
Portugal leitete nach dem enttäuschenden Abschneiden bei der Weltmeisterschaft 2026 einen Wechsel auf der Trainerbank ein. Jorge Jesus übernahm die Nationalmannschaft und unterschrieb einen Vertrag über vier Jahre. Der 71-Jährige soll die Auswahl bis zur Weltmeisterschaft 2030 führen, die unter anderem in Portugal, Spanien und Marokko ausgetragen wird. Für den langjährigen Vereinstrainer beginnt damit ein neuer Abschnitt: Erstmals in seiner fast vier Jahrzehnte umfassenden Laufbahn arbeitet Jesus als Nationaltrainer.
Der Vertrag umfasst die Europameisterschaft 2028 sowie die anschließende Weltmeisterschaft, bei der Portugal zu den Gastgebern gehört. Die FPF stellte den Trainerwechsel über die offiziellen Kanäle als Beginn eines neuen Weges dar und verband die Personalentscheidung mit dem Anspruch, die Nationalmannschaft wieder näher an die internationalen Titel zu führen. Jesus erfüllte sich mit dem Wechsel einen lange gehegten Wunsch. Seine Trainerkarriere hatte bereits in der Saison 1989/90 beim damaligen Drittligisten Amora begonnen.
Portugal war bei der Weltmeisterschaft 2026 im Achtelfinale mit 0:1 gegen Spanien ausgeschieden. Martinez hatte die Auswahl seit Januar 2023 betreut und 2025 zum Gewinn der Nations League geführt. Der WM-Titel blieb jedoch außer Reichweite. Nach dem frühen Ausscheiden begann der Verband schnell mit der Neuordnung der sportlichen Führung. Jorge Jesus galt aufgrund seiner Erfahrung, seiner Titelbilanz und seiner Kenntnisse zahlreicher portugiesischer Nationalspieler als naheliegende Lösung.
Seine erfolgreichste Phase in Portugal erlebte Jesus während seiner ersten Amtszeit bei Benfica. In sechs Spielzeiten gewann er drei portugiesische Meisterschaften, den nationalen Pokal und fünfmal den Ligapokal. Hinzu kam der portugiesische Supercup. In Brasilien führte er Flamengo 2019 zum Gewinn der Copa Libertadores und der brasilianischen Meisterschaft. In Saudi-Arabien holte er mit Al-Hilal und zuletzt mit Al-Nassr weitere Meistertitel.
Mit der Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2026 hatte Jorge Jesus nichts mehr zu tun. Portugal gewann unter Roberto Martinez die Qualifikationsgruppe F mit 13 Punkten vor Irland, Ungarn und Armenien. Am letzten Spieltag sicherte die Mannschaft durch ein 9:1 gegen Armenien den Gruppensieg. Jesus trat sein Amt erst nach dem portugiesischen WM-Aus im Juli 2026 an.
Sein erstes Spiel als Nationaltrainer ist für den 24. September gegen Wales im Estádio José Alvalade vorgesehen. Die Begegnung bildet den Auftakt zur neuen Nations-League-Saison, in der Portugal den 2025 gewonnenen Titel verteidigen will. Danach beginnt die Vorbereitung auf die Europameisterschaft 2028 und schließlich die WM 2030 im eigenen Land.
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