
Der deutsche Aktienindex DAX ist am Pfingstmontag über die Marke von 25.000 Punkten gestiegen. Zum Handelsstart überschritt der DAX 25.000 Punkte mit einem Stand von 25.181,27 Punkten und lag damit 1,18 Prozent höher als zum vorherigen Schluss. Auch danach hielt sich der DAX zunächst oberhalb der runden Marke. Im Tageshoch erreichte er 25.210,33 Punkte. Damit bewegte sich der Index auf dem höchsten Stand seit dem Tag vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar.
Dass am Pfingstmontag überhaupt regulär gehandelt wird, ist kein Sonderfall. Nach Angaben der Deutschen Börse findet 2026 auf Xetra und an der Börse Frankfurt an mehreren deutschen Feiertagen regulärer Börsenhandel statt, darunter am 25. Mai 2026, dem Pfingstmontag. Der Handel mit Aktien und börsengehandelten Produkten endet an solchen Feiertagen nach dem FWB-Kalender um 20 Uhr.
Ein wichtiger Impuls kam vom Ölmarkt. Die Preise für Rohöl gaben am Montag deutlich nach. Im asiatischen Handel fiel der Brent-Preis um 5,4 Prozent auf 97,91 Dollar je Barrel, die US-Sorte WTI um 5,7 Prozent auf 91,10 Dollar. Hintergrund waren Hoffnungen auf Fortschritte bei einer möglichen Vereinbarung zur Wiederöffnung der Straße von Hormus.
Für den Aktienmarkt ist diese Entwicklung relevant, weil hohe Energiepreise Unternehmen und Verbraucher belasten können. Ein deutlicher Rückgang der Ölpreise kann deshalb kurzfristig die Risikobereitschaft erhöhen. Das zeigte sich nicht nur am deutschen Markt. Auch ein schwächerer US-Dollar und steigende risikosensible Währungen wie der australische Dollar wurden verzeichnet. Zugleich blieb die Liquidität an vielen Märkten wegen der Feiertage ausgedünnt.
Die Marktbewegung stand im Zusammenhang mit Signalen aus den USA zum Iran-Konflikt. US-Präsident Donald Trump erklärte am Wochenende auf Truth Social, ein Memorandum für eine mögliche Vereinbarung mit Iran sei weitgehend ausgehandelt. Am Sonntag betonte er jedoch zugleich, die US-Blockade iranischer Schiffe in der Straße von Hormus bleibe in Kraft, bis eine Vereinbarung erreicht, bestätigt und unterzeichnet sei. Eine unmittelbare Reaktion der iranischen Regierung lag zunächst nicht vor.
Damit blieb offen, ob aus den Signalen tatsächlich kurzfristig eine belastbare politische Vereinbarung wird. Für die Börsen reichte zunächst die Aussicht auf Entspannung, um die Ölpreise zu drücken und Aktien zu stützen. Eine endgültige Lösung des Konflikts war damit aber nicht bestätigt.
Der Sprung über 25.000 Punkte markiert für den DAX eine wichtige psychologische Marke. Es handelt sich jedoch nicht um ein neues Rekordhoch. Vorbörslich war bereits ein deutlicher Anstieg erwartet worden. Broker-Schätzungen taxierten den DAX rund zweieinhalb Stunden vor dem Xetra-Start bei 25.175 Punkten. Zugleich wurde darauf verwiesen, dass der Index damit den Korrekturtrend seit dem Rekord von 25.507 Punkten im Januar durchbrechen könnte.
Der aktuelle Anstieg ist deshalb vor allem als kräftige Gegenbewegung nach den Belastungen durch den Iran-Konflikt und hohe Energiepreise zu werten. Ob daraus eine stabile Aufwärtsbewegung wird, hängt stark davon ab, ob die Ölpreise niedrig bleiben und ob die politischen Signale in konkrete Vereinbarungen münden.
Auch international wurden die Märkte am Montag von der Hoffnung auf eine Entspannung rund um die Straße von Hormus geprägt. Diese Meerenge ist für den weltweiten Öltransport von großer Bedeutung. Jede Aussicht auf eine Wiederöffnung oder eine geringere Störung des Schiffsverkehrs wirkt deshalb direkt auf die Energiepreise und indirekt auf Aktien, Währungen und Anleihen.
Für den DAX kommt hinzu, dass viele im Index vertretene Unternehmen international stark verflochten sind. Niedrigere Energiekosten, weniger geopolitische Risikoprämien und eine freundlichere Weltmarktstimmung können sich daher schnell im deutschen Leitindex niederschlagen. Gleichzeitig bleibt der Markt anfällig für neue Rückschläge, solange die politische Lage im Nahen Osten nicht verlässlich geklärt ist.
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