Tatort heute: Eine Erinnerung führt zur bitteren Wahrheit

Brand Mühlhausen Symbolbild
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Der Tatort Was ihr nicht seht läuft heute, Sonntag, 2. August 2026, um 20.15 Uhr im Ersten. Gezeigt wird keine neue Folge, sondern eine Wiederholung des Dresdner Falls, der erstmals am 5. November 2023 ausgestrahlt wurde. Im Mittelpunkt stehen die Kommissarinnen Karin Gorniak und Leonie Winkler sowie ihr Vorgesetzter Peter Michael Schnabel. Der vom MDR verantwortete Krimi beginnt mit einer scheinbar eindeutigen Tat, entwickelt sich jedoch zu einem Fall über Erinnerungslücken, sexualisierte Gewalt und einen Mann, der unbemerkt in die Wohnungen allein lebender Frauen eindringt.

Sarah Monet erwacht neben ihrem erstochenen Freund

Sarah Monet kommt benommen in ihrem Schlafzimmer zu sich. In ihrer Hand hält sie ein Messer, neben ihr liegt ihr Freund David Konradt, der durch mehrere Stiche getötet wurde. Sarah ist blutverschmiert und kann sich an die entscheidenden Stunden nicht erinnern. Für die Polizei sprechen die ersten Spuren für eine Beziehungstat. Das Messer trägt ihre Fingerabdrücke, und Hinweise auf einen zunächst unbekannten Eindringling fehlen.

Leonie Winkler erkennt Sarah als frühere Schulfreundin. Weil beide persönlich miteinander verbunden sind, wird Winkler offiziell aus den Ermittlungen genommen. Karin Gorniak übernimmt den Fall weitgehend allein, während Kommissariatsleiter Schnabel Sarah früh für dringend tatverdächtig hält. Die junge Frau beginnt selbst daran zu zweifeln, ob sie David während eines völligen Kontrollverlusts getötet haben könnte.

K.-o.-Mittel verändern die Richtung der Ermittlungen

Die Ermittler entdecken, dass David eine Affäre mit der verheirateten Pia Schiffbauer hatte. Sarah hatte die Frau zuvor angegriffen, was ein mögliches Eifersuchtsmotiv zu bestätigen scheint. Dann werden jedoch Spuren eines betäubenden Mittels in Sarahs Blut festgestellt. Außerdem deutet ihr beschädigtes Türschloss darauf hin, dass jemand einen nachgemachten Schlüssel benutzt haben könnte.

Sarah wird unter Auflagen und mit einer elektronischen Fußfessel aus dem Gewahrsam entlassen. Winkler bringt sie in eine abgelegene Hütte ihrer Familie, obwohl sie sich damit immer weiter von den dienstlichen Vorgaben entfernt. Sarah entfernt später die Fußfessel und verschwindet. Gleichzeitig stoßen die Ermittler auf den Tod einer weiteren Frau, bei der ebenfalls ein K.-o.-Mittel eine Rolle spielte. Der vermeintlich abgeschlossene Beziehungskonflikt wird dadurch Teil einer Serie von Angriffen auf allein lebende Frauen.

Jan Oschatz beobachtet Frauen in ihren Wohnungen

In Sarahs Wohnung wird Überwachungstechnik gefunden. Eine DNA-Spur führt schließlich zu Jan Oschatz, der Zugang zu einer alten Schlosserei hat. Dort entdecken die Ermittler nachgefertigte Schlüssel sowie Unterlagen mit Namen, Bildern und Adressen mehrerer Frauen. Oschatz hatte seine späteren Opfer ausgespäht, ihre Wohnungen betreten und sie betäubt.

Während die Polizei nach Sarah sucht, zeigt eine Aufnahme, dass Oschatz sie bewusstlos in ein Gewerbegebäude gebracht hat. Ein Spezialeinsatzkommando durchsucht das Gelände. Schnabel folgt einer Spur in den Keller, wo Oschatz ihn niederschlägt. Als der Verdächtige fliehen will, schießt Schnabel auf ihn. Oschatz stirbt, Sarah wird lebend gefunden und in ein Krankenhaus gebracht.

So wird der Tod von David Konradt aufgeklärt

Im Krankenhaus kehren Sarahs Erinnerungen an die Tatnacht bruchstückhaft zurück. Oschatz war mit einem nachgemachten Schlüssel in ihre Wohnung gelangt, hatte sie betäubt und vergewaltigt. Als David später das Schlafzimmer betrat und sie berührte, hielt Sarah ihn in ihrem traumatisierten und benommenen Zustand für den Angreifer. Sie griff nach dem Messer und stach auf ihren Freund ein.

Damit bestätigt sich, dass Sarah David getötet hat. Zugleich wird deutlich, dass sie während der Tat weder die Situation noch die Person vor sich richtig erkennen konnte. Der Fall endet deshalb nicht mit einer gewöhnlichen Täterüberführung. Die Kommissarinnen müssen rekonstruieren, wie der Angriff Oschatz’ die tödliche Verwechslung ausgelöst hat. Winkler reagiert erschüttert auf die Erkenntnis, dass die Serie gegen die Frauen möglicherweise unentdeckt geblieben wäre, wenn David nicht gestorben wäre.

Dresdner Tatort ist die Folge 1249 der Reihe

„Was ihr nicht seht“ ist der 1249. Film im Tatort-Gesamtverzeichnis. Für Karin Gorniak und Peter Michael Schnabel war es der 16. Einsatz innerhalb des Dresdner Ablegers, Leonie Winkler ermittelte zum zehnten Mal. Karin Hanczewski spielt Gorniak, Cornelia Gröschel ist als Winkler zu sehen und Martin Brambach verkörpert Schnabel. Deniz Orta übernimmt die zentrale Rolle der Sarah Monet. Felix Vogel spielt Jan Oschatz, Frederik Bechtle den getöteten David Konradt.

Regie führte Lena Stahl, die das Drehbuch gemeinsam mit Peter Dommaschk und Ralf Leuther schrieb. Produziert wurde der Film von MadeFor Film im Auftrag des MDR. Die Dreharbeiten fanden vom 29. März bis 29. April 2022 an insgesamt 22 Drehtagen in Dresden und Leipzig statt.

Kritik lobte Bildsprache und intensive Hauptdarstellerin

Bei seiner Erstausstrahlung erreichte der Film 8,97 Millionen Zuschauer und einen Marktanteil von 29,9 Prozent. Auch bei den 14- bis 49-Jährigen lag der Marktanteil mit 23,3 Prozent auf einem hohen Niveau. Die Folge gewann später beim Deutschen Fernsehkrimipreis einen Ensemble-Sonderpreis sowie den Publikumspreis des Wiesbadener Kuriers.

Positive Kritiken hoben vor allem Deniz Ortas Darstellung sowie die visuelle Umsetzung von Sarahs Kontrollverlust hervor. Die Inszenierung arbeitet mit Nahaufnahmen, Erinnerungssplittern, subjektiven Geräuschen und ausschnitthaften Bildern. Dadurch nimmt das Publikum Sarahs eingeschränkte Wahrnehmung unmittelbar wahr. Kritische Stimmen bemängelten einzelne Logiklücken und ein langsameres erstes Drittel, bewerteten das Finale jedoch überwiegend als spannungsstark.

Die Wiederholung ist auch in der ARD Mediathek abrufbar. Nach der derzeitigen Angabe des Angebots bleibt der Film dort bis zum 2. August 2027 um 20.15 Uhr verfügbar. Untertitel, Deutsche Gebärdensprache und Audiodeskription werden angeboten.

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