Warum Magen-Darm-Infektionen in Westfalen-Lippe wieder zunehmen

Das Landgericht Münster hat einen Arzt aus dem Münsterland nach dem Tod einer 78-jährigen Patientin freigesprochen.
Foto: Darko Stojanovic

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Die Zahl bakterieller Magen-Darm-Infektionen ist in Westfalen-Lippe erneut gestiegen. Nach Angaben der AOK NordWest wurden im vergangenen Jahr 6.979 Fälle von Salmonellose und Campylobacter-Enteritiden gemeldet. Grundlage sind aktuelle Zahlen des Robert Koch-Instituts. Im Vorjahr waren es noch 6.670 Fälle. Das entspricht einem Anstieg um 4,6 Prozent.

Auch landesweit zeigt sich dieser Trend. In Nordrhein-Westfalen wurden 13.845 entsprechende Infektionen registriert. Das sind sechs Prozent mehr als im Jahr zuvor. Besonders mit Blick auf die Sommermonate und die Grillsaison warnt die AOK vor vermeidbaren Hygienefehlern beim Umgang mit Lebensmitteln.

Campylobacter hat Salmonellen überholt

Salmonellen und Campylobacter gehören zu den häufigsten bakteriellen Auslösern von Durchfallerkrankungen. Beide Infektionen sind meldepflichtig. Nach Angaben der AOK NordWest hat Campylobacter die Salmonellen-Gastroenteritis inzwischen deutlich überholt.

Typische Beschwerden sind Durchfall, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Bauchkrämpfe. Bei Campylobacter beginnen die Symptome häufig mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen. Danach folgen oft krampfartige Bauchschmerzen und Durchfälle, die wässrig oder auch blutig sein können.

Warum gerade die Grillsaison riskant ist

Das Infektionsrisiko steigt, wenn Fleisch, Geflügel oder andere Lebensmittel nicht hygienisch verarbeitet oder nicht ausreichend erhitzt werden. Salmonellen können unter anderem in rohen Eiern, Geflügel, Fleisch, Milchprodukten und Milcheis vorkommen. Campylobacter wird besonders häufig mit Geflügel in Verbindung gebracht.

Problematisch ist vor allem der Kontakt zwischen rohen und verzehrfertigen Lebensmitteln. Schneidebretter, Messer, Teller oder Grillzangen können Keime übertragen, wenn sie nicht getrennt verwendet oder gründlich gereinigt werden.

Einfache Regeln können Infektionen verhindern

Besonders ältere Menschen, kleine Kinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem können durch starken Flüssigkeitsverlust gefährdet werden. AOK-Vorstandschef Tom Ackermann verweist deshalb auf einfache Vorbeugung durch konsequente Hygieneregeln.

Dazu gehört: Hände gründlich waschen, rohes Fleisch getrennt von Salaten und Brot lagern, Kühlketten einhalten und Geflügel vollständig durchgaren. Gerade bei warmem Wetter sollten empfindliche Lebensmittel nicht lange ungekühlt stehen.

Thema bleibt bundesweit relevant

Lebensmittelbedingte Infektionen betreffen nicht nur Westfalen-Lippe. Der Trendbericht Zoonosen 2024 nennt Campylobacteriose und Salmonellose als wichtige lebensmittelbedingte Erkrankungen in Deutschland. Für 2024 wurden bundesweit 46.112 Campylobacteriose-Fälle registriert.

Zudem meldeten das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit und das Robert Koch-Institut 271 lebensmittelbedingte Krankheitsausbrüche mit insgesamt 2.400 Erkrankungen. Die Zahlen zeigen, dass Hygiene beim Kochen, Grillen und Lagern von Lebensmitteln weiterhin entscheidend bleibt.

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