Frasers-Offerte treibt Hugo Boss im MDAX deutlich nach oben

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die HUGO BOSS Aktie zählt am Donnerstag zu den auffälligsten Werten im MDAX. Auslöser ist ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot der britischen Frasers Group. Der Konzern bietet 38 Euro je Aktie für alle Anteile, die er bislang nicht direkt hält. Um 14:29 Uhr notierte die Aktie laut finanzen.net bei 39,77 Euro und damit 9,08 Prozent im Plus. Auffällig ist, dass der Börsenkurs zeitweise über dem Angebotspreis lag. Das zeigt zunächst nur die starke Marktreaktion auf die Offerte, nicht aber den Ausgang des Übernahmeverfahrens.

Frasers bietet 38 Euro je HUGO BOSS Aktie

Die Frasers Group will ihre Beteiligung an HUGO BOSS deutlich ausbauen und strebt mit dem Angebot faktisch die vollständige Kontrolle über den Modekonzern aus Metzingen an. Nach Angaben von Frasers richtet sich die Offerte an die Aktionäre von HUGO BOSS für jene Aktien, die Frasers noch nicht direkt hält. Das entspricht rund 73,94 Prozent des Grundkapitals. Der Angebotspreis liegt bei 38 Euro je Aktie in bar. Daraus ergibt sich für die noch nicht gehaltenen Anteile ein Volumen von rund 1,978 Milliarden Euro. Bezogen auf alle 70,4 Millionen Aktien von HUGO BOSS entspricht der Angebotspreis rechnerisch einer Bewertung von rund 2,68 Milliarden Euro.

HUGO BOSS Aktie steigt über den Angebotspreis

An der Börse reagierten Anleger deutlich positiv. Die HUGO BOSS Aktie stieg bis zum frühen Nachmittag kräftig und lag mit 39,77 Euro klar über dem gebotenen Preis von 38 Euro. Auf Basis dieses Kurses ergibt sich für den Modekonzern rechnerisch eine Marktbewertung von rund 2,8 Milliarden Euro, sofern alle ausgegebenen Aktien zugrunde gelegt werden. Dass der Kurs oberhalb des Angebots liegt, kann verschiedene Gründe haben. Belastbar ist zunächst nur, dass der Markt die Offerte als kursrelevantes Ereignis bewertet. Ob Anleger auf Nachbesserungen, taktische Positionierungen oder andere Entwicklungen setzen, lässt sich aus der Kursbewegung allein nicht gesichert ableiten.

Sports-Direct-Eigentümer Frasers baut Einfluss aus

Frasers ist der britische Handelskonzern hinter Marken und Beteiligungen wie Sports Direct. Das Unternehmen wird stark mit Mike Ashley verbunden, der den Konzern aufgebaut hat. Operativ führt inzwischen Michael Murray die Frasers Group. Die Beteiligung an HUGO BOSS wurde in den vergangenen Jahren schrittweise ausgebaut. In der aktuellen Mitteilung nennt Frasers 18.347.461 HUGO BOSS Aktien. Das entspricht 26,06 Prozent des Grundkapitals und 26,58 Prozent der Stimmrechte ohne eigene Aktien. HUGO BOSS hatte die Aktionärsstruktur zuletzt mit rund 59 Prozent Streubesitz, rund 25 Prozent Frasers, rund 14 Prozent für PFC und Zignago Holding aus dem Umfeld der Marzotto-Familie sowie rund 2 Prozent eigenen Aktien ausgewiesen.

Vorstand und Aufsichtsrat prüfen Angebot

HUGO BOSS teilte mit, das Angebot sei nicht mit dem Unternehmen abgestimmt worden. Vorstand und Aufsichtsrat wollen die Angebotsunterlage nach Veröffentlichung sorgfältig prüfen und anschließend eine begründete Stellungnahme abgeben. Dabei sollen die Interessen des Unternehmens, der Aktionäre, der Beschäftigten und der Kunden berücksichtigt werden. Frasers wiederum erklärt, HUGO BOSS sei ein wichtiger Markenpartner und gehöre zu den bedeutenden Marken innerhalb der Gruppe. Das Angebot steht noch unter formalen Vorbehalten. Dazu gehören die Billigung der Angebotsunterlage durch die BaFin sowie fusionskontrollrechtliche Freigaben. Eine Mindestannahmeschwelle sieht Frasers nach eigenen Angaben nicht vor. Konkrete kartellrechtliche Bedenken wurden bislang nicht öffentlich benannt.

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