Der Wunsch nach Eigentum bleibt, doch das Geld fehlt oft

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Viele junge Menschen in Deutschland möchten eine eigene Immobilie besitzen. Allerdings unterscheiden sich ihre finanziellen Möglichkeiten erheblich. Eine neue Studie zeigt, wie stark die Aussichten auf einen Immobilienkauf mit der Unterstützung durch die Familie zusammenhängen. Gleichzeitig bleibt Deutschland im europäischen Vergleich ein Land mit besonders vielen Mietern.

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Nur 32 Prozent ohne erwartete Familienhilfe optimistisch

Für junge Erwachsene hängt die Einschätzung, ob sie Wohneigentum erwerben können, häufig von den finanziellen Möglichkeiten ihrer Familie ab. Nach der am 21. Oktober 2026 veröffentlichten Wohntraumstudie des Baufinanzierungsvermittlers Interhyp halten 67 Prozent der kaufinteressierten Mieter zwischen 23 und 30 Jahren einen Immobilienkauf für machbar, wenn sie Unterstützung aus der Familie erwarten. Ohne diese Aussicht sind es lediglich 32 Prozent.

Insgesamt rechnen 66 Prozent der jungen Kaufinteressierten mit familiärer Hilfe. Dabei geht es nicht ausschließlich um Erbschaften. Auch Schenkungen, private Darlehen und Bürgschaften können den Immobilienerwerb erleichtern. Die Umfrage zeigt damit einen deutlichen Zusammenhang zwischen erwarteter Unterstützung und der persönlichen Einschätzung der Finanzierungsmöglichkeiten. Tatsächlich haben nach Angaben von Interhyp rund ein Drittel der jungen Immobilieneigentümer den Kauf ohne familiäre Unterstützung geschafft.

Generation Z hält am Wunsch nach Wohneigentum fest

Von einem grundsätzlichen Abschied der Generation Z vom Eigenheim kann dennoch keine Rede sein. Laut Interhyp interessieren sich 80 Prozent der befragten Mieter zwischen 23 und 30 Jahren für einen Immobilienkauf. Bei einer vergleichbaren Befragung aus dem Jahr 2021 waren es unter den damals 18- bis 25-Jährigen 73 Prozent.

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Rund die Hälfte der jüngeren Befragten erklärt zudem, dass ihr Wunsch nach Wohneigentum in den vergangenen Jahren stärker geworden sei. Lediglich 15 Prozent berichten von einem nachlassenden Interesse.

Die finanziellen Schwierigkeiten beeinflussen allerdings die zeitliche Planung. Von den jungen Mietern mit Kaufinteresse würden 41 Prozent länger oder mehr sparen, falls ein Erwerb zunächst nicht möglich ist. Weitere 33 Prozent würden ihre Pläne auf einen späteren Lebensabschnitt verschieben. Nur fünf Prozent würden sich in diesem Fall bewusst auf ein dauerhaftes Mietverhältnis einstellen.

Auch bei der Auswahl einer Immobilie sind Veränderungen denkbar. Rund 65 Prozent der jungen Kaufinteressierten könnten sich einen Wohnort außerhalb der Städte oder in ländlicheren Regionen vorstellen. Weniger Wohnfläche würden 41 Prozent akzeptieren.

Eigenkapital wird zur entscheidenden Hürde

Ein wesentliches Hindernis beim Immobilienkauf ist das notwendige Eigenkapital. Aus den Finanzierungsdaten von Interhyp geht hervor, dass Käufer zwischen 18 und 30 Jahren durchschnittlich rund 95.000 Euro Eigenkapital einbringen. Dieser Wert beschreibt die tatsächlich finanzierten Käufe über den Vermittler und ist kein Durchschnitt sämtlicher junger Menschen in Deutschland.

Die Wohntraumstudie verdeutlicht außerdem, wie langfristig der Vermögensaufbau sein kann. Bereits im Eigentum lebende 23- bis 30-Jährige geben an, durchschnittlich etwa acht Jahre für den Kauf gespart zu haben. Kaufinteressierte Mieter derselben Altersgruppe, die aktuell Geld zurücklegen, sparen bislang im Durchschnitt seit 4,7 Jahren.

Bei denjenigen, die wenig oder überhaupt kein Geld für eine Immobilie zurücklegen, spielen nach eigenen Angaben das verfügbare Einkommen und die hohen Lebenshaltungskosten eine wichtige Rolle.

Hohe Finanzierungskosten belasten Immobilienkäufer

Wie schwierig der Einstieg in den Immobilienmarkt geworden ist, verdeutlicht auch eine am Freitag, 23. Oktober 2026, veröffentlichte Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW).

Nach dem aktuellen IW-Wohnindex lagen die bundesweiten Kaufpreise für Eigentumswohnungen im dritten Quartal 2026 um 0,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Ein- und Zweifamilienhäuser verteuerten sich um 0,4 Prozent. Gegenüber dem Höchststand von 2022 waren Wohnimmobilien allerdings weiterhin gut zehn Prozent günstiger.

Trotzdem erschweren höhere Kreditzinsen die Finanzierung. Für ein Darlehen über 300.000 Euro mit zwei Prozent anfänglicher Tilgung errechnet das IW mittlerweile eine monatliche Belastung von mehr als 1.600 Euro. Anfang 2026 waren es noch ungefähr 1.450 Euro.

Gleichzeitig steigen die Angebotsmieten. Bundesweit lagen sie im dritten Quartal um 4,5 Prozent über dem Vorjahreswert. Damit geraten sowohl Kaufinteressierte als auch Wohnungssuchende auf dem Mietmarkt unter finanziellen Druck.

Deutschland hat die höchste Mieterquote in der EU

Die Schwierigkeiten beim Immobilienerwerb treffen auf einen Wohnungsmarkt, in dem Eigentum ohnehin vergleichsweise selten ist. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lebten im Jahr 2025 rund 52,8 Prozent der Bevölkerung Deutschlands zur Miete. Das war der höchste Anteil innerhalb der Europäischen Union.

In Frankreich lag die entsprechende Quote bei 38,6 Prozent, in Spanien bei 26,4 Prozent. Deutschland unterscheidet sich damit deutlich von vielen europäischen Nachbarstaaten.

Auch langfristig hat sich der Anteil selbst genutzten Wohneigentums in Deutschland verringert. Nach Daten des Deutschlandatlas lebten 2011 noch 45,1 Prozent der deutschen Haushalte in einer eigenen Immobilie. Für 2022 wurden 43,7 Prozent ausgewiesen. Diese Haushaltsquote ist nicht unmittelbar mit dem auf Personen bezogenen europäischen Wert vergleichbar.

Ob sich der Anteil der Eigentümer künftig weiter verringert, ist durch die neue Interhyp-Umfrage nicht entschieden. Die Ergebnisse verdeutlichen jedoch, dass viele junge Erwachsene zwischen dem Wunsch nach einer eigenen Immobilie und ihren wahrgenommenen Finanzierungsmöglichkeiten eine erhebliche Lücke sehen.

Untersuchung mit mehr als 1.500 Befragten

Für die Wohntraumstudie wurden zwischen dem 18. August und dem 1. September 2026 insgesamt 1.523 Menschen befragt. Darunter waren 407 Personen im Alter zwischen 23 und 30 Jahren sowie 173 Personen zwischen 18 und 22 Jahren. Der erhöhte Anteil jüngerer Befragter wurde für Aussagen über die Gesamtbevölkerung statistisch gewichtet.

Interhyp fordert angesichts der finanziellen Einstiegshürden unter anderem Erleichterungen bei der Grunderwerbsteuer für Erstkäufer. Auch staatliche Bürgschaften und vergünstigte Nachrangdarlehen werden als mögliche Maßnahmen genannt. Ob solche Instrumente umgesetzt werden, hängt von politischen Entscheidungen ab.

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