
Münster. Bis zu 35 Grad, schwüle Luft und später mögliche Gewitter: Solche Tage zeigen, warum Hitzeschutz in Münster inzwischen ganz konkret organisiert werden muss. Die Stadt hat dafür einen eigenen Hitzeaktionsplan erarbeitet, der oft auch als Hitzeschutzaktionsplan gesucht wird. Er soll Menschen im Alltag helfen, etwa mit kühlen Orten, Trinkwasserstellen, Warnungen, Unterstützung für gefährdete Gruppen und klaren Hinweisen, was bei großer Hitze sinnvoll ist.
Ein besonders praktisches Angebot gibt es bereits: den „Coolen Stadtplan für heiße Tage“. Darin sind Orte verzeichnet, an denen Menschen der Hitze ausweichen können. Dazu gehören Grünanlagen, Parks, schattige Spielplätze, kühle Sitzgelegenheiten, Refill-Stationen und öffentliche Gebäude wie Museen, Gemeindezentren oder Verwaltungsgebäude. Der Plan verfolgt ausdrücklich das Ziel, Orte sichtbar zu machen, die ohne Konsum oder Eintritt genutzt werden können. Auch Informationen zu Öffnungszeiten, Barrierefreiheit und Ausstattung sollen berücksichtigt werden.
Wer unterwegs ist, kann den Stadtplan direkt online nutzen: Cooler Stadtplan für heiße Tage. Besonders sinnvoll ist das für Wege durch die Innenstadt, Aufenthalte mit Kindern, Besorgungen an heißen Nachmittagen oder für Menschen, die regelmäßig Pausen im Schatten oder in kühleren Räumen brauchen.
Auch Trinkwasser ist ein zentraler Bestandteil des Hitzeschutzes. Der Hitzeaktionsplan sieht Trinkwasserbrunnen und Refill-Stationen im Stadtgebiet vor. Ziel ist ein kostenloser, niedrigschwelliger und möglichst barrierefreier Zugang zu Trinkwasser. Diese Orte werden im Coolen Stadtplan ebenfalls sichtbar gemacht.
Konkret heißt das: Wer länger draußen unterwegs ist, sollte eine Trinkflasche mitnehmen und vorab prüfen, wo sie aufgefüllt werden kann. Eine Übersicht der Refill-Stationen in Münster gibt es hier: Refill-Stationen Münster. Das ist besonders hilfreich vor Einkäufen, Arztterminen, Spaziergängen, Spielplatzbesuchen oder längeren Wegen mit älteren Angehörigen.
An heißen Tagen hilft es, den Tagesablauf anzupassen. Körperliche Anstrengung sollte möglichst auf den frühen Morgen oder den Abend gelegt werden. In der heißesten Tageszeit sind Schatten, kühle Innenräume und ausreichend Wasser wichtiger als lange Wege in der Sonne. Wohnungen bleiben kühler, wenn Fenster tagsüber geschlossen und verschattet werden. Gelüftet wird am besten früh morgens, spät abends oder nachts, wenn die Außenluft kühler ist.
Wer draußen unterwegs ist, sollte leichte Kleidung tragen, eine Kopfbedeckung nutzen, Pausen einplanen und direkte Sonne möglichst meiden. Bei Wegen durch die Stadt lohnt sich ein Blick in den Coolen Stadtplan, um schattige oder kühlere Zwischenstopps einzuplanen. Bei Kreislaufproblemen, starker Erschöpfung, Muskelkrämpfen oder ungewohnter Unruhe sollte die Belastung ernst genommen werden.
Der Hitzeaktionsplan richtet den Blick besonders auf ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Menschen in besonderen Lebenslagen. Dazu gehören unter anderem chronisch kranke Menschen, Menschen mit Behinderung, wohnungslose Menschen, sozial isolierte Personen und Menschen, die kaum auf kühle Räume ausweichen können. Ältere Menschen können Hitze oft schlechter ausgleichen, Kinder sind stärker durch Wärme und UV-Strahlung belastet, und chronische Erkrankungen können das Risiko zusätzlich erhöhen.
Deshalb ist Nachbarschaftshilfe bei Hitze besonders wichtig. Angehörige, Nachbarn oder Bekannte sollten bei älteren, kranken, pflegebedürftigen oder alleinlebenden Menschen nachfragen, ob genug getrunken wird, ob die Wohnung verschattet ist und ob Hilfe beim Einkauf oder bei Terminen nötig ist. Der Hitzeaktionsplan nennt dafür auch Hitzepatenschaften, bei denen Ehrenamtliche Menschen mit erhöhtem Unterstützungsbedarf begleiten können.
Bei akuten Hitzelagen setzt Münster auf eine Informationskaskade. Warnungen des Deutschen Wetterdienstes sollen möglichst schnell die Bevölkerung und besonders gefährdete Gruppen erreichen. Dabei spielen nicht nur digitale Kanäle eine Rolle, sondern auch Apotheken, Arztpraxen, Stadtteilbüros, Kitas, Schulen, Sportvereine, Pflegedienste, Beratungsstellen, soziale Einrichtungen und lokale Medien. Auch die Warn-App NINA wird im Plan ausdrücklich genannt.
Für den Alltag bedeutet das: Wetterwarnungen sollten ernst genommen werden, besonders wenn Kinder, ältere Angehörige oder gesundheitlich vorbelastete Personen betroffen sind. Wenn zusätzlich Gewitter angekündigt sind, sollten Aufenthalte im Freien rechtzeitig beendet werden. Bei Starkregen, Böen oder Hagel ist ein festes Gebäude der sicherste Ort.
Der Hitzeaktionsplan richtet sich auch an Pflegeheime, soziale Einrichtungen, Kitas, Schulen und medizinische Einrichtungen. Dort können hohe Temperaturen für Bewohner, Patienten, Kinder, Besucher und Personal schnell zur Belastung werden. Die Stadt empfiehlt deshalb eigene Hitzeschutzpläne, etwa mit kühleren Räumen, angepassten Speise- oder Medikationsplänen, veränderten Pausen, anderen Arbeitsabläufen oder baulichen und technischen Schutzmaßnahmen.
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