
Venedig erwägt eine deutliche Erhöhung seiner Eintrittsgebühr für Tagestouristen. Ab 2027 könnte der Höchstsatz nach den Vorstellungen aus der Stadtverwaltung bei bis zu 30 Euro pro Person liegen. Bislang werden an ausgewählten Tagen fünf oder zehn Euro verlangt. Eine endgültige Entscheidung über den Tageseintritt in Venedig für das kommende Jahr gibt es allerdings noch nicht.
Finanz- und Haushaltsstadtrat Michele Zuin hält die bisherigen Beträge von fünf beziehungsweise zehn Euro für zu niedrig, um die Zahl der Besucher an besonders stark frequentierten Tagen wirksam zu steuern. Deshalb wird für 2027 eine deutlich höhere Staffelung geprüft. Als möglicher Höchstbetrag wurden 30 Euro genannt. Zeitweise stand sogar ein noch höherer Betrag zur Debatte.
Neben höheren Preisen könnte die Abgabe künftig auch an mehr Tagen im Jahr erhoben werden. Die konkreten Tarife und der Kalender für 2027 sind jedoch noch nicht festgelegt. Zuin zufolge muss die neue Regelung mit der italienischen Regierung abgestimmt werden. Damit ist eine Gebühr von 30 Euro derzeit eine Option und kein bereits beschlossener Preis.
Von der italienischen Regierung kam zunächst keine Zustimmung zu der geplanten Größenordnung. Tourismusminister Gianmarco Mazzi erklärte am Mittwoch in Venedig, dass die Regierung grundsätzlich zurückhaltend gegenüber zusätzlichen oder höheren Tourismusabgaben sei. Zugleich bestätigte er Gespräche über die besondere Situation der Lagunenstadt.
Auch eine mögliche Anhebung von Übernachtungssteuern in italienischen Städten wird nach Angaben des Ministers derzeit geprüft. Für Venedig verwies er auf die besonderen Bedingungen der Stadt und den hohen touristischen Druck. Eine Entscheidung über die Zugangspreise für 2027 lag zunächst nicht vor.
In der Saison 2026 galt das Zugangssystem an insgesamt 60 nicht aufeinanderfolgenden Tagen zwischen dem 3. April und dem 26. Juli. Die Gebühr wurde jeweils zwischen 8.30 Uhr und 16 Uhr erhoben. Wer frühzeitig buchte, zahlte fünf Euro. Bei kurzfristiger Buchung stieg der Preis auf zehn Euro.
Nach vorläufigen Angaben der Stadt wurden 2026 insgesamt 679.553 kostenpflichtige Zugangstickets ausgegeben. Damit nahm Venedig rund 5,22 Millionen Euro ein. Von den Tickets wurden 316.099 zum günstigeren Tarif von fünf Euro gekauft, 363.454 kosteten zehn Euro.
Die Abgabe richtet sich grundsätzlich an Tagesbesucher über 14 Jahre, die die historische Altstadt besuchen. Einwohner Venedigs, Arbeitnehmer und bestimmte Studierende sind unter anderem ausgenommen. Auch Übernachtungsgäste in Unterkünften innerhalb des Gemeindegebiets müssen den Zugangspreis nicht zusätzlich bezahlen, müssen ihren Befreiungsstatus aber je nach Fall registrieren. Für weitere Personengruppen gelten ebenfalls Ausnahmen.
Bezahlt beziehungsweise registriert wird der Zugang über das städtische System. Besucher erhalten einen QR-Code, der bei Kontrollen vorgezeigt werden kann. Die Stadt kann bei Verstößen Geldbußen verhängen.
Venedig führte die Gebühr für Tagestouristen 2024 zunächst als Versuch ein. Seitdem wurde das Modell ausgeweitet und mehrfach angepasst. Für 2026 erhöhte die Stadt die Zahl der gebührenpflichtigen Tage auf 60 und behielt die gestaffelten Preise von fünf und zehn Euro bei.
Die Stadt verfolgt damit das Ziel, Besucherströme stärker über das Jahr und einzelne Tage zu verteilen. Die Zugangszahlung soll vor allem besonders stark ausgelastete Zeiträume entlasten und frühzeitige Reiseplanung fördern. Ob dafür ab 2027 tatsächlich bis zu 30 Euro verlangt werden, hängt nun von den weiteren Abstimmungen zwischen der Stadt und der italienischen Regierung ab.






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