Rose Tattoo bricht Abschiedstour ab: Neun Konzerte fallen aus

Lecker aufs Land heute im SWR: Folge 104 aus dem Landkreis Rottweil
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Die Rose Tattoo Tour 2026 in Europa ist vorzeitig beendet. Die australische Hardrock-Band hat sämtliche noch ausstehenden Konzerte ihrer Abschiedstour abgesagt. Sänger Gary „Angry“ Anderson befindet sich nach Angaben der Band wegen eines medizinischen Problems im Krankenhaus. Was genau ihm fehlt, teilte Rose Tattoo nicht mit. Von der Entscheidung sind neun geplante Auftritte bis zum 21. August betroffen, darunter sechs Termine in Deutschland. Für die abgesagten eigenständigen Konzerte können Eintrittskarten an der jeweiligen Verkaufsstelle zurückgegeben werden. Nachholtermine wurden bislang nicht angekündigt.

Rose Tattoo sagt alle verbleibenden Europa-Konzerte ab

Rose Tattoo veröffentlichte die Absage am Montag, 10. August 2026. In der offiziellen Mitteilung heißt es, dass sämtliche noch ausstehenden Shows der Europatour nicht stattfinden können. Als Grund nennt die Band den Krankenhausaufenthalt von Angry Anderson aufgrund eines „medical issue“, also eines medizinischen Problems. Weitere Einzelheiten wurden bewusst nicht genannt. Die Musiker erklärten zugleich, dass sie die Tour sehr gern fortgesetzt und die restlichen Konzerte mit ihren Fans gespielt hätten.

Zugleich bedankte sich die Band für die zahlreichen Nachrichten und Unterstützungsbekundungen, die Anderson und die Musiker bereits erreicht hätten. Rose Tattoo bat ausdrücklich darum, die Privatsphäre des Sängers und seiner Familie zu respektieren. Bereits am Sonntag war ein einzelner Auftritt abgesagt worden. Anderson befand sich zu diesem Zeitpunkt nach Angaben der Band schon im Krankenhaus. Betroffen war der geplante Auftritt beim Alcatraz Metal Festival im belgischen Kortrijk. Einen Tag später folgte schließlich die Absage des gesamten verbleibenden Europa-Programms.

Zum Gesundheitszustand von Angry Anderson gibt es kaum Angaben

Mehr als den Krankenhausaufenthalt und das medizinische Problem hat Rose Tattoo zum Gesundheitszustand des 79 Jahre alten Sängers bislang nicht öffentlich gemacht. Es gibt keine offizielle Diagnose und keine Angaben dazu, wann Anderson das Krankenhaus verlassen könnte. Auch eine Einschätzung dazu, ob und wann er wieder auf einer Bühne stehen kann, veröffentlichte die Band zunächst nicht.

Damit gibt es auch keine Grundlage für Spekulationen über die Ursache des Krankenhausaufenthalts. Die Bitte der Band um Privatsphäre macht deutlich, dass Rose Tattoo derzeit keine näheren medizinischen Einzelheiten öffentlich machen will. Australische Medien wie 7NEWS berichteten ebenfalls über die Klinikeinweisung, konnten jedoch keine weitergehende Diagnose nennen. Offiziell bestätigt ist damit zunächst nur, dass Anderson wegen eines medizinischen Problems im Krankenhaus ist und die verbleibende Europatour deshalb nicht fortgesetzt werden kann.

Diese neun Konzerte der Abschiedstour fallen aus

Die Absage betrifft das komplette ursprünglich noch vorgesehene Programm vom 11. bis zum 21. August. Besonders stark betroffen ist Deutschland. Bereits am Dienstag, 11. August, hätte Rose Tattoo in der Kammgarn in Kaiserslautern auftreten sollen. Einen Tag später war ein Konzert im Backstage Werk in München geplant. Die Münchner Show war nach vorherigen Angaben der Band bereits ausverkauft.

Außerhalb Deutschlands fallen am 14. August das Konzert im PPC in Graz in Österreich, am 15. August der Auftritt im Barba Negra in Budapest in Ungarn und am 16. August das Konzert im Kwadrat in Krakau in Polen weg. Anschließend sollte die Band noch einmal für vier Shows nach Deutschland kommen.

Für den 18. August war das Astra Kulturhaus in Berlin vorgesehen, ebenfalls eine zuvor als ausverkauft gemeldete Show. Am 19. August sollte Rose Tattoo im Westand in Braunschweig spielen. Damit ist auch Niedersachsen von der Absage betroffen. Es folgen die Markthalle in Hamburg am 20. August und schließlich am 21. August das Baltic Open Air in Busdorf in Schleswig-Holstein. Der Festivalauftritt sollte das Ende der Europatour bilden.

Insgesamt fallen damit neun noch ausstehende Auftritte aus. Sechs davon liegen in Deutschland: Kaiserslautern, München, Berlin, Braunschweig, Hamburg und Busdorf.

Tickets werden bei Headline-Shows zurückgenommen

Für Käufer regulärer Konzertkarten enthält die Mitteilung der Band eine klare Regelung. Tickets für die abgesagten Headline-Konzerte können dort zurückgegeben werden, wo sie gekauft wurden. Auch die Kammgarn in Kaiserslautern weist ausdrücklich darauf hin, dass Tickets über die jeweilige Verkaufsstelle rückerstattet werden.

Damit sollten Käufer zunächst den Anbieter kontaktieren, über den die Eintrittskarte erworben wurde. Das kann je nach Konzert beispielsweise eine Ticketplattform oder eine örtliche Vorverkaufsstelle sein. Die Band nennt keinen zentralen Erstattungsweg für sämtliche Veranstaltungen.

Eine wichtige Einschränkung betrifft Festivalauftritte. Die Formulierung von Rose Tattoo bezieht sich ausdrücklich auf die abgesagten Headline-Shows. Für ein Mehrtagesfestival wie das Baltic Open Air gelten die Bedingungen des jeweiligen Veranstalters, da mit der Eintrittskarte nicht ausschließlich ein Rose-Tattoo-Auftritt gekauft wurde. Eine allgemeine Erstattung kompletter Festivaltickets allein wegen der Absage von Rose Tattoo wurde bislang nicht angekündigt.

Keine Nachholtermine für Rose Tattoo angekündigt

Die Band bezeichnet die Veranstaltungen ausdrücklich als abgesagt und nicht als verschoben. Neue Termine für Deutschland oder andere europäische Länder wurden bis Dienstagmorgen nicht genannt. Gerade bei dieser Tour ist dieser Unterschied bedeutsam, weil die Konzertreise von Beginn an als letzter europäischer Tourlauf von Rose Tattoo angekündigt worden war.

Bereits im November 2025 hatte die Band ihre „Final European Tour 2026“ vorgestellt. Unter dem Motto „One Last Ride“ sollte Rose Tattoo im Juli und August noch einmal durch Europa reisen. Im Laufe der Planung kamen weitere Konzerte hinzu. Die Tour führte unter anderem durch die Niederlande, Deutschland, Schweden, Norwegen und die Schweiz. Auftritte in Leipzig, Pyras, Osnabrück, Wacken, Bochum, Frankfurt und Köln konnten noch stattfinden, bevor Andersons Krankenhausaufenthalt die weitere Reise stoppte.

Damit endet die letzte geplante Europatour früher als vorgesehen. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass Rose Tattoo mit der Absage automatisch als Band beendet ist. Die Ankündigungen bezogen sich auf das Ende der Touraktivitäten beziehungsweise auf den letzten europäischen Konzertlauf. Über die weitere musikalische Arbeit der Gruppe macht die aktuelle Absagemitteilung keine Aussage.

Rose Tattoo gehört seit 1976 zum australischen Hardrock

Die Geschichte von Rose Tattoo reicht fünf Jahrzehnte zurück. Die Band entstand 1976 in Sydney. Eine der Schlüsselfiguren war Gitarrist Peter Wells, der zuvor bei Buffalo gespielt hatte und einen besonders harten, von Blues und Slide-Gitarre geprägten Rocksound entwickeln wollte. Angry Anderson wurde zum Sänger und über die Jahrzehnte zur konstantesten Identifikationsfigur der Band.

1977 erschien „Bad Boy for Love“, einer der frühen Songs, mit denen Rose Tattoo Aufmerksamkeit erregte. Das selbstbetitelte Debütalbum folgte 1978 und wurde international auch unter dem Namen „Rock ’n’ Roll Outlaw“ bekannt. Zu den Liedern, die dauerhaft mit Rose Tattoo verbunden blieben, gehören neben dem Titelsong unter anderem „Nice Boys“, „One of the Boys“, „Bad Boy for Love“ und später „We Can’t Be Beaten“.

Der Sound verband Hardrock mit Blues, Boogie, Pub Rock und einer auffälligen Slide-Gitarre. Dazu kam Andersons raue Stimme. 1981 folgte das Album „Assault & Battery“, 1982 „Scarred for Life“. Nach wechselnden Besetzungen und Unterbrechungen kehrte die Band mehrfach zurück. Zu den späteren Veröffentlichungen gehören „Pain“ von 2002, „Blood Brothers“ von 2007 und „Outlaws“ aus dem Jahr 2020.

2006 wurde Rose Tattoo in die ARIA Hall of Fame aufgenommen. Die Australian Recording Industry Association würdigte damit die Bedeutung der Gruppe für die Musikgeschichte des Landes.

Verbindung zu AC/DC und Einfluss auf Guns N‘ Roses und Airbourne

Rose Tattoo entwickelte sich in derselben australischen Rocklandschaft, aus der auch AC/DC und The Angels hervorgingen. Eine wichtige Verbindung bestand über Albert Productions. Zudem arbeiteten Rose Tattoo bei ihren frühen Alben mit dem Produzententeam Harry Vanda und George Young zusammen, das eng mit der Karriere von AC/DC verbunden war. Musikalisch blieben die Bands dennoch eigenständig. Bei Rose Tattoo gehörte insbesondere die aggressive Slide-Gitarre zu den prägenden Elementen.

Der internationale Einfluss lässt sich besonders deutlich bei Guns N‘ Roses nachvollziehen. Die amerikanische Band nahm „Nice Boys“ von Rose Tattoo bereits in ihrer frühen Phase auf. Die Coverversion erschien zunächst auf „Live ?!*@ Like a Suicide“ und später auf „G N‘ R Lies“. Rose Tattoo trat in den 1990er Jahren außerdem bei der australischen Etappe der „Use Your Illusion“-Tour von Guns N‘ Roses auf. Slash bezeichnete sich später öffentlich als langjährigen Fan der australischen Band.

Auch eine jüngere Generation australischer Hardrock-Gruppen knüpfte an diese Tradition an. Airbourne-Frontmann Joel O’Keeffe bezeichnete Rose Tattoo ausdrücklich als wichtigen Einfluss. Damit steht die Band zwischen der australischen Hardrock-Generation der 1970er Jahre um AC/DC und The Angels und späteren Gruppen, die den direkten, bluesbasierten Pub-Rock-Sound international weiterführten.

Ein ungeplantes Ende der letzten Europareise

Die Absage bekommt zusätzliches Gewicht, weil die Tour nicht als gewöhnliche Konzertreise geplant war. Rose Tattoo feiert 2026 rund 50 Jahre Bandgeschichte und hatte die europäischen Auftritte ausdrücklich als letzten gemeinsamen Tourlauf auf dem Kontinent angekündigt. Mehrere deutsche Konzerte waren bereits ausverkauft. Der Abschluss sollte am 21. August beim Baltic Open Air in Schleswig-Holstein stattfinden.

Stattdessen endet die Europa-Etappe nun nach dem Krankenhausaufenthalt ihres Frontmanns. Ob Rose Tattoo irgendwann noch einmal einzelne Konzerte in Europa spielen wird, ist nicht bekannt. Nachholtermine gibt es nicht, und die aktuelle Erklärung der Band enthält auch keine entsprechende Aussicht. Vorrang hat nach der Mitteilung derzeit Andersons Gesundheit. Über seinen konkreten Zustand will die Band keine weiteren Informationen veröffentlichen und bittet Fans ausdrücklich, diese Grenze zu respektieren.

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