22 Badetote in NRW: Diese Risiken lauern in Münsters Gewässern

22-Jähriger stirbt bei Badeunfall im Sodenmattsee
Foto: Pixabay, Jonas-Augustin

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NRW/Münster. Die Badegefahren in Münster geraten nach einer ungewöhnlich hohen Zahl tödlicher Wasserunfälle in Nordrhein-Westfalen erneut in den Blick. Allein im Juni starben landesweit 22 Menschen im Wasser. Das sind zehn mehr als im Vorjahresmonat und fast halb so viele wie im gesamten Jahr 2025. Eine eigene aktuelle Bilanz für das Münsteraner Stadtgebiet weist die Statistik nicht aus. Die örtliche Gefahrenlage lässt sich dennoch klar benennen.

22 Todesfälle allein im Juni

Nordrhein-Westfalen verzeichnete im Juni mehr Badetote als jedes andere Bundesland. Im Juni 2025 waren zwölf Menschen ums Leben gekommen. Für das gesamte Jahr 2025 hatte die DLRG in NRW 48 Todesfälle registriert, nach 57 im Jahr zuvor.

Bundesweit starben im vergangenen Monat mindestens 99 Menschen im Wasser. Eine höhere Juni-Zahl hatte die DLRG zuletzt im Hitzesommer 2003 erfasst. Mehr als 90 Prozent der Opfer waren männlich, 40 waren höchstens 30 Jahre alt. Die meisten tödlichen Unfälle ereigneten sich in Seen und Flüssen.

Für Münster ergibt sich daraus keine eigene aktuelle Opferzahl. Eine fortlaufende öffentlich ausgewiesene Statistik für das Stadtgebiet liegt nicht vor. Der zentrale Gefahrenpunkt ist jedoch bekannt: der Dortmund-Ems-Kanal.

Kanal ist Verkehrsweg und keine geschützte Badestelle

Der Dortmund-Ems-Kanal wird im Sommer an mehreren Stellen zum Schwimmen genutzt. Er ist jedoch in erster Linie eine Bundeswasserstraße. Schiffsverkehr kann Wellen und Sog erzeugen. Hinzu kommen Strömungen sowie Uferbereiche, an denen der Ausstieg aus dem Wasser schwierig sein kann.

Das Schwimmen ist nicht auf der gesamten Strecke pauschal untersagt. Verboten ist es unter anderem im Bereich von 100 Metern vor und hinter Brücken, Wehren, Hafeneinfahrten, Anlege- und Liegestellen sowie an Schleusen und besonders gekennzeichneten Stellen. Die Wasserstraßenverwaltung warnt ausdrücklich davor, erlaubte Kanalabschnitte mit sicheren Badestellen gleichzusetzen.

Anders als in einem Freibad gibt es am Kanal keine abgegrenzten Schwimmbereiche und üblicherweise keine dauerhafte Badeaufsicht. Auch erfahrene Schwimmer können durch Schiffe, Wellen oder eine plötzlich auftretende Notsituation in Gefahr geraten.

Tödlicher Unfall und Rettung zweier Kinder

Wie schnell eine Situation im Kanal lebensgefährlich werden kann, zeigen frühere Fälle aus Münster. Am 25. Juni 2023 starb ein 32-jähriger Mann, nachdem er den Dortmund-Ems-Kanal zwischen Lechtenbergweg und Kesslerweg durchschwimmen wollte. Er ging in der Mitte des Gewässers unter. Rettungskräfte konnten ihn nicht mehr wiederbeleben.

Im April 2024 fielen zwei fünfjährige Mädchen im Bereich der Oderstraße in den Kanal. Eines der Kinder war zunächst ins Wasser geraten. Das zweite Mädchen sprang hinterher, um zu helfen. Eine 24-jährige Münsteranerin brachte beide Kinder zurück ans Ufer. Sie blieben unverletzt.

Die beiden Fälle sind keine vollständige Unfallstatistik. Sie verdeutlichen aber, dass die Risiken nicht erst beim bewussten Schwimmen beginnen. Auch steile Ufer und frei zugängliche Wege unmittelbar am Wasser können gefährlich werden.

Baden in Aasee und Hiltruper See verboten

Zwei andere bekannte Gewässer im Stadtgebiet sind keine Alternative zum Kanal. Im Aasee sind Baden, Schwimmen und Tauchen nach der städtischen Ordnung ausdrücklich verboten.

Das gleiche Verbot gilt für den Hiltruper See. Er liegt in der Schutzzone III A des Wasserschutzgebietes Hohe Ward. Wegen des Grundwasserschutzes sind dort neben dem Baden und Tauchen auch das Schwimmenlassen von Tieren und das Betreten einer Eisfläche untersagt.

Damit bleiben im Stadtgebiet vor allem die beaufsichtigten Frei- und Hallenbäder. Die aktuelle NRW-Bilanz zeigt, wie schnell hohe Temperaturen und stark genutzte unbewachte Gewässer zu einer gefährlichen Kombination werden können.

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