Hauptstrecke zwischen Köln und Düsseldorf wird gesperrt

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Zwischen Köln und Düsseldorf müssen sich Bahnreisende ab Freitagabend auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Die Deutsche Bahn sperrt die stark befahrene rechtsrheinische Strecke zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hauptbahnhof für zwei Wochen vollständig. Die Sperrung beginnt am Freitag, 21. August 2026, um 21 Uhr und soll am Freitag, 4. September, ebenfalls um 21 Uhr enden. Betroffen sind Fernzüge, Regionalexpresslinien und S-Bahnen. Züge werden umgeleitet, fallen auf Teilstrecken aus oder werden durch Busse ersetzt.

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Die Vollsperrung Köln Düsseldorf bedeutet allerdings nicht, dass zwischen den beiden Großstädten überhaupt keine Züge mehr fahren. Die linksrheinische Verbindung über Dormagen und Neuss bleibt grundsätzlich nutzbar. Fahrgäste müssen jedoch je nach Linie mit längeren Fahrzeiten, zusätzlichen Umstiegen und ausfallenden Halten rechnen.

RE 1 wird umgeleitet, RE 5 fällt teilweise aus

Besonders deutlich sind die Auswirkungen im Regionalverkehr. Die Linie RE 1 wird während der Sperrung über Neuss Hauptbahnhof und Dormagen umgeleitet. Dadurch entfallen die regulären Halte in Düsseldorf-Benrath, Leverkusen Mitte, Köln-Mülheim, Köln Messe/Deutz und Köln Hauptbahnhof. Stattdessen hält der Zug zusätzlich in Neuss und Dormagen.

Die Linie RE 5 fährt nicht zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Köln-Mülheim. Auf diesem Abschnitt richtet die Bahn einen Ersatzverkehr mit Bussen ein. Die Verstärkerzüge des RE 4 zwischen Aachen und Düsseldorf entfallen während der Baumaßnahme ebenfalls.

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Als wichtige Alternativen nennt die Bahn die Linien RE 6 und RE 7. Sie können je nach Ausgangs- und Zielort für Fahrten zwischen Düsseldorf beziehungsweise Neuss und Köln genutzt werden. Reisende sollten ihre konkrete Verbindung dennoch unmittelbar vor der Fahrt prüfen, da sich Abfahrtszeiten und Umstiege vom gewohnten Fahrplan unterscheiden können.

S-Bahnen fallen auf langen Abschnitten aus

Auch im S-Bahnverkehr entstehen erhebliche Lücken. Die S 6 fährt während der ersten Bauphase nicht zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Köln-Mülheim. Von Köln-Mülheim aus werden die Züge stattdessen in Richtung Köln-Dellbrück geführt.

Als Ersatz fahren Busse zwischen Düsseldorf und Langenfeld sowie zwischen Langenfeld und Köln-Mülheim. Sie bedienen die Zwischenhalte. Für die Hauptverkehrszeit sind zusätzlich schnellere Ersatzbusse zwischen Langenfeld und Köln-Mülheim vorgesehen.

Die S 11 entfällt zwischen Neuss Hauptbahnhof und Köln-Worringen. Auch dort fahren Ersatzbusse. Die S 68 wird zwischen Düsseldorf Hauptbahnhof und Langenfeld gestrichen. Fahrgäste können auf diesem Abschnitt den Ersatzverkehr der S 6 nutzen.

Für Pendler entlang der Achse Düsseldorf, Langenfeld, Leverkusen und Köln verlängern sich dadurch viele Fahrten deutlich. Besonders an Stationen, die normalerweise direkt von Regionalzügen und S-Bahnen bedient werden, werden zusätzliche Busfahrten oder Umstiege notwendig.

Fernverkehr wird auf andere Strecken verlegt

Die Sperrung betrifft auch zahlreiche ICE und Intercity-Verbindungen. Fernzüge zwischen Dortmund, Duisburg oder Düsseldorf und Köln werden überwiegend über andere Strecken geführt. Dabei können reguläre Halte unter anderem in Köln, Düsseldorf, Duisburg, Essen oder Bochum entfallen.

Nach Angaben der Bahn soll ab Düsseldorf in viele wichtige Richtungen weiterhin mindestens ein zweistündliches Angebot bestehen. Dazu gehören unter anderem Verbindungen in Richtung Berlin, Frankfurt Flughafen, Stuttgart und zur Nordseeküste. Auch von Köln aus soll in die meisten Richtungen mindestens ein zweistündliches Fernverkehrsangebot bestehen.

Auf einzelnen Linien kommt es jedoch zu Teilausfällen. Betroffen sein können unter anderem Verbindungen in Richtung Norddeich Mole, zur Ostseeküste und nach Ostdeutschland. Dort werden teilweise zusätzliche Umstiege etwa in Düsseldorf, Dortmund oder Hamburg notwendig.

Die Bahn hatte den Fernverkehrsfahrplan für die Sperrung außerdem noch einmal anpassen müssen, weil eine beschädigte Brücke über die Wupper bei Opladen einige ursprünglich vorgesehene Umleitungswege beeinträchtigt.

Gleise, Weichen und Brücken werden gleichzeitig erneuert

Hinter der zweiwöchigen Sperrung steht ein umfangreiches Bauprogramm. DB InfraGO bündelt mehrere Arbeiten, um die Strecke nicht für jede einzelne Maßnahme separat sperren zu müssen.

Im Bereich Langenfeld werden unter anderem drei Weichen und knapp 140 Meter Gleis erneuert. Dabei werden rund 220 Schwellen und etwa 400 Tonnen Schotter ausgetauscht. Zwischen Leverkusen Mitte und Küppersteg soll eine weitere Weiche ersetzt werden.

Besonders umfangreich sind die Arbeiten zwischen Leverkusen und Köln-Mülheim. Dort werden mehr als 7,8 Kilometer Gleis erneuert. Dafür sollen mehr als 8.600 Schwellen und rund 6.500 Tonnen Schotter ausgetauscht werden.

Hinzu kommen Arbeiten an drei Eisenbahnbrücken im Düsseldorfer Stadtgebiet. Betroffen sind die Bauwerke am Garather Bach, an der Rostocker Straße und an der Koblenzer Straße. Dort werden unter anderem Lager der bestehenden Brücken erneuert.

Düsseldorf-Benrath wird für den RRX ausgebaut

Parallel nutzt die Bahn die Sperrung für weitere Arbeiten am Rhein-Ruhr-Express. Im Bereich Langenfeld stehen Nacharbeiten an. Im Düsseldorfer Stadtgebiet beginnen außerdem vorbereitende Maßnahmen für den weiteren RRX-Ausbau, darunter Untersuchungen des Baugrunds und Kampfmittelsondierungen.

Am Bahnhof Düsseldorf-Benrath wird der S-Bahnsteig modernisiert. Er soll barrierefrei ausgebaut, verlängert und künftig unterschiedliche Einstiegshöhen ermöglichen. Damit sollen dort später sowohl S-Bahnen als auch Regionalzüge besser abgefertigt werden können. Für die Modernisierung investieren Deutsche Bahn, das Land und der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr zusammen rund 3,6 Millionen Euro. Der Abschluss ist für das zweite Quartal 2027 vorgesehen.

Nach dem 4. September ist die Baustelle für Pendler noch nicht vollständig erledigt. Während Regional- und Fernzüge wieder stärker dem regulären Netz folgen sollen, bleibt die S-Bahnstrecke zwischen Köln-Mülheim und Düsseldorf Hauptbahnhof bis zum 4. Dezember gesperrt. Vor allem Nutzer der S 6 und S 68 müssen deshalb noch mehrere Monate mit Ersatzverkehr und Fahrplanänderungen rechnen.

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