
Die Hoffnung des SC Paderborn 07 auf eine Rückkehr von Filip Bilbija schwindet. Der Vertrag des 26 Jahre alten Offensivspielers ist bereits am 30. Juni 2026 ausgelaufen. Seitdem ist Bilbija offiziell vereinslos und fehlt auch in der Vorbereitung des Bundesliga-Aufsteigers. Nach Angaben von Sport-Geschäftsführer Sebastian Lange wird eine weitere Zusammenarbeit mit jedem Tag unwahrscheinlicher.
Damit droht Paderborn einer der wichtigsten Spieler der Aufstiegssaison endgültig verloren zu gehen. Bilbija war nicht nur der beste Torschütze der Ostwestfalen, sondern setzte auch in der Relegation gegen den VfL Wolfsburg ein entscheidendes Zeichen. Der SCP wartet dennoch nicht mehr ausschließlich auf eine Entscheidung des Angreifers. Lange bestätigte, dass der Verein inzwischen andere Spieler prüft und einen Plan B für die Offensive verfolgt.
Bilbijas Zahlen zeigen, warum sich der SC Paderborn lange um eine Fortsetzung der Zusammenarbeit bemüht hat. In der Zweitliga-Saison 2025/26 kam der gebürtige Berliner auf 29 Einsätze, 15 Tore und drei Vorlagen. Kein anderer Paderborner erzielte mehr Ligatreffer. Überragend war vor allem sein Auftritt beim 4:3 gegen den 1. FC Magdeburg: Bilbija schoss an diesem Nachmittag alle vier Tore des SCP und wurde erst zum zweiten Paderborner Vierfach-Torschützen im Profifußball.
Auch in den entscheidenden Wochen der Saison blieb der 1,89 Meter große Angreifer wichtig. Gegen den Karlsruher SC traf er zur Führung, beim 2:0 in Darmstadt bereitete er ein Tor vor. Im Rückspiel der Bundesliga-Relegation gegen Wolfsburg erzielte Bilbija den Ausgleich zum 1:1. Paderborn gewann nach Verlängerung mit 2:1 und machte den dritten Bundesliga-Aufstieg der Vereinsgeschichte perfekt. Bilbija lief in diesem Spiel 15,5 Kilometer und gab fünf Torschüsse ab.
Bilbija wurde am 24. April 2000 in Berlin geboren. Seine fußballerische Ausbildung begann bei Tennis Borussia Berlin. Anschließend spielte er für Hertha 03 Zehlendorf, bevor er 2018 in den Nachwuchs des FC Ingolstadt wechselte. Bei den Schanzern gelang ihm der Sprung in den Profifußball. In der Saison 2021/22 absolvierte er 28 Zweitliga-Partien und erzielte sieben Tore.
Nach dem Ingolstädter Abstieg verpflichtete ihn der Hamburger SV im Sommer 2022 ablösefrei. In Hamburg konnte sich der vielseitige Offensivspieler allerdings nicht durchsetzen. Er bestritt 18 Pflichtspiele, stand insgesamt lediglich 165 Minuten auf dem Platz und erzielte ein Tor. Der HSV stimmte deshalb bereits nach einer Saison einem festen Wechsel nach Paderborn zu.
Beim SCP entwickelte sich Bilbija kontinuierlich weiter. Auf fünf Ligatore in der Saison 2023/24 folgten neun Treffer 2024/25 und schließlich 15 Tore in der Aufstiegssaison. Insgesamt erzielte er in 89 Zweitliga-Spielen für Paderborn 29 Tore. Seine Flexibilität machte ihn besonders wertvoll: Bilbija kann auf dem linken Flügel, im Sturmzentrum oder etwas hinter einer zentralen Spitze eingesetzt werden.
Ein neuer Arbeitgeber ist bislang nicht bestätigt. Bereits im Mai wurde Bilbija mit mehreren Vereinen in Verbindung gebracht. Besonders Werder Bremen soll den ablösefreien Angreifer beobachtet haben. Daneben wurden der FC Augsburg und der damalige Bundesligist VfL Wolfsburg als mögliche Interessenten genannt. Diese Meldungen stammen allerdings aus der Schlussphase der vergangenen Saison und sind nicht mit aktuellen Verhandlungen gleichzusetzen.
Gerade die Bremer Spur könnte inzwischen abgekühlt sein. Werder hat seinen Angriff bereits mit Kenny Quetant und dem Schweizer Nationalspieler Cedric Itten verstärkt. Wolfsburg spielt nach der verlorenen Relegation zudem nur noch in der 2. Bundesliga. Augsburg wäre aufgrund der gesicherten Bundesliga-Zugehörigkeit und Bilbijas flexiblen Einsatzmöglichkeiten grundsätzlich eine denkbare Option. Ein konkretes Angebot ist jedoch nicht öffentlich belegt.
Auch ein Wechsel ins Ausland wäre angesichts seiner Ablösefreiheit vorstellbar. Bilbija befindet sich mit 26 Jahren im besten Fußballalter, kennt den deutschen Profifußball und hat erstmals eine Saison mit 15 Ligatoren abgeschlossen. Belastbare Hinweise auf Gespräche mit ausländischen Vereinen gibt es bislang aber nicht.
Für den SC Paderborn wird die Zeit zunehmend zum Faktor. Mit Steffen Tigges, Sven Michel, Stefano Marino, Kennedy Okpala und Neuzugang Albert Millgramm stehen zwar mehrere Angreifer im Kader. Keiner von ihnen vereint derzeit jedoch Bilbijas nachgewiesene Torgefahr, körperliche Präsenz und Vielseitigkeit.
Der gesuchte Ersatz müsste deshalb nicht zwingend ein klassischer Strafraumstürmer sein. Paderborn benötigt vielmehr einen laufstarken und flexibel einsetzbaren Offensivspieler, der auch aus tieferen Positionen Torgefahr entwickeln kann. Zudem sollte ein Neuzugang möglichst wenig Eingewöhnungszeit benötigen. Als Bundesliga-Aufsteiger kann sich der SCP keine längere Phase ohne verlässliche Trefferquelle leisten.
Eine Rückkehr Bilbijas ist formal weiterhin möglich, solange er bei keinem anderen Verein unterschrieben hat und Paderborn das notwendige Budget freihält. Die jüngsten Aussagen von Sebastian Lange deuten jedoch darauf hin, dass der Verein nicht länger mit einer schnellen Einigung plant. Aus der offenen Personalfrage wird damit immer deutlicher eine Abschiedsgeschichte.
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