
Der Waldbrand bei Schramberg im Landkreis Rottweil ist nach einem Großeinsatz mit Hunderten Kräften unter Kontrolle. Das Feuer hatte am Sonntagnachmittag, 16. August 2026, in einem Waldstück zwischen Schramberg und Lauterbach begonnen und sich in der Nacht erheblich ausgebreitet. Nach Angaben der Feuerwehr sind knapp 20 Hektar Wald betroffen. Vollständig gelöscht war der Brand am Montagnachmittag noch nicht. In mehreren Bereichen liefen Nachlöscharbeiten weiter.
Die Feuerwehr Schramberg wurde am Sonntag gegen 17.37 Uhr zunächst wegen eines kleineren Vegetationsbrandes alarmiert. Das Feuer befand sich an einem bewaldeten Hang im Bereich der Verbindung zwischen Schramberg und Lauterbach. Schon während des ersten Einsatzes breitete es sich weiter hangaufwärts aus. Starker Wind begünstigte die Ausbreitung. Am Sonntagabend war zunächst von wenigen Hektar die Rede, in der Nacht wuchs das betroffene Gebiet deutlich.
Am Montag wurde die Fläche schließlich auf etwa 15 bis 20 Hektar geschätzt. Damit war ein erheblich größeres Gebiet betroffen als nach den ersten Einschätzungen am Sonntagabend. Die Einsatzkräfte griffen das Feuer von mehreren Seiten an, um insbesondere eine weitere Ausbreitung in Richtung der Schramberger Bebauung zu verhindern.
Am Montagvormittag war die Lage noch nicht vollständig unter Kontrolle. Zwei besonders schwer erreichbare Brandstellen an einem Steilhang bereiteten der Feuerwehr Probleme. Gegen 13.45 Uhr meldeten die Einsatzkräfte, dass auch diese beiden Brandbereiche unter Kontrolle gebracht worden seien. Am Nachmittag breitete sich das Feuer nach Angaben der Feuerwehr nicht mehr weiter aus.
Damit kam am frühen Nachmittag die entscheidende Entwarnung für die weitere Ausbreitung. Der Einsatz war dadurch jedoch nicht beendet. Glutnester mussten gesucht und abgelöscht werden. Die Feuerwehr rechnete mindestens bis in die Abendstunden mit weiteren Arbeiten. Ein erneutes Aufflammen sollte durch intensive Nachkontrollen verhindert werden.
Zeitweise befanden sich rund 330 Kräfte gleichzeitig im Einsatz. Da Mannschaften während der Nacht und am Montagmorgen abgelöst wurden, waren nach Angaben der Feuerwehr insgesamt bis zu 400 Einsatzkräfte an den Arbeiten beteiligt. Mehr als 80 Fahrzeuge waren vor Ort. Neben der Feuerwehr wirkten Polizei, Technisches Hilfswerk und Deutsches Rotes Kreuz mit. Auch Landwirte unterstützten den Einsatz mit Wasser und Transportfahrzeugen.
Beteiligt waren Feuerwehren aus dem gesamten Landkreis Rottweil sowie Einheiten aus benachbarten Regionen. Genannt wurden unter anderem Kräfte aus Rottweil, Schiltach, Oberndorf, Dunningen und St. Georgen sowie Einheiten der Berufsfeuerwehren Freiburg und Reutlingen. Eine abschließende Zahl der beteiligten einzelnen Feuerwehren war am Montagnachmittag nicht veröffentlicht.
Am Montag wurde ein Hubschrauber der Polizei mit einem Löschwasserbehälter eingesetzt. Er konzentrierte sich insbesondere auf die beiden schwer zugänglichen Brandstellen im Steilhang. Der Einsatz aus der Luft zeigte nach Angaben der Feuerwehr Wirkung. Beide Bereiche konnten schließlich unter Kontrolle gebracht werden.
Die Unterstützung aus der Luft war notwendig, weil Teile des Brandgebiets für Feuerwehrkräfte am Boden kaum erreichbar waren. Der Hang ist steil, dicht bewachsen und teilweise von losem Gestein geprägt. Hinzu kam die Gefahr durch Steinschlag. Bodengebundene Löscharbeiten mussten deshalb zeitweise unterbrochen werden. In unzugänglichen Bereichen konnten sich Glutnester halten, ohne dass Einsatzkräfte unmittelbar an sie herankamen.
Eine weitere Herausforderung war die Versorgung mit Löschwasser. Das öffentliche Trinkwassernetz sollte nicht übermäßig belastet werden. Wasser wurde deshalb unter anderem aus einem Löschteich und aus dem Freibad in Tennenbronn entnommen. Landwirte transportierten zusätzlich Wasser mit großen Fässern zur Einsatzstelle.
Die Berufsfeuerwehr Freiburg brachte außerdem ein leistungsfähiges System zur Wasserförderung zum Einsatz. Damit wurde Wasser aus der Schiltach in Richtung Brandgebiet gepumpt. Besonders die zur Wohnbebauung gerichtete Flanke konnte so kontinuierlich mit Löschwasser versorgt werden. Der einsetzende stärkere Regen am Montagvormittag unterstützte die Löscharbeiten zusätzlich.
Eine unmittelbare Gefahr für die Bevölkerung bestand nach Angaben der Einsatzleitung nicht. Wohnhäuser mussten deshalb nicht evakuiert werden. Wegen der starken Rauchentwicklung waren Menschen in Schramberg und umliegenden Bereichen zeitweise aufgefordert worden, Fenster und Türen geschlossen zu halten sowie Klima- und Lüftungsanlagen auszuschalten.
Verletzte wurden im Zusammenhang mit dem Waldbrand zunächst nicht gemeldet. Das Deutsche Rote Kreuz war unter anderem zur medizinischen Absicherung und Versorgung der Einsatzkräfte vor Ort. Die Feuerwehr konzentrierte sich besonders darauf, ein Übergreifen des Feuers auf ein angrenzendes Wohngebiet zu verhindern. Dieses Ziel wurde erreicht.
Für eine großräumige, durch den Waldbrand verursachte Straßensperrung lag am Montagnachmittag keine bestätigte behördliche Mitteilung vor. Die Behörden forderten die Bevölkerung jedoch dazu auf, das Einsatzgebiet zu meiden. Bereits am Sonntag hatten Schaulustige den Verkehr und die Arbeit der Einsatzkräfte erschwert.
Auch zu einer gesonderten Sperrung bestimmter Wanderwege lagen zunächst keine bestätigten Angaben vor. Wegen der laufenden Löscharbeiten, des steilen Geländes, möglicher Glutnester und der Steinschlaggefahr sollte das betroffene Waldgebiet weiterhin nicht betreten werden.
Die Ursache des Feuers war am Montagnachmittag nicht amtlich geklärt. Eine bestätigte Feststellung dazu lag zunächst nicht vor. Angaben über eine mögliche konkrete Entstehungsursache sind daher nicht gesichert und werden nicht als Ursache des Brandes geführt.
Auch eine belastbare Schadenssumme war zunächst nicht bekannt. Die Größe der verbrannten Fläche allein erlaubt keine seriöse Berechnung des finanziellen Schadens, da unter anderem Baumarten, Alter und Zustand des Bestandes sowie Schäden an Infrastruktur berücksichtigt werden müssten. Eine offizielle Schadensschätzung lag zunächst nicht vor.
Die Waldbrandgefahr wird in Baden-Württemberg nicht mit einer einheitlichen Stufe für das gesamte Bundesland angegeben. Der Deutsche Wetterdienst berechnet den Waldbrandgefahrenindex regional auf einer Skala von eins bis fünf. Stufe eins steht für eine sehr geringe, Stufe fünf für eine sehr hohe Gefahr.
Nach der vorangegangenen Hitze und Trockenheit sorgt der Wetterwechsel inzwischen für Entspannung. Regen und niedrigere Temperaturen lassen das Risiko sinken. Für Dienstag erwartet der DWD an vielen Messstationen in Baden-Württemberg nur noch die Stufen eins oder zwei und damit eine sehr geringe beziehungsweise geringe Waldbrandgefahr. Regional können die Werte weiterhin voneinander abweichen.
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