Neue Euro-Banknoten: Bürger stimmen über Designs ab

Deutschland Steuerlast OECD Platz 2 Steuerkeil
Deutschland belegt laut OECD Taxing Wages 2026 Rang 2 der höchsten Steuerlast.

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Die Euro-Banknoten sollen nach mehr als zwei Jahrzehnten ein grundlegend neues Aussehen erhalten. Seit Donnerstag, 23. Juli 2026, können Menschen in Europa ihre Meinung zu zehn Gestaltungsvorschlägen abgeben. Zur Auswahl stehen fünf Entwürfe zum Thema „Europäische Kultur“ und fünf Entwürfe unter dem Motto „Flüsse und Vögel“. Die Abstimmung ist allerdings kein verbindlicher Volksentscheid. Die endgültige Auswahl trifft der Rat der Europäischen Zentralbank voraussichtlich gegen Ende des Jahres 2026.

Zehn vollständige Entwürfe stehen zur Abstimmung

Die öffentliche Befragung umfasst zehn Vorschläge für die komplette nächste Banknotenserie. Jeder Entwurf zeigt, wie die Scheine zu 5, 10, 20, 50, 100 und 200 Euro auf der Vorder- und Rückseite aussehen könnten. Fünf Entwürfe setzen das Thema „Europäische Kultur“ um, die übrigen fünf beschäftigen sich mit „Flüssen und Vögeln“.

Die Vorauswahl entstand aus einem europaweiten Designwettbewerb. Mehr als 1.200 Grafiker hatten sich dafür beworben. 25 von ihnen durften konkrete Vorschläge einreichen. Anschließend wählte eine unabhängige Jury aus 21 Fachleuten die zehn Entwürfe aus, die nun der Öffentlichkeit präsentiert werden. Der Jury gehörten Experten unter anderem aus Grafikdesign, Kommunikation, Geschichte und Neurowissenschaften an.

Die Teilnehmer stimmen somit nicht lediglich über zwei allgemeine Themen ab. Sie können konkrete Entwürfe bewerten, die jeweils eine vollständige gestalterische Linie für alle sechs vorgesehenen Stückelungen bilden.

Beethoven, Marie Curie und Leonardo da Vinci

Beim Thema „Europäische Kultur“ stehen bekannte Persönlichkeiten sowie gemeinschaftlich genutzte Kulturorte im Mittelpunkt. Vorgesehen sind Maria Callas auf dem 5-Euro-Schein, Ludwig van Beethoven auf dem 10-Euro-Schein und Marie Curie auf dem 20-Euro-Schein. Miguel de Cervantes soll den 50-Euro-Schein prägen, Leonardo da Vinci den 100-Euro-Schein und die Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner den 200-Euro-Schein.

Auf den Rückseiten sollen Szenen aus dem kulturellen Leben Europas erscheinen. Dazu gehören Straßenkünstler, ein Sängerfest, eine Schule oder Universität, eine Bibliothek, eine Kunstausstellung und ein öffentlicher Platz, auf dem Menschen zusammenkommen.

Die fünf zur Wahl stehenden Kultur-Entwürfe setzen diese festgelegten Motive unterschiedlich um. Einige stellen die Porträts besonders deutlich in den Vordergrund. Andere arbeiten stärker mit Symbolen, Collagen, Augen, Mündern oder geometrischen Elementen. Die Abstimmung entscheidet daher auch darüber, in welchem grafischen Stil bekannte Europäer auf den Geldscheinen erscheinen könnten.

Flüsse und Vögel als zweite Themenwelt

Die Alternative verbindet verschiedene Abschnitte europäischer Flüsse mit heimischen Vogelarten. Auf dem 5-Euro-Schein ist eine Gebirgsquelle mit einem Mauerläufer vorgesehen. Der 10-Euro-Schein soll einen Wasserfall und einen Eisvogel zeigen. Für den 20-Euro-Schein ist ein Flusstal mit einer Kolonie von Bienenfressern geplant.

Beim 50-Euro-Schein ist ein Weißstorch über einem mäandrierenden Fluss vorgesehen. Auf dem 100-Euro-Schein sollen eine Flussmündung und ein Säbelschnäbler zu sehen sein. Der 200-Euro-Schein verbindet eine Meereslandschaft mit einem Basstölpel.

Auf den Rückseiten würden europäische Institutionen erscheinen. Dazu gehören das Europäische Parlament, die Europäische Kommission, die Europäische Zentralbank, der Europäische Gerichtshof, der Rat der Europäischen Union und der Europäische Rechnungshof. Das Thema soll die Vielfalt und Widerstandskraft der europäischen Ökosysteme sowie die gemeinsame Verantwortung für den Umweltschutz darstellen.

So können Bürger bis September abstimmen

Die öffentliche Online-Umfrage läuft bis zum 21. September 2026. Sie ist über den Internetauftritt der Europäischen Zentralbank erreichbar. Dort können die zehn vollständigen Entwürfe betrachtet und die persönlichen Favoriten angegeben werden. Die Zentralbank lädt Menschen aus ganz Europa zur Teilnahme ein.

Parallel zur offenen Befragung lässt die EZB dieselben Fragen von einem unabhängigen Meinungsforschungsinstitut einer repräsentativen Stichprobe im Euroraum vorlegen. Damit sollen neben den freiwillig abgegebenen Stimmen auch Ergebnisse gewonnen werden, die die Bevölkerung möglichst ausgewogen abbilden.

Die öffentliche Abstimmung ist beratend. Das Ergebnis bestimmt das neue Design nicht automatisch. Der EZB-Rat will neben den beiden Befragungen auch die Einschätzung der Jury und eine technische Bewertung berücksichtigen. Dabei geht es beispielsweise darum, ob die Entwürfe für Sicherheitsmerkmale, Drucktechnik und eine zuverlässige Erkennung der unterschiedlichen Werte geeignet sind. Die endgültige Entscheidung soll voraussichtlich gegen Ende 2026 fallen.

Warum neue Scheine entwickelt werden

Mit der neuen Serie will die Zentralbank nicht nur das Erscheinungsbild verändern. Moderne Sicherheitsmerkmale sollen es Fälschern erschweren, Banknoten erfolgreich nachzuahmen. Gleichzeitig sollen Verbraucher die Echtheit eines Scheins leichter überprüfen können. Die regelmäßige Weiterentwicklung von Banknoten gehört nach Angaben der EZB zur üblichen Vorsorge von Zentralbanken, weil sich auch Kopier- und Fälschungstechniken weiterentwickeln.

Die neuen Scheine sollen außerdem leichter voneinander zu unterscheiden sein. Davon sollen insbesondere Menschen mit Sehbeeinträchtigungen profitieren. Darüber hinaus möchte die EZB die Lebensdauer der Banknoten verlängern und nachhaltigere Materialien sowie Produktionsverfahren einsetzen. Auch eine stärkere Identifikation der Bevölkerung mit der gemeinsamen Währung gehört zu den Zielen.

Ein verbindliches Datum für die Einführung nennt die Zentralbank bislang nicht. Nach der Auswahl müssen das Gewinnerdesign weiterentwickelt, die Sicherheitsmerkmale integriert und die Scheine umfassend getestet und produziert werden. Die EZB spricht deshalb von mehreren Jahren bis zur Ausgabe. Nach der derzeitigen Planung könnten die ersten neuen Banknoten frühestens gegen Ende 2028 oder im Jahr 2029 in Umlauf kommen.

Die bisherigen Scheine werden durch die Einführung nicht plötzlich ungültig. Banknoten aus den vorherigen Serien behalten nach Angaben der EZB ihren Wert und sollen zunächst gemeinsam mit der neuen Serie im Umlauf bleiben. Verbraucher müssen vorhandenes Bargeld daher nicht vorsorglich umtauschen.

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