Galeria in Münster: Salzstraßen-Filiale erstmals konkret gefährdet

Galeria verhandelt bundesweit über neue Mietverträge. Filialschließungen sind möglich, doch die beiden Häuser in Münster stehen derzeit nicht auf der Liste.
Foto: Caroline Muffert

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Münster. Die Zukunft der Galeria-Filiale an der Salzstraße in Münster ist offen. Das Warenhaus gehört zu 33 Standorten, deren Rentabilität das Unternehmen derzeit besonders überprüft. Eine Schließung ist noch nicht beschlossen. Galeria macht den Weiterbetrieb jedoch von wirtschaftlich tragfähigen Miet- und Flächenlösungen abhängig.

Damit hat sich die Lage für Münster verändert. Bei einer bereits im März 2026 bekannt gewordenen Runde von Mietverhandlungen waren die beiden Münsteraner Galeria-Häuser noch nicht unter den damals genannten Standorten. Nun steht das Haus an der Salzstraße ausdrücklich auf der neuen Prüfliste.

Galeria will mit der LVM über den Standort verhandeln

Eigentümerin der Warenhausimmobilie an der Salzstraße 47–50 ist die LVM Versicherung. Das Münsteraner Unternehmen hatte das Gebäude im Sommer 2021 von der Signa Real Estate übernommen. Nach damaligen Angaben sollte sich für den Warenhausbetrieb durch den Eigentümerwechsel nichts ändern. Der Mietvertrag mit Galeria laufe langfristig weiter.

Die Immobilie umfasst rund 22.000 Quadratmeter Mietfläche. Davon entfallen etwa 16.000 Quadratmeter auf die Verkaufsflächen des Warenhauses, die sich über vier Etagen verteilen. Gerade die Größe des Hauses könnte bei den angekündigten Gesprächen eine wichtige Rolle spielen. Galeria will neben niedrigeren Mietbelastungen auch prüfen, ob Verkaufsflächen verkleinert oder anders genutzt werden können.

Zweite Münsteraner Filiale nicht auf der Liste

Münster nimmt im Filialnetz von Galeria eine besondere Stellung ein. In der Innenstadt betreibt die Warenhauskette zwei Häuser in geringer Entfernung voneinander: die Filiale an der Salzstraße und den Standort an der Ludgeristraße.

Das Haus an der Ludgeristraße gehört nicht zu den 33 Filialen, die Galeria nun als besonders gefährdete Prüfstandorte genannt hat. Vollständig ausgenommen ist die zweite Münsteraner Filiale von Veränderungen jedoch nicht. Das Unternehmen kündigte an, auch mit den Vermietern der übrigen 50 Häuser über Verbesserungen zu sprechen. Nach Angaben von Galeria bestehe im gesamten Filialnetz wirtschaftliches Optimierungspotenzial.

Warum die Lage jetzt ernster ist als im Frühjahr

Bereits im Frühjahr 2026 hatten Berichte über ausstehende oder gestundete Mietzahlungen für neue Unruhe gesorgt. Galeria verwies damals auf Schwankungen bei der Liquidität und bestätigte, Vermieter teilweise um einen Zahlungsaufschub gebeten zu haben. Für die Münsteraner Häuser war zu diesem Zeitpunkt keine konkrete Schließungsgefahr bestätigt worden.

Die nun veröffentlichte Liste geht einen Schritt weiter. Galeria hat 33 Häuser anhand ihrer Mietbelastung und ihrer Ertragskraft für eine besonders intensive Prüfung ausgewählt. Bei einigen Immobilien laufen die Verhandlungen bereits, bei anderen sollen sie erst beginnen. Einen Termin für endgültige Entscheidungen nannte das Unternehmen nicht.

Neuer Millionenkredit ist an Sanierungsplan gebunden

Hintergrund der Überprüfung ist die weiterhin angespannte finanzielle Lage der Warenhauskette. Galeria erhält eine neue Kreditlinie von bis zu 160 Millionen Euro von der US-Investmentgesellschaft Gordon Brothers. Das Geld soll unter anderem dazu verwendet werden, bestehende Kredite abzulösen und offene Mietforderungen zu begleichen.

Die Finanzierung ist an einen Sanierungsplan gebunden. Dieser sieht ein kleineres und dauerhaft profitables Filialnetz vor. Neben Schließungen sind auch Verkleinerungen, Umzüge in geeignetere Gebäude und mögliche Neueröffnungen an anderen Standorten denkbar.

Galeria betreibt derzeit 83 Warenhäuser und beschäftigt rund 12.000 Mitarbeiter. Nach der dritten Insolvenz innerhalb weniger Jahre wurde das Unternehmen 2024 von der US-Investmentgesellschaft NRDC und einer Beteiligungsgesellschaft des Unternehmers Bernd Beetz übernommen.

Entscheidung über Galeria Münster bleibt offen

Für die Salzstraßen-Filiale hängt nun viel vom Verlauf der Gespräche zwischen Galeria und der LVM ab. Dabei dürfte es nicht nur um die Miethöhe gehen. Auch eine Verringerung der genutzten Fläche oder eine neue Aufteilung des Gebäudes könnte Gegenstand der Verhandlungen werden.

Eine bereits beschlossene Schließung gibt es nicht. Ebenso ist bislang nicht bekannt, wann Galeria über die Zukunft des Münsteraner Standorts entscheiden will. Klar ist jedoch: Während frühere Schließungsrunden beide Münsteraner Warenhäuser verschont hatten, zählt die Filiale an der Salzstraße nun erstmals offiziell zu den besonders überprüften Häusern.

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