
Der Bitcoin-Kurs legt am Freitagmorgen deutlich zu und nähert sich erneut einer wichtigen Widerstandszone. Während die größte Kryptowährung von einer leichten Erholung der Risikobereitschaft profitiert, liefern die jüngsten Kapitalbewegungen bei den US-Spot-ETFs ein gemischtes Bild. Neben der Geldpolitik und dem Konflikt mit Iran rücken außerdem Verkäufe des Bitcoin-Großinvestors Strategy in den Fokus.
Bitcoin notiert am Morgen des 10. Juli 2026 bei rund 64.035 US-Dollar. Gegenüber dem vorherigen Schlusskurs entspricht das einem Anstieg von etwa 2,3 Prozent. Im bisherigen Tagesverlauf bewegte sich BTC zwischen ungefähr 62.454 und 64.115 Dollar. Damit handelt Bitcoin nur knapp unter seinem aktuellen Tageshoch.
Umgerechnet entspricht der Kurs rund 56.000 Euro. Grundlage dafür ist der jüngste Referenzkurs der Europäischen Zentralbank von 1,1435 Dollar je Euro vom 9. Juli. Tatsächliche Euro-Preise können je nach Handelsplatz, Zeitpunkt und Spread leicht abweichen.
Die Kapitalflüsse in den US-Spot-Bitcoin-ETFs bleiben wechselhaft. Nach Zuflüssen von 265,7 Millionen Dollar am 6. Juli und weiteren 21,5 Millionen Dollar am 7. Juli folgten zwei negative Handelstage. Am 8. Juli wurden netto 84,9 Millionen Dollar abgezogen, am 9. Juli weitere 95,3 Millionen Dollar.
Über die fünf von Farside erfassten Sitzungen seit dem 2. Juli ergibt sich dennoch ein positiver Saldo von rund 330,5 Millionen Dollar. Die jüngste Entwicklung zeigt damit keine vollständige Abkehr institutioneller Anleger, wohl aber eine weiterhin fragile Nachfrage. Besonders Fidelitys FBTC und Arks ARKB verzeichneten am Donnerstag Abflüsse.
Die unmittelbare Widerstandszone liegt zunächst zwischen 64.100 und 65.000 Dollar. Das bisherige Tageshoch bei 64.115 Dollar bildet die erste kurzfristige Hürde. Ein stabiler Anstieg über 65.000 Dollar würde die seit Wochen sichtbare Seitwärtsbewegung nach oben erweitern.
Auf der Unterseite dient der Bereich um das Tagestief von 62.454 Dollar als kurzfristige Unterstützung. Ein nachhaltiger Rückgang unter 62.000 Dollar würde die runde Marke von 60.000 Dollar erneut in den Mittelpunkt rücken. Die genannten Bereiche sind aus der jüngsten Handelsspanne abgeleitete Chartzonen und keine verlässlichen Kursprognosen.
Zu den wichtigsten kurzfristigen Einflussfaktoren gehören die unsichere amerikanische Geldpolitik und die erneuten Spannungen zwischen den USA und Iran. Das Protokoll der jüngsten US-Notenbanksitzung zeigte deutliche Unterschiede bei der Einschätzung von Inflation und Zinsen. Während ein Teil der Notenbanker weitere Zinserhöhungen für möglich hält, rechnen andere mit gleichbleibenden oder sinkenden Zinsen.
Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält Strategy. Das Unternehmen verkaufte zwischen dem 29. Juni und dem 5. Juli insgesamt 3.588 Bitcoin für zusammen rund 216 Millionen Dollar. Zum 5. Juli hielt Strategy weiterhin 843.775 BTC. Die Erlöse wurden laut Pflichtmitteilung zur Finanzierung von Ausschüttungen und zur Steuerung der Liquidität verwendet.
Parallel diskutiert die Krypto-Branche über mögliche langfristige Gefahren durch Quantencomputer. Entwickler und Krypto-Unternehmen bereiten Konzepte für quantenresistente Verschlüsselungsverfahren vor. Eine akute Bedrohung besteht nach derzeitiger Einschätzung nicht, der technische Umbau könnte jedoch mehrere Jahre dauern.
Für den weiteren Verlauf dürfte entscheidend sein, ob Bitcoin die aktuelle Erholung oberhalb von 64.000 Dollar festigen kann. Ein Durchbruch durch die Zone bis 65.000 Dollar könnte kurzfristig weiteren Spielraum eröffnen. Scheitert der Kurs erneut an diesem Bereich, bleibt die Seitwärtsbewegung zwischen etwa 62.000 und 65.000 Dollar bestehen.
Neben den Chartmarken bleiben die täglichen ETF-Flows, neue Inflationsdaten, die Zinskommunikation der Federal Reserve und die Entwicklung des Iran-Konflikts relevant. Die starken Schwankungen der vergangenen Wochen zeigen zugleich, dass bereits einzelne Nachrichten größere Kursbewegungen auslösen können.
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