Gerichtstermin in Münster: Streit zwischen Preußen und Ex-Kapitän Lozenz erreicht nächste Stufe

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Foto: Kelly Sikkema

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Vor dem Arbeitsgericht Münster steht am Freitag ein Termin an, der für Preußen Münster und den früheren Mannschaftskapitän Marc Lorenz richtungsweisend sein dürfte. Im Mittelpunkt des Verfahrens steht die fristlose Kündigung, die der Drittligist im August ausgesprochen hatte. Der 37-Jährige wehrt sich juristisch gegen die Entscheidung, sodass nun im Rahmen des arbeitsrechtlichen Streits zwischen Verein und Spieler eine Kammer über die Angelegenheit verhandelt.

Der Termin ist für 10.30 Uhr angesetzt und grundsätzlich öffentlich. Es handelt sich um die Fortsetzung eines bereits im Herbst begonnenen Verfahrens. Damals war es zunächst zu einem Gütetermin gekommen, bei dem eine Einigung versucht wurde. Diese blieb letztlich ohne Bestand, nachdem ein geschlossener Vergleich innerhalb der vorgesehenen Frist widerrufen wurde. Damit ist das Verfahren erneut offen.

Vom Gütetermin zur Kammer: Wie das Verfahren jetzt weiterläuft

Arbeitsrechtliche Streitigkeiten beginnen häufig mit einem frühen Einigungsversuch. Kommt es dort nicht zu einer dauerhaften Verständigung, folgt in der Regel ein sogenannter Kammertermin. Anders als im ersten Termin entscheidet hier nicht nur eine einzelne Richterin oder ein einzelner Richter, sondern eine mit zwei ehrenamtlichen Beisitzern besetzte Kammer. Diese Konstellation ist im Arbeitsrecht üblich und soll sowohl die Perspektive von Arbeitgeber- als auch Arbeitnehmerseite einbeziehen.

Im anstehenden Termin wird der Sachverhalt umfassender erörtert. Je nach Verlauf kann das Gericht Hinweise geben, Beweisanträge prüfen oder erneut auf eine einvernehmliche Lösung hinwirken. Ob bereits am Freitag eine abschließende Entscheidung fällt oder weitere Schritte notwendig werden, hängt vom Verlauf der Sitzung ab. Auch eine erneute Vergleichslösung bleibt grundsätzlich möglich.

Die Verhandlung ist öffentlich angesetzt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann das Gericht einzelne Teile jedoch nicht öffentlich behandeln, etwa wenn schutzwürdige Inhalte berührt werden. Ob das im konkreten Fall eine Rolle spielt, zeigt sich üblicherweise erst während des Termins.

Hintergrund der Kündigung und parallele Ermittlungen

Ausgangspunkt des Streits ist die fristlose Kündigung, die die ausgegliederte KGaA des SC Preußen Münster am 19. August bekanntgegeben hatte. Als Grund wurden konkrete Hinweise auf Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit Spendengeldern genannt. Der Verein sprach in seiner Mitteilung von eingeleiteten rechtlichen Schritten.

Marc Lorenz reagierte darauf mit einer Kündigungsschutzklage. Ziel eines solchen Verfahrens ist die gerichtliche Prüfung, ob eine ausgesprochene Kündigung wirksam ist oder nicht. Bis zu einer rechtskräftigen Klärung bleibt der arbeitsrechtliche Status des Spielers offen.

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Unabhängig vom Verfahren vor dem Arbeitsgericht Münster laufen staatsanwaltschaftliche Ermittlungen gegen den 37-Jährigen. Diese sind vom arbeitsrechtlichen Verfahren getrennt zu betrachten. Ein Abschluss der Ermittlungen ist nach derzeitigem Stand nicht kurzfristig zu erwarten. Für Lorenz gilt weiterhin die Unschuldsvermutung.

Sportliche Situation bleibt ungeklärt

Während die juristische Auseinandersetzung andauert, hält sich der frühere Kapitän sportlich beim Oberligisten 1. FC Gievenbeck fit. Dort ist er in Trainingsabläufe eingebunden, unter anderem bei Standardsituationen. Ein Pflichtspieleinsatz ist derzeit jedoch nicht vorgesehen, da die Kündigung Preußen Münster weiterhin Gegenstand des laufenden Verfahrens ist.

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