
Die Wizz Air Aktie hat am Donnerstag deutlich zugelegt. Im frühen Handel stieg das Papier zeitweise um 4,3 Prozent und gehörte damit zu den auffälligsten Werten im FTSE Midcap. Später wurde für die Aktie ein Plus von rund 6 Prozent gemeldet. Auslöser waren die Jahreszahlen des Billigfliegers. Vor allem der operative Gewinn fiel besser aus als von Analysten erwartet. Gleichzeitig blieb der Ausblick vorsichtig, weil die Lage im Nahen Osten die Planung erschwert.
Wizz Air meldete für das Geschäftsjahr bis Ende März 2026 einen operativen Gewinn von 139,7 Millionen Euro. Damit lag das Ergebnis deutlich über dem von LSEG erfassten Analystenkonsens von 88,51 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr ging der operative Gewinn allerdings um 16,6 Prozent zurück. Der Umsatz stieg um 8,0 Prozent auf 5,69 Milliarden Euro. Die Passagierzahl erreichte mit 69,7 Millionen einen neuen Höchstwert.
Trotz des besser als erwarteten operativen Gewinns gab Wizz Air keine Prognose für das Geschäftsjahr 2027 ab. Der Konzern verwies auf mangelnde Sichtbarkeit in den kommenden Buchungsphasen, den Konflikt mit Iran und die Sperrung der Straße von Hormus. Diese Faktoren erschweren die Einschätzung von Nachfrage, Routenplanung und Kosten. Für Anleger war die Zahlenvorlage deshalb zweigeteilt. Die Vergangenheit fiel besser aus als erwartet, der Blick nach vorn blieb aber bewusst vorsichtig.
Die Unsicherheit wirkt sich besonders auf Verbindungen im Nahen Osten und angrenzende Märkte aus. Wizz Air hatte in der Vergangenheit bereits Strecken in der Region ausgesetzt oder reduziert. Das Unternehmen erwartet für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Rückgang beim Umsatz je angebotenem Sitzkilometer im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich. Im zweiten Quartal soll sich diese Kennzahl nach Unternehmensangaben ungefähr stabilisieren. Damit bleibt die Ertragslage kurzfristig anfällig.
Die Kursreaktion zeigt, dass Anleger vor allem den besser als erwarteten Gewinn honorierten. Zugleich bleibt die Wizz Air Aktie ein Titel mit erhöhtem Risiko, weil externe Faktoren wie Treibstoffpreise, gesperrte Flugrouten und geopolitische Unsicherheit schwer kalkulierbar sind. Operativ wächst die Airline weiter, doch die Marge steht unter Druck. Entscheidend wird nun, ob Wizz Air die hohe Passagiernachfrage in stabile Gewinne übersetzen kann.
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