
Münster. Der Taschenwagen auf dem Wochenmarkt Münster war lange ein praktisches Angebot für Besucher des Domplatzes. Einkäufe konnten dort gekühlt abgegeben und später wieder abgeholt werden. Damit ließ sich der Marktbesuch leichter mit einem Stadtbummel verbinden. Inzwischen ist der Service eingestellt. Der Anhänger soll nun verkauft werden.
Der Taschenwagen wurde über Jahre genutzt, um frische Waren vom Wochenmarkt am Domplatz zwischenzulagern. Früher sollen dort im Schnitt rund 300 Taschen abgegeben worden sein, an besonders starken Tagen sogar bis zu 400. Wegen der hohen Nachfrage wurde 2019 ein größeres Fahrzeug angeschafft.
Zuletzt wurde das Angebot jedoch deutlich seltener genutzt. Wie berichtet wird, wurden mittwochs nur noch rund 20 Taschen abgegeben, samstags etwa 35. Der Rückgang soll bereits während der Pandemie eingesetzt haben. Damit verlor der Service, der lange als Ergänzung zum Einkauf auf dem Wochenmarkt galt, zunehmend seine wirtschaftliche Grundlage.
Ein wesentlicher Grund für das Ende waren die laufenden Kosten. Nach vorliegenden Informationen lagen sie zuletzt bei rund 1000 Euro im Monat. Bezahlt wurden vor allem Personal sowie das Aufstellen und Abholen des Anhängers. Bei der deutlich gesunkenen Nutzung entschied die Interessengemeinschaft der Marktbeschicker, den Betrieb 2024 einzustellen.
Auch ein zusätzlicher Lieferservice konnte den Taschenwagen nicht dauerhaft retten. 2022 wurde das Angebot erweitert, sodass Einkäufe per Fahrradkurier nach Hause gebracht werden konnten. Nach einer Erprobungsphase wurde auch dieser Service wieder beendet.
Als weiterer Faktor gelten veränderte Einkaufsgewohnheiten. Viele Händler geben inzwischen wiederverwendbare Kühltaschen aus, teilweise auch mit Kühlakkus. Dadurch können Kunden frische Waren selbst länger transportieren und müssen sie nicht mehr zentral einlagern lassen.
Der Wochenmarkt am Domplatz bleibt einer der wichtigsten Einkaufsorte in Münster. Der Taschenwagen verschwindet dennoch endgültig aus dem Marktalltag. Der Anhänger soll verkauft werden, der Erlös soll der Interessengemeinschaft der Marktbeschicker zufließen.
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