Angebliche Abstimmung für Eliska: Polizei warnt vor WhatsApp-Trick

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Eine scheinbar harmlose Bitte um eine Stimme bei einer Online-Abstimmung kann derzeit zum Einfallstor für einen fremden Zugriff auf WhatsApp werden. Die Polizei warnt vor einer Masche, bei der Kriminelle versuchen, ein zusätzliches Gerät mit dem Konto ihrer Zielperson zu verbinden. Bekannt ist die Vorgehensweise als Ghost Pairing bei WhatsApp.

Polizei bearbeitet aktuelle Fälle von Ghost Pairing

Die Polizei Köln warnte am 17. September vor der Masche und erklärte, dass die Kriminalpolizei aktuelle Fälle bearbeite. Als Beispiel nennt die Behörde eine Nachricht, in der Empfänger gebeten werden, für eine Person namens Eliska abzustimmen. Als angeblicher Gewinn wird dabei unter anderem ein kostenloser Tanzkurs genannt.

Der Name Eliska ist jedoch nur Teil einer konkreten Variante. Entscheidend ist das Muster: Eine Nachricht stammt scheinbar von einem bekannten Kontakt und enthält eine Bitte, einen Link aufzurufen oder einen QR-Code zu scannen.

Auch andere Polizeibehörden und die Polizeiliche Kriminalprävention haben inzwischen vor vergleichbaren Nachrichten gewarnt.

So funktioniert Ghost Pairing bei WhatsApp

Beim Ghost Pairing versuchen die Kriminellen nicht zwingend, die Registrierung des WhatsApp-Kontos auf dem eigentlichen Smartphone zu übernehmen. Stattdessen nutzen sie die reguläre Funktion, mit der ein WhatsApp-Konto mit weiteren Geräten verbunden werden kann.

Nach Angaben der Polizei gelangen Betroffene zunächst auf eine manipulierte Internetseite. Dort sollen sie beispielsweise ihre Telefonnummer eingeben oder einen Code verwenden. Im weiteren Verlauf wird eine Geräteverknüpfung ausgelöst.

Wird diese Verbindung bestätigt, kann ein fremdes Gerät mit dem WhatsApp-Konto gekoppelt werden. Das Konto auf dem ursprünglichen Smartphone kann dabei zunächst weiter funktionieren. Gerade deshalb fällt der zusätzliche Zugriff unter Umständen nicht sofort auf.

Fremde können über das Konto Nachrichten verschicken

Ist ein unbekanntes Gerät erfolgreich verbunden, können darüber je nach Zugriff Nachrichten gelesen und im Namen des Kontoinhabers verschickt werden. Auf diese Weise lässt sich die Masche weiterverbreiten.

Kontakte können dann beispielsweise ebenfalls Nachrichten mit angeblichen Abstimmungen erhalten. Möglich sind nach Angaben der Polizei außerdem weitere Kontaktaufnahmen, bei denen um Geld oder andere Leistungen gebeten wird.

Dass eine Nachricht von einem bekannten WhatsApp-Konto stammt, ist deshalb allein kein Beweis dafür, dass sie tatsächlich von der bekannten Person geschrieben wurde.

So lässt sich ein fremdes Gerät erkennen

WhatsApp führt verbundene Geräte in einem eigenen Bereich der App auf. Nutzer sollten dort kontrollieren, ob ihnen alle angemeldeten Geräte bekannt sind.

Bei Android befindet sich die Funktion im Menü unter „Verknüpfte Geräte“. Auch auf dem iPhone lässt sich die Liste der verbundenen Geräte über die WhatsApp-Einstellungen aufrufen.

Taucht dort ein unbekanntes Gerät auf, sollte es abgemeldet werden. WhatsApp empfiehlt grundsätzlich, die Liste der verknüpften Geräte regelmäßig zu überprüfen.

Polizei rät zu Vorsicht bei Links und Codes

Die Polizei empfiehlt, unbekannte Links nicht unbedacht zu öffnen und keine QR-Codes zu scannen, deren Zweck nicht eindeutig nachvollziehbar ist. Vor allem Geräteverknüpfungen sollten nur bestätigt werden, wenn sie selbst gestartet wurden.

Kommt eine ungewöhnliche Bitte von einem Freund oder Familienmitglied, empfiehlt sich eine Rückfrage über einen anderen Kommunikationsweg. Das gilt insbesondere bei Aufforderungen, Codes weiterzugeben, Geld zu überweisen oder eine Anmeldung zu bestätigen.

Zusätzlichen Schutz bietet die Verifizierung in zwei Schritten bei WhatsApp. Sie kann in den Kontoeinstellungen aktiviert werden.

Was Betroffene nach einer Verknüpfung tun sollten

Wer bereits auf einen entsprechenden Link reagiert hat, sollte zunächst die verbundenen Geräte überprüfen. Ein nicht bekanntes Gerät sollte unmittelbar aus dem WhatsApp-Konto entfernt werden.

Sind bereits Nachrichten im eigenen Namen verschickt worden, sollten Kontakte über einen anderen Kommunikationsweg informiert werden. Bei einem finanziellen Schaden rät die Polizei dazu, Anzeige zu erstatten.

Wer den Zugriff auf sein WhatsApp-Konto vollständig verloren hat, kann das Konto nach Angaben des Messengerdienstes über die erneute Registrierung der eigenen Telefonnummer wiederherstellen. Dabei werden andere angemeldete Geräte abgemeldet.

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