Warum Eis in Greven 43 Cent günstiger ist als in Münster

In Münster kostet eine Kugel Eis im Schnitt 2,03 Euro. Bei Fröhlichs in Greven sind es weiterhin nur 1,60 Euro.
Symbolbild mit KI erstellt

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Münster/Greven. Zwischen den Eispreisen in Münster und Greven liegt ein deutlicher Unterschied. Während eine Kugel in Münster 2026 durchschnittlich 2,03 Euro kostet, verlangt Fröhlichs in der Grevener Innenstadt weiterhin 1,60 Euro. Der Betrieb an der Marktstraße 42 hält damit nicht nur an einem vergleichsweise niedrigen Preis fest, sondern führt zugleich die Geschichte einer Eisdiele fort, die seit fast sieben Jahrzehnten zu Greven gehört.

Münster zählt zu den teuersten untersuchten Städten

Der durchschnittliche Preis für eine Kugel Eis ist in Nordrhein-Westfalen auf 1,92 Euro gestiegen. Ein Jahr zuvor lag er bei 1,81 Euro, 2024 waren es noch 1,72 Euro. Das entspricht innerhalb von zwei Jahren einer Verteuerung um 20 Cent.

Besonders hoch ist das Preisniveau in Münster und Aachen. In beiden Städten ermittelte das WDR-Magazin „Markt“ einen Durchschnitt von 2,03 Euro. In Dortmund kostet die Kugel dagegen im Mittel 1,57 Euro. Bielefeld, Bonn und Köln liegen zwischen diesen Werten.

Fröhlichs hält den Kugelpreis bei 1,60 Euro

Nur wenige Kilometer von Münster entfernt fällt der Preisvergleich deutlich günstiger aus. Bei Fröhlichs in Greven kostet eine Kugel am 12. Juli 2026 weiterhin 1,60 Euro. Der Betrieb tritt inzwischen unter dem Namen „Fröhlichs – Eis und mehr“ auf.

Damit liegt der Preis 43 Cent unter dem Münsteraner Durchschnitt und 32 Cent unter dem Mittelwert für Nordrhein-Westfalen. Gegenüber Münster ist die Kugel bei Fröhlichs rechnerisch rund 21 Prozent günstiger.

Bei einem Familienbesuch wird der Unterschied schnell sichtbar. Vier Personen, die jeweils zwei Kugeln bestellen, zahlen auf Grundlage des Münsteraner Durchschnittspreises zusammen 16,24 Euro. Bei Fröhlichs werden für dieselbe Menge 12,80 Euro fällig. Die Differenz beträgt 3,44 Euro.

Eisdiele an der Marktstraße besteht seit 1958

Hinter dem Grevener Angebot steht ein Standort mit langer Geschichte. Attilio Fontanella eröffnete die Eisdiele an der Marktstraße im Jahr 1958. Im Laufe der Jahrzehnte wurde sie innerhalb der Familie weitergegeben. Renato Fontanella und seine Frau Milena übernahmen 1975, ihr Sohn Martino und dessen Frau Leana folgten 2009.

Ab 2018 führten Dario di Bernardo und seine Lebensgefährtin Elena den Betrieb. Im Frühjahr 2025 übernahmen Stefanie und Raphael Fröhlich die Eisdiele. Nach dem Vertragsabschluss im Februar eröffneten sie den Betrieb am Aschermittwoch desselben Jahres neu.

Die neuen Inhaber entschieden sich damit nicht für einen vollständig neuen Standort. Sie führten eine über Jahrzehnte gewachsene Grevener Eistradition unter eigener Verantwortung weiter.

Traditionelle Rezepte treffen auf neue Sorten

Zum Konzept der Fröhlichs gehört die Herstellung des Eises im eigenen Betrieb. Bei der Übernahme wurden bestehende Rezepte fortgeführt und zugleich neue Geschmacksrichtungen entwickelt. Dazu gehörten unter anderem Drachenfrucht und eine Sorte mit Dubai-Schokolade.

Auch einzelne Bestandteile des weiteren Angebots werden selbst hergestellt. Dazu zählen Erdbeer- und Schokoladensoßen sowie die Kakaomischung für heiße Schokolade. Neben Eis umfasst das Sortiment Kaffeespezialitäten, Waffeln und Desserts wie Tiramisu.

Der niedrige Kugelpreis steht damit nicht für eine Beschränkung auf ein kleines Standardsortiment. Fröhlichs verbindet die überlieferten Rezepte des früheren Eiscafés mit neuen Sorten und einem erweiterten gastronomischen Angebot.

Höhere Eispreise lassen sich nicht nur mit Zutaten erklären

Die Entwicklung der Verbraucherpreise zeigt, dass sich wichtige Kostenfaktoren unterschiedlich entwickelt haben. Molkereiprodukte waren im Juni 2026 im Durchschnitt 6,2 Prozent günstiger als ein Jahr zuvor. Auch Strom verbilligte sich um 5,2 Prozent. Zucker, Marmelade, Honig und andere Süßwaren verteuerten sich dagegen um 4,8 Prozent. Gaststättendienstleistungen kosteten im Jahresvergleich 2,9 Prozent mehr.

Hinzu kommen höhere Personalkosten. Der gesetzliche Mindestlohn stieg zum 1. Januar 2026 von 12,82 auf 13,90 Euro je Stunde. Das entspricht einem Anstieg um 8,42 Prozent.

Welche Kosten eine einzelne Eisdiele tatsächlich trägt, hängt außerdem von Miete, Personalbedarf, Standort, Herstellung und Sortiment ab. Aus allgemeinen Preisentwicklungen lässt sich deshalb nicht unmittelbar auf die Kalkulation eines bestimmten Betriebs schließen.

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