
Der Goldpreis steht Anfang Juli 2026 wieder deutlich unter Druck. Nach dem starken Anstieg zu Jahresbeginn bewegt sich das Edelmetall nur noch knapp über der Marke von 4.000 Dollar je Feinunze. Ausschlaggebend sind vor allem ein festerer US-Dollar, höhere Zinserwartungen in den USA und neue Inflationssorgen durch steigende Ölpreise.
Am Donnerstagmorgen lag der Spotpreis für Gold bei rund 4.068,77 Dollar je Feinunze. US-Gold-Futures notierten bei etwa 4.077,60 Dollar. Bereits am Mittwoch war der Goldpreis deutlich gefallen und hatte zeitweise den niedrigsten Stand seit dem 1. Juli erreicht. In Euro entsprach die Notierung einer Preisschwäche gegenüber den Höchstständen des Jahres. Für Anleger ist zentral, dass ein starker Dollar Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert. Zudem drücken höhere Renditen auf Anleihen die Attraktivität des Edelmetalls, das selbst keine laufenden Erträge abwirft.
Die US-Notenbank hatte den Leitzins im Juni in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. In ihrer Mitteilung verwies die Fed zugleich auf eine weiterhin erhöhte Inflation, unter anderem wegen energiegetriebener Preisschocks. Für den Goldmarkt ist diese Gemengelage entscheidend: Bleiben Realzinsen und Dollar stark, sinkt die Attraktivität von Gold im Vergleich zu verzinsten Anlagen.
Der Rückgang ist auch vor dem außergewöhnlich starken Jahresstart zu sehen. Nach Angaben des World Gold Council erreichte der LBMA-Goldpreis am 29. Januar 2026 ein Hoch von 5.405 Dollar. Am 25. Juni lag das Tief bei 4.001,80 Dollar. Beim Spotgold wurde im Januar ein Intraday-Hoch von 5.595,47 Dollar erreicht, ehe der Preis Ende Juni zeitweise unter 4.000 Dollar fiel.
Trotz der Korrektur bleibt die Nachfrage von Zentralbanken ein wichtiger Stützungsfaktor. Laut World Gold Council erhöhten Zentralbanken ihre offiziellen Goldreserven im Mai netto um 41 Tonnen. Besonders stark kauften Polen mit 18 Tonnen und China mit 10 Tonnen. In einer Umfrage des World Gold Council erwarteten 89 Prozent der befragten Zentralbanken, dass die weltweiten Goldreserven der Notenbanken in den kommenden zwölf Monaten steigen.
Die Erwartungen für den weiteren Jahresverlauf gehen auseinander. Bank of America senkte ihre durchschnittliche Goldpreisprognose für 2026 um 14 Prozent auf 4.360 Dollar je Feinunze, sieht langfristig aber weiter Spielraum nach oben. UBS rechnet dagegen auf Sicht von zwölf Monaten mit einem Anstieg in Richtung 5.200 Dollar, verweist kurzfristig jedoch auf Gegenwind durch Realzinsen und Dollar. Die Spannbreite der Prognosen zeigt, wie stark der weitere Verlauf von US-Zinsen, Dollarentwicklung, Inflation und Zentralbankkäufen abhängt.
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