyer, Leiter Profifußball, kritisierten den Auftritt anschließend deutlich. Zusätzlich gibt es neue Sorgen um Felix Agu, der bei seinem Comeback bereits nach rund 40 Minuten angeschlagen vom Platz musste. Eine genaue Diagnose lag am Freitagabend noch nicht vor.
Daniel Thioune machte nach dem Test deutlich, dass er die Höhe der Niederlage nicht allein mit dem Charakter der Partie oder den zahlreichen fehlenden Spielern erklären wollte. Der Trainer sagte, er habe für den Auftritt und insbesondere die gezeigte Haltung „überhaupt kein Verständnis“. Die Leistung sei in sämtlichen Bereichen unzureichend gewesen.
Dabei musste Werder tatsächlich auf zahlreiche Spieler verzichten. Mehrere Profis sind mit ihren Nationalmannschaften unterwegs, weitere Akteure fehlten verletzt oder angeschlagen. Dennoch standen in der Anfangsformation mehrere Spieler mit regelmäßigem Bundesliga-Anspruch. Genau darauf verwies Thioune nach der Begegnung. Seine Mannschaft habe trotz dieser Besetzung nicht die notwendige Leistung gezeigt.
Peter Niemeyer fand ebenfalls deutliche Worte. Werder könne sich in dieser Form nicht präsentieren und müsse die Partie intensiv aufarbeiten. Er habe angenommen, dass die Mannschaft bereits weiter sei und verstanden habe, dass sie für erfolgreiche Auftritte an ihre Leistungsgrenze kommen müsse.
Die Niederlage hat unmittelbare Folgen für den Trainingsplan. Thioune kündigte nach Angaben der DeichStube an, dass der ursprünglich freie Samstag gestrichen wird. Stattdessen soll sich die Mannschaft erneut treffen und die Partie aufarbeiten. Der Trainer erwartet anschließend eine Reaktion im Training und beim nächsten Bundesliga-Spiel.
Werder Bremen nach 0:7 steht damit vor einer ungewöhnlichen Situation. Sportlich hatte die Mannschaft in der Bundesliga zuletzt deutlich bessere Eindrücke hinterlassen. Der Auftritt in Enschede passte nicht dazu. Thioune bezeichnete die Partie als Denkzettel und machte deutlich, dass Widerstandsfähigkeit, Einsatzbereitschaft und Qualität nicht nur in Pflichtspielen erforderlich seien.
Der nächste Pflichtspielgegner erhöht die Bedeutung der Aufarbeitung zusätzlich. Am Freitag, 9. Oktober, tritt Bremen bei Borussia Dortmund an. Die Begegnung folgt unmittelbar auf die Länderspielpause. Der sportliche Wert liegt vor allem darin, dass auch Spieler Einsatzzeit erhalten sollten, die zuletzt wenig oder gar nicht gespielt hatten.
Zu diesen Spielern gehörte Felix Agu. Der 27-Jährige stand in Enschede erstmals seit längerer Zeit wieder in einer Partie auf dem Platz. Sein Comeback endete allerdings vorzeitig. Kurz vor der Halbzeit verließ Agu das Feld und wurde ausgewechselt. Thioune erklärte anschließend, der Außenbahnspieler habe signalisiert, dass er nicht weiterspielen könne.
Eine gesicherte Diagnose gab es am Freitagabend noch nicht. Thioune äußerte den Verdacht, dass erneut muskuläre Beschwerden aufgetreten sein könnten. Niemeyer sagte, Agu habe etwas gespürt und sei vorsichtshalber ausgewechselt worden. Eine Untersuchung mit bildgebenden Verfahren soll am Wochenende Klarheit bringen. Wie lange Agu möglicherweise ausfallen könnte, war deshalb zunächst offen.
Besonders relevant ist die Situation wegen seiner vorausgegangenen Verletzung. Werder hatte Ende August offiziell mitgeteilt, dass Agu wegen einer Muskelverletzung im Bereich der Wade in der Rehabilitation war. Anfang September konnte er zunächst wieder teilweise am Mannschaftstraining teilnehmen. In den ersten Pflichtspielen der neuen Saison stand er aufgrund der Verletzung nicht zur Verfügung.
Ob die Beschwerden aus dem Twente-Spiel dieselbe Körperregion betreffen oder mit der vorherigen Verletzung zusammenhängen, war am Freitagabend nicht bestätigt. Auch eine konkrete Ausfalldauer wurde nicht genannt.
Ein erneuter Ausfall Agus würde die ohnehin angespannte Personalsituation verschärfen. Werder hatte in den vergangenen Wochen mehrere verletzte Spieler zu beklagen. Agu befand sich nach seiner Wadenverletzung gerade auf dem Weg zurück in den regulären Spielbetrieb. Das Testspiel in Enschede sollte ihm dabei Einsatzzeit geben.
Auch Niklas Stark sammelte gegen Twente nach längerer Pause wieder Spielpraxis und wurde bereits während der ersten Halbzeit ausgewechselt.
Damit bleiben für Werder nach dem Test zwei voneinander getrennte Aufgaben. Thioune und die sportliche Leitung müssen den überraschend schwachen Auftritt der Mannschaft aufarbeiten. Parallel wartet der Verein auf Klarheit über den Gesundheitszustand von Agu. Während die Konsequenz aus der sportlichen Leistung bereits feststeht und der freie Samstag gestrichen wurde, entscheidet sich bei Agu erst nach weiteren Untersuchungen, ob aus dem vorzeitigen Ende seines Comebacks eine erneute Zwangspause wird.
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