
Alice Weidel im ZDF-Sommerinterview ist am heutigen Sonntag, 23. August 2026, der politische TV-Tipp am frühen Abend. Das ZDF zeigt das Gespräch der AfD-Bundessprecherin mit dem Journalisten Wulf Schmiese um 19.10 Uhr im Rahmen von Berlin direkt. Vorgesehen sind rund 20 Minuten. Im Streamingangebot des ZDF soll das Interview bereits ab 18 Uhr verfügbar sein. Damit endet zugleich die diesjährige ZDF-Reihe der politischen Sommerinterviews.
Das Interview führt Wulf Schmiese, stellvertretender Leiter des ZDF-Hauptstadtstudios und einer der Moderatoren von Berlin direkt. Das ZDF setzt bei seiner Sommerreihe auf Gespräche außerhalb der üblichen politischen Tagesroutine. Nach Angaben des Senders werden die Interviews an Orten geführt, mit denen die jeweiligen Gäste etwas verbindet.
Wo das Gespräch mit Weidel konkret aufgezeichnet wurde, hatte das ZDF in seinen vor der Ausstrahlung veröffentlichten Programminformationen zunächst nicht genannt. Dort wurden Gesprächspartner, Sendezeit und Länge bestätigt, jedoch kein genauer Aufnahmeort ausgewiesen.
Inhaltlich dürfte vor allem die politische und strategische Lage der AfD eine Rolle spielen. In der Ankündigung zum heutigen politischen Programm stehen die bevorstehenden Landtagswahlen, die hohen Umfragewerte der Partei und ihre weiterhin begrenzten Möglichkeiten zur Zusammenarbeit mit anderen Parteien im Mittelpunkt. Auch parteiinterne Auseinandersetzungen und die Frage, wie die AfD aus ihrer starken Oppositionsposition heraus Regierungsverantwortung erreichen will, gehören zu den Themen, die das ZDF im Vorfeld des Gesprächs aufgegriffen hat.
Für Zuschauer gibt es zwei Zeiten zu beachten. Im klassischen Fernsehprogramm beginnt das Sommerinterview um 19.10 Uhr und endet gegen 19.30 Uhr. Im Streamingportal des ZDF soll die Sendung bereits ab 18 Uhr abrufbar sein. Zusätzlich bietet das ZDF seine Sommerinterviews mit Untertiteln sowie online auch in Deutscher Gebärdensprache an.
Mit Weidel schließt das ZDF eine Serie von sieben Gesprächen ab. Den Auftakt machte am 12. Juli Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gespräch mit Diana Zimmermann. Eine Woche später folgte Bundeskanzler Friedrich Merz. Am 26. Juli interviewte Wulf Schmiese CSU-Chef Markus Söder.
Im August folgten die SPD-Vorsitzende Bärbel Bas, der Linken-Vorsitzende Luigi Pantisano und Grünen-Chef Felix Banaszak. Alice Weidel bildet am 23. August den Abschluss der Reihe.
Parallel veranstaltet auch die ARD ihre traditionellen Sommerinterviews. Dort waren in diesem Sommer bereits SPD-Chef Lars Klingbeil, Linken-Chefin Ines Schwerdtner, Grünen-Chefin Franziska Brantner und CSU-Chef Markus Söder zu Gast. Am heutigen Sonntag ist außerdem AfD-Chef Tino Chrupalla um 18 Uhr im Ersten angekündigt. Bundeskanzler Friedrich Merz soll die ARD-Reihe am 30. August abschließen.
Damit treten die beiden AfD-Bundesvorsitzenden an diesem Sonntag innerhalb kurzer Zeit bei den beiden großen öffentlich-rechtlichen Sendern auf. Chrupalla ist für 18 Uhr im ARD-Sommerinterview vorgesehen, Weidel folgt um 19.10 Uhr im ZDF.
Die politischen Sommerinterviews gehören seit Jahrzehnten zum Programm von ARD und ZDF. Das ZDF führte das Format 1988 innerhalb der damaligen Sendung Bonn direkt ein. Nach dem Umzug von Regierung und Parlament nach Berlin wurde die Reihe unter dem Namen Berlin direkt fortgeführt.
Das Grundprinzip blieb erhalten. Während der parlamentarischen Sommerpause treffen führende Politiker auf Journalisten der Hauptstadtredaktionen. Anders als bei kurzen Statements oder Pressekonferenzen soll für ein längeres Gespräch über politische Ziele, Konflikte und Entscheidungen Zeit bleiben.
Auch die ARD führt seit vielen Jahren eine entsprechende Reihe im Rahmen des Berichts aus Berlin. Bis 2025 fanden die Interviews regelmäßig auf einer Terrasse des Marie-Elisabeth-Lüders-Hauses im Berliner Regierungsviertel statt. Für 2026 änderte die ARD dieses Konzept. Die Gespräche werden nun im Fernsehstudio des Hauptstadtstudios geführt.
Besonders große Aufmerksamkeit hatte im Juli 2025 das ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel erhalten. Während des Gesprächs mit Markus Preiß protestierten Menschen auf der gegenüberliegenden Seite der Spree mit Trillerpfeifen, Hupen, Musik und Anti-AfD-Rufen. Weidel und Preiß konnten sich zeitweise nur schwer verstehen.
Das Zentrum für Politische Schönheit erklärte anschließend, die Aktion organisiert zu haben. Nach Angaben der Berliner Polizei beteiligten sich etwa 25 Menschen an der nicht angemeldeten Aktion. Die Polizei leitete Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Festnahmen gab es nicht.
Die ARD erklärte nach dem Interview, ein ungestörter Ablauf solcher Gespräche liege sowohl im Interesse des Senders als auch des Publikums. Sicherheitskonzepte sollten überprüft und zusätzliche Vorkehrungen geprüft werden. Für die Sommerinterviews 2026 entschied sich der Sender schließlich für das Studio.
Philipp Ruch vom Zentrum für Politische Schönheit verteidigte die Aktion dagegen öffentlich. Er vertrat die Position, die AfD habe keinen Anspruch darauf, ein Sommerinterview als eigenes Format angeboten zu bekommen, und bezeichnete die Konfrontation mit der Partei als notwendig.
Auch diese Haltung löste Widerspruch aus. Tagesspiegel-Autor Felix Hackenbruch bezeichnete die Störaktion in einem Kommentar als kontraproduktiv. Sein Argument war, dass gerade die kritischen Fragen des Journalisten durch den Protestlärm kaum noch zu hören gewesen seien. Dadurch sei die inhaltliche Auseinandersetzung mit Weidels Aussagen erschwert worden.
Aus der AfD kam wiederum Kritik an den Bedingungen des Interviews. Der AfD-Politiker Bernd Baumann warf unter anderem Teilen der Medien und der Polizei vor, die freie Meinungsäußerung behindert zu haben. Die Berliner Polizei widersprach Darstellungen eines parteiischen Vorgehens und erklärte, sie habe bei ihrem Einsatz zwischen Versammlungsfreiheit und öffentlicher Ordnung abgewogen und unparteiisch gehandelt.
Hinter der Auseinandersetzung steht eine größere medienpolitische Frage. Ein Teil der Debatte dreht sich darum, ob Spitzenpolitiker der AfD in denselben etablierten Interviewformaten auftreten sollten wie die Vorsitzenden anderer Bundestagsparteien. Kritiker einer solchen Praxis befürchten, dass die Partei dadurch zusätzliche öffentliche Aufmerksamkeit und eine Plattform für nicht überprüfte Behauptungen erhalte.
Diese Auseinandersetzung zeigte sich beispielsweise nach dem ZDF-Sommerinterview mit Weidel im Jahr 2024. Das ZDF überprüfte anschließend mehrere Aussagen aus dem Gespräch, darunter Behauptungen zur Kriminalitätsentwicklung. Der Umgang mit solchen Aussagen ist damit selbst Teil der Diskussion über politische Interviews geworden: Soll eine strittige Aussage unmittelbar im Gespräch ausführlich geprüft werden, oder kann eine nachgelagerte Einordnung ausreichend sein.
Die gegensätzlichen Positionen berühren zugleich zwei Aufgaben politischer Berichterstattung. Einerseits sollen führende Vertreter parlamentarisch bedeutender Parteien zu ihren politischen Plänen befragt werden. Andererseits stehen Redaktionen vor der Aufgabe, nachprüfbare Tatsachen von politischen Bewertungen und unbelegten Behauptungen zu unterscheiden.
Am Sonntag stehen beide Ansätze erneut im Mittelpunkt des öffentlich-rechtlichen Fernsehprogramms. Die ARD spricht zunächst mit Tino Chrupalla, anschließend interviewt das ZDF Alice Weidel. Das ZDF-Gespräch beginnt um 19.10 Uhr und dauert rund 20 Minuten.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu