Orangen im ZDF: Was hinter dem Genuss steckt

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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Orangensaft gehört für viele Menschen zum Frühstück, die Früchte liegen ganzjährig in den Supermärkten. Die ZDF-Dokumentation „Orangen – Genuss mit Beigeschmack“ verfolgt am Montag, 13. Juli 2026, die internationale Lieferkette. Der Film zeigt um 19.25 Uhr, wie Pflanzenkrankheiten, Preisdruck und schwierige Arbeitsbedingungen die Produktion beeinflussen.

ZDF zeigt Wiederholung statt „WISO“

„Orangen – Genuss mit Beigeschmack“ läuft am Montag von 19.25 bis 20.15 Uhr im ZDF. Die Dokumentation ersetzt auf dem regulären Sendeplatz das Wirtschaftsmagazin „WISO“, das an diesem Abend entfällt. Die Erstausstrahlung erfolgte am 5. April 2026. Bereits seit dem 3. April steht der Film im ZDF-Streaming bereit. Die reine Filmlänge beträgt rund 44 Minuten.

Krankheit bedroht Orangenproduktion in Brasilien

Ein Schwerpunkt liegt auf Brasilien, aus dem ein großer Teil des für Orangensaft verwendeten Konzentrats stammt. Dort breitet sich die Pflanzenkrankheit Citrus Greening aus. Auslöser ist ein Bakterium, das durch Blattflöhe übertragen wird. Befallene Bäume bilden fleckige Blätter und kleine, grün bleibende Früchte, die nicht mehr für den Verkauf oder die Saftproduktion geeignet sind. Nach Darstellung der Dokumentation halbierte sich die brasilianische Ernte 2024 infolge der Krankheit. Zu den Interviewpartnern gehört die Biologin Valdenice Novelli. Sie untersucht in einem Zitrus- und Agrarforschungszentrum im brasilianischen Araras Pflanzenproben. Nach ihren Angaben trage etwa die Hälfte der dort untersuchten Proben das verantwortliche Bakterium in sich.

Arbeiter berichten über unsichere Bedingungen

Die Dokumentation begleitet außerdem Marcio Tavares de Moraes, der nach Angaben des ZDF ohne reguläre Anmeldung für wechselnde Orangenproduzenten arbeitet. Er berichtet von niedrigen Löhnen, fehlender Kranken- und Rentenversicherung sowie erheblichen Gefahren bei der Ernte. Seine zwölf und 14 Jahre alten Söhne würden ihn unterstützen, weil sein Verdienst allein nicht für die Familie reiche. Gemeinsam kämen sie laut Film auf umgerechnet rund 20 Euro am Tag. Auch Spanien ist ein zentraler Schauplatz. Von dort stammen viele Orangen, die in Deutschland als ganze Früchte verkauft werden. Gewerkschaften berichten laut ZDF von Ausbeutung und teilweise mafiös organisierten Strukturen. Hinzu kommen extreme Niederschläge, längere Trockenperioden und der Wasserverbrauch durch illegale Brunnen.

Projekt setzt auf weniger Wasser und Pestizide

Neben den Problemen zeigt die Dokumentation Ansätze für einen umweltverträglicheren Anbau. Bei einem vorgestellten Projekt werden Orangenbäume nur entsprechend ihres tatsächlichen Bedarfs bewässert. Pflanzenschutzmittel kommen demnach erst zum Einsatz, wenn ein konkreter Befall festgestellt wurde. Das soll den Wasserverbrauch und den Einsatz von Pestiziden senken.

Autoren, Kamera und Produktion

Der Film stammt von Ronja Bachofer und Yasser Speck. Ronja Bachofer führt zugleich als Reporterin durch die verschiedenen Stationen der Lieferkette. Für die Kamera war Henning Rütten verantwortlich, den Schnitt übernahm Simon Quentin Fölster. Die Redaktion lag bei Sven Brandhuber und Birgit Hermes, die Sendungsleitung bei Cathérine Kipp. Die Dokumentation wurde in Deutschland für das ZDF produziert und stammt aus dem Jahr 2026.

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