Deutsche Konjunkturaussichten trüben sich im Oktober deutlich ein

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Hoffnungen auf eine nachhaltige Erholung der deutschen Wirtschaft erhalten einen Dämpfer. Die ZEW-Konjunkturerwartungen sind im Oktober 2026 stärker gesunken als von Analysten vorausgesagt. Während die Einschätzung der kommenden Monate pessimistischer ausfällt, verbessert sich die Bewertung der aktuellen Wirtschaftslage deutlich. Hohe Energiepreise und schwache private Investitionen belasten nach Einschätzung des Mannheimer Forschungsinstituts weiterhin den wirtschaftlichen Aufschwung.

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ZEW-Index fällt auf 28,1 Punkte

Der vom Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Konjunkturindikator ist im Oktober um 6,6 Punkte auf 28,1 Punkte zurückgegangen. Im September hatte der Wert noch bei 34,7 Punkten gelegen. Damit endet eine fünfmonatige Phase steigender Erwartungen. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten lediglich einen Rückgang auf 30 Punkte prognostiziert. Der tatsächliche Wert liegt somit 1,9 Punkte unter der Markterwartung.

Die Ergebnisse beruhen auf einer Befragung von 178 Finanzanalysten und institutionellen Investoren, die zwischen dem 12. und 19. Oktober durchgeführt wurde. Der ZEW-Indikator erfasst die Erwartungen zur wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden sechs Monaten. Ein positiver Wert bedeutet, dass optimistische Einschätzungen gegenüber pessimistischen überwiegen. Trotz des Rückgangs bleibt der Indikator im positiven Bereich. Die Teilnehmer rechnen damit mehrheitlich weiterhin mit einer Verbesserung der Konjunktur, allerdings weniger deutlich als im September.

Aktuelle Wirtschaftslage wird deutlich besser eingeschätzt

Ein anderes Bild zeigt die Bewertung der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation. Der entsprechende ZEW-Lageindikator verbessert sich um 11,2 Punkte auf minus 35,9 Punkte. Im September hatte er noch bei minus 47,1 Punkten gelegen. Die befragten Finanzexperten bewerten die aktuelle Verfassung der deutschen Wirtschaft damit weniger negativ als im Vormonat. Dass der Indikator weiterhin deutlich unter null liegt, verdeutlicht allerdings die anhaltend schwierige Ausgangslage.

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ZEW-Präsident Achim Wambach sieht die deutsche Wirtschaft auf einem langsamen Weg aus der Stagnation. Nach seiner Einschätzung fehlt der Erholung jedoch weiterhin eine ausreichende Eigendynamik. Besonders die hohen Energiepreise belasten private Haushalte und Unternehmen. Sie verringern die Kaufkraft, verteuern die Produktion und erschweren einen nachhaltigen Rückgang der Inflation. Das Bundeswirtschaftsministerium hatte bereits in seinem Konjunkturbericht vom 14. Oktober auf eine voraussichtlich schwächere wirtschaftliche Dynamik im dritten Quartal hingewiesen. Neben den Energiepreisen nannte das Ministerium gestiegene Finanzierungskosten und anhaltende Unsicherheiten als Belastungsfaktoren.

Banken und Dienstleister skeptischer, Eurozone ebenfalls schwächer

Zwischen den einzelnen Wirtschaftsbereichen zeigen sich im Oktober erhebliche Unterschiede. Besonders deutlich verschlechtern sich die Erwartungen für Banken und Versicherungen. Ihre jeweiligen Branchenindikatoren verlieren 18,4 beziehungsweise 9,0 Punkte, bleiben mit 34,5 und 37,4 Punkten aber positiv. Rückgänge verzeichnet das ZEW auch im Dienstleistungssektor mit 6,8 Punkten und in der Telekommunikationsbranche mit 8,2 Punkten. Schwächer fallen zudem die Aussichten für den privaten Konsum aus. Günstigere Signale kommen dagegen aus der Stahl- und Metallproduktion sowie der Elektroindustrie.

Auch in der Eurozone insgesamt lässt die Zuversicht nach. Der entsprechende ZEW-Erwartungsindikator sinkt im Oktober um 7,3 Punkte auf 18,5 Punkte. Die Einschätzung der aktuellen wirtschaftlichen Lage verändert sich dagegen nur geringfügig und liegt bei minus 14,8 Punkten. Damit zeigen die jüngsten Umfrageergebnisse sowohl für Deutschland als auch für den Euroraum weiterhin positive, aber rückläufige Erwartungen für die kommenden Monate. Der deutliche Rückgang unterstreicht, wie empfindlich die wirtschaftliche Erholung auf anhaltende Kostenbelastungen und Unsicherheiten reagiert.

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