Xi in Ägypten: China baut Wirtschaftskooperation aus

Kuba Embargo Trump Demo Havanna 2026
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

China und Ägypten wollen ihre wirtschaftliche Zusammenarbeit auf deutlich mehr Branchen ausweiten. Bei Gesprächen von Chinas Staatschef Xi Jinping und dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi in Kairo verständigten sich beide Seiten auf eine engere Kooperation unter anderem bei Industrie, erneuerbaren Energien, Rechenzentren, Halbleitern und kritischen Rohstoffen. Zugleich wurden mehrere Vereinbarungen und Absichtserklärungen unterzeichnet.

Anzeige

Xi war am Dienstag zu einem Staatsbesuch in Kairo eingetroffen. Es war sein erster Besuch in Ägypten seit zehn Jahren. Anlass war auch der 70. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen beiden Ländern. Ägypten hatte 1956 als erstes arabisches und afrikanisches Land diplomatische Beziehungen mit der Volksrepublik China aufgenommen.

China und Ägypten setzen auf Industrie und Technologie

In der gemeinsamen Erklärung vereinbarten beide Regierungen, Chinas Seidenstraßeninitiative stärker mit der ägyptischen Entwicklungsstrategie „Vision 2030“ zu verbinden. Ägypten soll seine Rolle als regionaler Standort für Industrie, Logistik, saubere Energie und digitale Wirtschaft ausbauen.

Dabei geht es nicht nur um klassische Infrastrukturprojekte. Genannt werden auch Elektromobilität, Schiffbau, Solar- und Windenergie, Meerwasserentsalzung, Cloud-Dienste, Rechenzentren, Halbleiter, Cybersicherheit, Raumfahrtanwendungen und Lieferketten für kritische Rohstoffe. Chinesische Unternehmen sollen ermutigt werden, Produktion stärker direkt in Ägypten anzusiedeln.

Anzeige

Xi nannte darüber hinaus grüne Energie, Elektrofahrzeuge, die digitale Wirtschaft und moderne Agrartechnik als Felder für neue Kooperationsprojekte. Al-Sisi verwies seinerseits auf Handel, Investitionen, Fertigung, Infrastruktur, Finanzwirtschaft, Technologie und neue Energien als zentrale Bereiche der Partnerschaft.

Neue Projekte in der Suezkanal-Wirtschaftszone

Besondere Bedeutung hat die Suezkanal-Wirtschaftszone. Dort sind chinesische Unternehmen bereits in größerem Umfang aktiv. Nach Angaben der ägyptischen Regierung sind bislang rund vier Milliarden Dollar chinesischer Investitionen in die Wirtschaftszone geflossen.

Am Mittwoch kündigten ägyptische Stellen eine weitere Ausbaustufe einer von chinesischen Unternehmen entwickelten Industriezone an. Zudem unterzeichnete die chinesische ZC Rubber Group eine vorläufige Vereinbarung zur Prüfung eines Reifenwerks mit einem Investitionsvolumen von 500 Millionen Dollar. Dabei handelt es sich zunächst um ein geplantes Projekt und noch nicht um eine abgeschlossene Investition.

Al-Sisi erklärte zudem, beide Länder wollten eine neue Phase der Zusammenarbeit unter anderem bei erneuerbaren Energien, Fahrzeugproduktion, Textilien und Chemiefasern einleiten.

Mehr Handel auch in nationalen Währungen

China und Ägypten wollen außerdem häufiger ihre jeweiligen Landeswährungen für Handel und Investitionen nutzen. Beide Seiten begrüßten eine Verlängerung ihrer Vereinbarung über einen Währungstausch und wollen deren Umfang erweitern. Finanzinstitute sollen Industrieprojekte, Infrastruktur sowie grüne und digitale Investitionen stärker unterstützen.

Der Warenhandel zwischen beiden Ländern ist bereits erheblich. Nach ägyptischen Angaben erreichte er 2025 rund 20,78 Milliarden Dollar, nach 17,37 Milliarden Dollar im Vorjahr. China gehört damit zu den wichtigsten Handelspartnern Ägyptens. Allein im ersten Halbjahr 2026 importierte Ägypten chinesische Waren im Wert von rund zehn Milliarden Dollar.

Ägypten ist für China strategisch wichtig

Für Peking hat Ägypten neben seinem großen Binnenmarkt vor allem wegen seiner geografischen Lage Bedeutung. Der Suezkanal verbindet wichtige Handelsrouten zwischen Asien und Europa. Gleichzeitig ist das Land politisch ein bedeutender Akteur in Nordafrika und der arabischen Welt.

China hat seine wirtschaftliche Präsenz in Ägypten in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Chinesische Unternehmen sind unter anderem an Hafenanlagen, Energieprojekten, Industrieproduktionen und Teilen der neuen ägyptischen Verwaltungshauptstadt beteiligt.

Die jetzigen Vereinbarungen erweitern diese Zusammenarbeit stärker in Richtung Hochtechnologie und lokaler Produktion. Eine übergreifende neue Investitionssumme nannten beide Regierungen jedoch nicht.

Xi verbindet Wirtschaftsgespräche mit Sicherheitsinitiative

Neben den Wirtschaftsfragen standen regionale Konflikte im Mittelpunkt der Gespräche. Xi schlug eine neue Sicherheitsarchitektur für den Nahen Osten vor und sprach sich für stärkere regionale Abstimmung aus. China erklärte sich zudem bereit, mit Staaten der Region beim Schutz internationaler Schifffahrtswege zusammenzuarbeiten.

Die ägyptische und die chinesische Regierung vereinbarten außerdem eine engere Zusammenarbeit bei Sicherheitsfragen, Terrorismusbekämpfung und internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen und BRICS.

Xi beendete seinen Ägypten-Besuch am Mittwochabend. Al-Sisi verabschiedete ihn am Flughafen von Kairo.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu