Florian Exner aus Münster wird im Nordderby zur Schlüsselfigur

Yassine Bouchama vom SC Preußen Münster ist nach Roter Karte für drei Spiele gesperrt. Entscheidung des DFB-Sportgerichts.
Symbolbild mit KI erstellt

Teilen:

Bremen/Münster. Florian Exner aus Münster ist nach dem Nordderby zwischen Werder Bremen und dem Hamburger SV eine der meistdiskutierten Figuren des Bundesliga-Samstags. Beim 3:1 der Bremer stand der 35 Jahre alte Schiedsrichter gleich in mehreren Schlüsselszenen im Mittelpunkt. Am Ende zeigte Exner insgesamt viermal die Rote Karte, offiziell Bestand hatten davon aber drei Platzverweise. Die Partie war damit nicht nur sportlich brisant, sondern entwickelte sich in der Schlussphase auch zu einem Test für Exners Spielkontrolle. Exner wird bei kicker mit Wohnort Münster geführt und gehört inzwischen fest zum Kreis der Bundesliga-Schiedsrichter.

Erst ruhig, dann immer hektischer

Lange war das Derby vor allem intensiv, körperbetont und emotional, ohne völlig aus dem Rahmen zu fallen. Werder ging durch Jens Stage in Führung, der HSV glich durch Robert Glatzel noch vor der Pause aus. Nach dem Seitenwechsel brachte erneut Stage Bremen wieder nach vorn. Erst danach kippte die Partie zunehmend. Im Liveticker von t-online wird beschrieben, dass das Spiel in dieser Phase immer zerfahrener wurde, mit vielen Fouls, Unterbrechungen und wachsender Hektik. Genau in dieser Spielphase rückte Exner immer stärker in den Mittelpunkt.

Die erste Rote gegen Otele war die zentrale Entscheidung

Die wichtigste und folgenreichste Entscheidung fiel in der 79. Minute. Philip Otele sah nach einer VAR-Überprüfung die Rote Karte wegen groben Foulspiels. Nach den verfügbaren Live-Schilderungen traf der HSV-Profi seinen Gegenspieler deutlich zu spät und stieg ihm mit offener Sohle auf das Schienbein. T-online wertete den Platzverweis ausdrücklich als vertretbar, auch der weitere Spielbericht nennt Otele als den Spieler, der den HSV in Unterzahl brachte. Das ist für die Einordnung von Exners Leistung zentral, weil die größte personelle Entscheidung des Spiels nach den bislang greifbaren Berichten nicht als klare Fehlentscheidung erscheint.

Gegen Jatta zog Exner erneut Rot und nahm sie wieder zurück

Noch spannender für die Bewertung des Schiedsrichters war die Szene um Bakery Jatta. In der 85. Minute zeigte Exner dem HSV-Profi zunächst ebenfalls Rot. Mehrere Liveticker hielten diesen Moment sofort fest, bevor der Videoassistent eingriff. Nach Ansicht der Bilder nahm Exner den Platzverweis jedoch wieder zurück. Werder schrieb anschließend im offiziellen Spielbericht, Jatta habe Glück gehabt, dass die zweite Rote Karte nach Videostudium in eine Gelbe umgewandelt worden sei. Auch TAG24 und t-online berichten übereinstimmend, dass Exner hier zunächst hart entschied, nach der Überprüfung aber bei Gelb blieb. Genau diese Szene spricht eher für eine korrigierbare, aber nicht starre Spielleitung. Exner blieb bei seiner ersten Wahrnehmung also nicht um jeden Preis, sondern passte die Entscheidung an.

In der Nachspielzeit eskalierte das Derby auch an den Bänken

Nach dem 3:1 für Bremen wurde es endgültig hitzig. Laut t-online gerieten beide Auswechselbänke aneinander. Exner zeigte daraufhin HSV-Trainer Loïc Favé und Bremens Jan Hoepner die Rote Karte. Damit war endgültig klar, dass sich das Derby nicht mehr nur über das Spiel auf dem Rasen definierte, sondern auch über die Eskalation an der Seitenlinie. Aus vier gezückten Roten Karten blieben damit drei offizielle Feldverweise beziehungsweise Innenraumverweise bestehen: gegen Otele, Favé und Hoepner. Die gegen Jatta ausgesprochene Rote Karte wurde nach VAR-Eingriff wieder kassiert.

Exners Leistung bleibt deshalb zwiespältig

Eine vorschnelle Abrechnung mit Exner wäre zu einfach. Die größte rote Karte des Spiels gegen Otele wirkt in den Spielberichten tragfähig. Auch die Rücknahme des Platzverweises gegen Jatta spricht dafür, dass die Kommunikation mit dem VAR funktionierte und Exner sich korrigieren ließ. Gleichzeitig bleibt aber der Eindruck einer Spielleitung, die das Derby nicht mehr früh genug beruhigen konnte. Je länger die Partie dauerte, desto mehr wurde sie von Fouls, Diskussionen, Videoprüfungen und Tumulten bestimmt. Exner wirkte deshalb nicht wie ein Schiedsrichter, der diesem Nordduell seinen Stempel durch Ruhe und klare Autorität aufdrückte. Eher war er am Ende damit beschäftigt, die Eskalation zu verwalten.

Das Urteil nach diesem Nachmittag fällt gemischt aus

Unter dem Strich bleibt ein Auftritt, der weder als Totalausfall noch als souveräne Derby-Spielleitung einzuordnen ist. Exner traf mit der Roten Karte gegen Otele offenbar eine haltbare Entscheidung. Er korrigierte sich bei Jatta nach Videobildern. Zugleich wurde die Schlussphase des Spiels von einer Rot-Serie, VAR-Eingriffen und Banktumulten geprägt. Genau deshalb wird Florian Exner aus Münster nach diesem 3:1 nicht nur als Schiedsrichter eines Nordderbys in Erinnerung bleiben, sondern als einer der Männer, die dieses Spiel mitgeprägt haben.

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu