Kündigungswelle bei Revo trifft Hunderte Beschäftigte

Kündigungswelle bei Revo trifft Hunderte Beschäftigte
Symbolbild: runnyrem

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Die Revo-Kündigungen in Deutschland betreffen nach Angaben der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten rund 500 Beschäftigte. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren bislang in Hotels der insolventen Revo Hospitality Group tätig. Der indische Hotelkonzern Prism übernimmt insgesamt 24 Häuser und führt sie künftig überwiegend unter der Marke Sunday Hotels weiter. Obwohl die Hotelstandorte erhalten bleiben sollen, haben zahlreiche bisherige Beschäftigte Kündigungen von Revo erhalten. Prism bestätigt grundsätzlich einen Personalabbau, nennt jedoch keine konkrete Gesamtzahl.

Hotelkette entlässt Mitarbeiter nach Übernahmeankündigung

Nach Darstellung der NGG haben rund 500 bisherige Revo-Beschäftigte keine Aussicht auf eine Weiterbeschäftigung. Die Kündigungen seien von den bisherigen Revo-Gesellschaften ausgesprochen worden. Betroffen sind demnach Mitarbeiter aus Hotels verschiedener Marken, darunter H+ Hotels, H2 Hotels, Dorint, Mercure, Vienna House Easy und Ramada by Wyndham. Die Gewerkschaft kritisiert insbesondere die Kommunikation gegenüber den Belegschaften und fordert mehr Klarheit über die künftigen Personalkonzepte. Zudem sollen Betriebsräte, sofern sie an den jeweiligen Standorten bestehen, umfassend in die weiteren Entscheidungen einbezogen werden.

Die Revo-Kündigungen in Deutschland erfolgen im Zusammenhang mit dem laufenden Insolvenzverfahren. Nach Angaben der NGG wird dabei die insolvenzrechtliche Möglichkeit genutzt, Kündigungsfristen auf höchstens drei Monate zu begrenzen. Beschäftigten, die eine Kündigung erhalten haben, empfiehlt die Gewerkschaft, sich zeitnah beraten zu lassen. Für eine Kündigungsschutzklage gilt grundsätzlich eine Frist von drei Wochen ab dem Zugang der Kündigung.

Prism übernimmt Revo-Hotels und bestätigt Stellenabbau

Prism hat gegenüber dem Branchenportal Hotel vor9 bestätigt, dass es in den übernommenen Betrieben Entlassungen gibt. Die von der NGG genannte Zahl von rund 500 Betroffenen bestätigte der Konzern allerdings nicht. Nach Angaben des Unternehmens seien die Hotels in ihrer bisherigen Struktur wirtschaftlich nicht tragfähig gewesen. Ohne die Übernahme hätten nach Darstellung von Prism vollständige Schließungen und damit der Verlust aller Arbeitsplätze gedroht. Die Häuser sollen trotz des Personalabbaus geöffnet bleiben und ihren Betrieb fortsetzen.

Aus einzelnen Hotels liegen bereits konkrete Angaben vor. Im H+ Hotel Leipzig soll etwa der Hälfte der rund 20 Beschäftigten gekündigt worden sein. Mitarbeiter aus mehreren Standorten berichteten zudem von Unsicherheit und fehlenden Informationen während des Betreiberwechsels. Betroffen seien sowohl Arbeitsplätze in der Verwaltung als auch im operativen Hotelbetrieb und in Führungspositionen. Prism erklärte dagegen, die Maßnahmen würden nach den Vorgaben des deutschen Arbeitsrechts umgesetzt.

Sunday Hotels baut Geschäft in Deutschland aus

Sunday Hotels hatte am 22. Juli 2026 offiziell mitgeteilt, 24 weitere Hotels und Ferienanlagen in Deutschland in das eigene Portfolio aufgenommen zu haben. Die Häuser wurden zuvor unter anderem unter Marken von Accor, Wyndham und H+ betrieben. Durch die Erweiterung wächst das deutsche Portfolio der Marke nach Unternehmensangaben von elf auf 35 Standorte. Genannt werden unter anderem Hotels in Berlin, Frankfurt, Düsseldorf, Köln, Leipzig, Nürnberg, Hannover, Bonn, Augsburg und Wiesbaden.

Die Hotels werden nach Angaben von Sunday auf Grundlage von Managementverträgen betrieben. Gleichzeitig sollen Buchungssysteme, Abläufe und technische Prozesse vereinheitlicht werden. Berichte aus einzelnen Betrieben deuten darauf hin, dass der Übergang nicht überall reibungslos verläuft. Beschäftigte berichteten unter anderem von Problemen bei der Übertragung von Buchungen und von Unsicherheiten über ihre künftigen Aufgaben. Prism bezeichnete solche Schwierigkeiten als mögliche Übergangsprobleme einer größeren Integration.

Münster nicht unter den genannten Standorten

Ein Hotel in Münster ist in den bislang veröffentlichten Standortübersichten zur Übernahme der 24 Revo-Häuser nicht aufgeführt. In Nordrhein-Westfalen nennt Sunday Hotels dagegen unter anderem Standorte im Raum Düsseldorf, Köln und Bonn. Auch Hotels in Dortmund und Bielefeld werden bereits unter der Marke Sunday betrieben, wobei nicht alle derzeitigen Prism-Standorte mit der Revo-Insolvenz zusammenhängen. Für Münster liegen aktuell keine Hinweise auf einen direkt von dieser Übernahme betroffenen Hotelbetrieb vor. Das bedeutet jedoch nicht, dass andere Revo-Gesellschaften oder Beschäftigte in der Region grundsätzlich ausgeschlossen werden können.

Kündigungswelle bei Revo folgt auf Insolvenz

Die Revo Hospitality Group hatte Mitte Januar 2026 für zahlreiche Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Zunächst waren rund 125 Hotels in Deutschland und Österreich sowie etwa 5.500 Beschäftigte betroffen. Der Hotelbetrieb wurde während des Verfahrens weitergeführt, während parallel nach neuen Investoren und Betreibern gesucht wurde. Als Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurden unter anderem die schnelle Expansion, gestiegene Personal-, Miet- und Energiekosten sowie Probleme bei der Eingliederung neu übernommener Hotels genannt.

Die aktuelle Kündigungswelle bei Revo betrifft nicht nur die nun von Prism übernommenen Hotels. Bereits Anfang Juni war bekannt geworden, dass rund 450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Berliner Revo-Zentrale ihre Arbeitsplätze verlieren. Die nun von der NGG gemeldeten Kündigungen in den Hotels stellen damit eine weitere Entlassungsrunde dar. Wie viele Arbeitsplätze nach dem Abschluss aller Betreiberwechsel dauerhaft erhalten bleiben, ist derzeit noch nicht abschließend bekannt.

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