
Der Waldbrand Möhnesee beschäftigt die Einsatzkräfte auch am Freitagnachmittag weiter. Rund 60.000 Quadratmeter Wald sind inzwischen betroffen. Nach Angaben der Feuerwehren im Kreis Soest sind derzeit etwa 130 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen, THW und Polizei im Einsatz. Obwohl das Feuer weiterhin unter Kontrolle ist, hatten auffrischender und drehender Wind in der Nacht zu einer weiteren Ausbreitung geführt. Die Arbeiten sollen mindestens bis Samstagnachmittag dauern.
Das Feuer war am Donnerstagnachmittag im Bereich zwischen Grüne Hoffnung und Wilhelmsruh südlich des Möhnesees ausgebrochen. Gegen 15 Uhr begannen die Löscharbeiten. Am frühen Donnerstagabend waren zunächst rund 44.000 Quadratmeter Wald betroffen und etwa 300 Einsatzkräfte vor Ort. Später wuchs die Brandfläche auf etwa 58.000 Quadratmeter an. Zeitweise waren nach Feuerwehrangaben 480 Kräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Hilfsorganisationen, THW und Polizei beteiligt.
Über Nacht gelang es, eine weitere größere Ausbreitung zu verhindern. Die Bedingungen blieben allerdings schwierig. Neben der Topografie erschweren teilweise stark geschädigte Bäume den Einsatz direkt im Brandgebiet. Am Freitagmorgen wurde deshalb unter anderem mit Handwerkzeugen und Forstmaschinen gearbeitet, um den Waldboden zu öffnen und verbliebene Glutnester gezielt abzulöschen. Nach dem jüngsten Stand sind nun rund 60.000 Quadratmeter betroffen.
Bei den Löscharbeiten kommen weiterhin Spezialfahrzeuge zum Einsatz. Dazu gehört der sogenannte Firefighter des Landesbetriebs Wald und Holz NRW. Dabei handelt es sich um einen Harvester, der die Feuerwehr bei Arbeiten im Wald unterstützt. Bereits am Donnerstagabend wurde das Fahrzeug eingesetzt, während Segmentregner die betroffenen Flächen gezielt bewässerten.
Am Freitagnachmittag unterstützt außerdem das in Soest stationierte Löschunterstützungsfahrzeug des Kreises die Brandbekämpfung. Damit können nach Angaben der Feuerwehr auch Stellen erreicht werden, die Einsatzkräfte wegen beschädigter Bäume oder anderer Gefahren nicht sicher betreten können. Gleichzeitig bleibt körperliche Arbeit im Gelände notwendig. Bei Temperaturen von deutlich mehr als 30 Grad werden die Einsatzkräfte deshalb regelmäßig durch frische Mannschaften aus umliegenden Kommunen ersetzt.
Auch für den Verkehr hat der Waldbrand Möhnesee weiterhin Folgen. Die Bundesstraße 229 soll nach aktuellem Stand noch bis mindestens Samstagmorgen gesperrt bleiben. Bereits am Donnerstag war die Straße zwischen dem Bereich des Kreisverkehrs in Delecke und Breitenbruch für den Einsatzverkehr geschlossen worden. Dadurch sollten Löschfahrzeuge und andere Einsatzfahrzeuge die Brandstelle ungehindert erreichen können.
Eine wichtige Rolle spielt zudem die Wasserversorgung. In der Nacht wurde mithilfe des Hytrans Fire Systems der Feuerwehr des Kreises Paderborn eine leistungsfähige Schlauchleitung vom Südufer des Möhnesees in Richtung Wald aufgebaut. Die Feuerwehr bittet Verkehrsteilnehmer weiterhin, die Sperrungen zu beachten und den betroffenen Bereich nicht unnötig anzufahren.
Die Einsatzleitung appelliert außerdem an Besucher, die abgesperrten Waldgebiete nicht zu betreten. Spaziergänge und Radtouren im betroffenen Bereich sollen vorerst unterbleiben, damit Wege und Flächen für Feuerwehrfahrzeuge frei bleiben. Nach Angaben des Presseteams wurden während des Einsatzes wiederholt Personen und Fahrzeuge auf Wegen festgestellt, die für die Einsatzkräfte benötigt werden.
Bereits zu Beginn des Feuers am Möhnesee hatte die Feuerwehr dazu aufgerufen, insbesondere das Südufer und den Bereich rund um das Torhaus großräumig zu meiden. Wegen des Rauchs waren zeitweise auch Geruchsbelästigungen im Arnsberger Wald, in der Soester Börde und in Teilen des Hochsauerlandkreises möglich.
Ein schnelles Ende des Großeinsatzes ist nicht zu erwarten. Nach der aktuellen Einschätzung der Feuerwehr werden die Arbeiten mindestens bis Samstagnachmittag weitergehen. Entscheidend ist dabei nicht nur, offene Flammen zu löschen. Gerade bei Waldbränden müssen auch Glutnester im Boden gefunden und vollständig abgelöscht werden, damit das Feuer nicht erneut aufflammt.
Noch am Freitagmorgen hatte die Feuerwehr erklärt, dass ein Ende des Einsatzes frühestens im weiteren Tagesverlauf möglich sei. Die neuere Prognose reicht nun deutlich weiter. Gleichzeitig bleibt das Feuer nach Angaben der Einsatzleitung unter Kontrolle. Die Entwicklung hängt jedoch weiterhin unter anderem von Wind und Bedingungen im Brandgebiet ab.
Für die Feuerwehren im Raum Soest ist es bereits der zweite außergewöhnlich große Brandeinsatz innerhalb weniger Tage. Erst in der Nacht zum Montag, 10. August, waren rund 200 Einsatzkräfte bei einem Großbrand in einem Lagerhallenkomplex in Soest gefordert. Das Feuer im Bereich Elfser Weg und Friedrich-Bertram-Weg hatte mehrere Gebäudeteile erfasst. Die Polizei bezifferte den entstandenen Schaden zunächst auf einen Millionenbetrag.
Ein Zusammenhang zwischen dem damaligen Großbrand in Soest und dem aktuellen Waldbrand im Kreis Soest ist nicht bekannt. Der erneute Großeinsatz zeigt jedoch, wie stark Feuerwehren und Hilfsorganisationen in der Region innerhalb weniger Tage gefordert sind. Zur Ursache des Waldbrandes am Möhnesee lagen am Freitagnachmittag weiterhin keine gesicherten Angaben vor.
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