Bäckerei-Ausstatter Korte startet Sanierung mit 138 Beschäftigten

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Der Ladenbauer Korte Einrichtungen GmbH aus Kürten hat ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das Amtsgericht Köln ordnete am 18. August 2026 die vorläufige Eigenverwaltung an. Der Geschäftsbetrieb soll nach Angaben des Unternehmens uneingeschränkt weiterlaufen. Betroffen sind 138 Beschäftigte.

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Die Korte Einrichtungen Insolvenz trifft einen Anbieter, der sich vor allem auf Ladenbaukonzepte für Bäckereien und Konditoreien spezialisiert hat. Das Unternehmen plant und produziert unter anderem Verkaufstheken, Ladeneinrichtungen und komplette Filialkonzepte. Nach eigenen Angaben beschäftigt Korte rund 140 Menschen und verfügt neben dem Hauptsitz in Kürten über weitere Planungs- und Vertriebsstandorte.

Geschäftsbetrieb soll während der Sanierung weiterlaufen

Mit der vorläufigen Eigenverwaltung bleibt die Geschäftsführung grundsätzlich handlungsfähig. Anders als in einem regulären Insolvenzverfahren wird die Leitung des Unternehmens nicht vollständig auf einen Insolvenzverwalter übertragen. Das Gericht stellt der Geschäftsführung jedoch eine Sachwalterin zur Seite, die das Verfahren überwacht.

Bei Korte wurde Rechtsanwältin Marion Rodine von Runkel Rechtsanwälte zur vorläufigen Sachwalterin bestellt. Die Geschäftsleitung wird während des Sanierungsverfahrens zudem durch Florian Bandrack von Baker Tilly als Generalbevollmächtigten unterstützt. DTE Consult begleitet die Restrukturierung beratend.

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Die Löhne und Gehälter der 138 Beschäftigten sollen über das Insolvenzgeld bis einschließlich Oktober 2026 abgesichert sein. Einen Stellenabbau kündigte das Unternehmen zunächst nicht an. Auch über mögliche Standortschließungen oder andere Einschnitte gab es zunächst keine gesicherten Angaben.

Korte nennt Investitionszurückhaltung bei Bäckereien

Als wesentlichen Auslöser für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten nennt Korte die Entwicklung in seiner wichtigsten Kundengruppe. Viele Bäckereibetriebe stünden seit Jahren unter erheblichem Kostendruck und hielten sich deshalb mit Investitionen zurück. Zusätzlich hätten längere Genehmigungszeiten Projekte verzögert.

Nach Darstellung des Unternehmens habe dies die Nachfrage nach Neu- und Umbauten von Bäckereifilialen deutlich gebremst. Gerade für Ladenbauer wirkt sich eine solche Investitionszurückhaltung unmittelbar aus, weil größere Aufträge häufig mit Neueröffnungen, Modernisierungen oder umfangreichen Filialumbauten verbunden sind.

Unabhängig davon ist die deutsche Bäckereibranche tatsächlich von einem anhaltenden Strukturwandel geprägt. Steigende Personal-, Energie- und Kraftstoffkosten sowie bürokratische Belastungen gehören nach Angaben des Zentralverbands des Deutschen Bäckerhandwerks zu den wichtigsten Herausforderungen der Betriebe.

Sanierung soll Geschäftsmodell an veränderten Markt anpassen

Korte will das Eigenverwaltungsverfahren nutzen, um das Unternehmen neu auszurichten. Ein Schwerpunkt soll künftig stärker auf Konzepten für klassische, hybride und autonome Bäckereifilialen liegen. Dazu zählen unter anderem Verkaufsmodelle, bei denen digitale Technik und personalreduzierte Öffnungszeiten eine größere Rolle spielen.

Ein vollständiger Sanierungsplan mit konkreten Sparzielen, Gläubigerquoten oder möglichen Veränderungen bei Personal und Produktion wurde zunächst nicht veröffentlicht. Auch ein Termin für den Abschluss des Verfahrens stand zunächst nicht fest.

Der zunächst klar benennbare Zeitrahmen ergibt sich vor allem aus dem Insolvenzgeld. Dieses soll die Beschäftigten bis Ende Oktober absichern. Wie die Finanzierung des laufenden Betriebs anschließend ausgestaltet wird und wann über einen Sanierungsplan entschieden werden kann, war zunächst offen.

Zahl der Bäckereibetriebe sinkt weiter

Die wirtschaftliche Lage im Bäckerhandwerk ist dabei widersprüchlich. Einerseits erwirtschaftete die Branche 2025 nach Angaben ihres Zentralverbands einen Umsatz von 18,14 Milliarden Euro. Das waren 1,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Andererseits ging die Zahl der handwerklichen Bäckereibetriebe weiter zurück.

Ende 2025 waren bundesweit noch 8.659 Betriebe registriert. Ein Jahr zuvor waren es 8.912. Damit sank die Zahl innerhalb eines Jahres um 2,8 Prozent. 2015 hatte es noch 12.155 Betriebe gegeben. Gleichzeitig nahm die Zahl der Beschäftigten weiter ab. Sie lag 2025 bei rund 232.000 und damit etwa 43.000 unter dem Stand von 2015.

Der Rückgang der Betriebszahlen bedeutet allerdings nicht, dass sämtliche ausgeschiedenen Unternehmen insolvent wurden. Viele Betriebe schließen auch wegen fehlender Nachfolge oder im Zuge von Zusammenschlüssen. Zugleich wurden 2025 nach Verbandsangaben 448 Bäckereibetriebe neu gegründet, so viele wie seit 2018 nicht mehr.

Insolvenzen bei Bäckereien steigen 2026

Zusätzlichen Druck zeigen aktuelle Insolvenzdaten. Nach einer Auswertung der Wirtschaftsauskunftei Creditreform meldeten im ersten Halbjahr 2026 insgesamt 63 Bäckereibetriebe Insolvenz an. Das waren rund 40 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahreszeitraum.

Dabei erfasst die Auswertung Betriebe, die selbst Backwaren herstellen und verkaufen. Reine Verkaufsstellen ohne eigene Produktion sind nicht enthalten. Die Zahl ist deshalb nicht mit der gesamten Zahl der Filialschließungen im Bäckereimarkt gleichzusetzen.

Für Zulieferer und Ladenbauer wie Korte ist vor allem entscheidend, wie viel die verbleibenden Unternehmen investieren. Selbst bei steigenden Branchenumsätzen können hohe Kosten und unsichere wirtschaftliche Aussichten dazu führen, dass Modernisierungen, neue Filialen oder größere Umbauten verschoben werden. Genau an diesem Punkt setzt die von Korte angekündigte Restrukturierung an.

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