
Eine Halbzeit lang lag die Überraschung in der Luft, am Ende setzt sich der Favorit durch: Preußen Münster ist im DFB-Pokal nach einer 1:0-Pausenführung mit 1:2 gegen den Karlsruher SC ausgeschieden. Montell Ndikom brachte den SCP vor heimischem Publikum auf Kurs. Nach dem Seitenwechsel drehten Marvin Wanitzek und Sebastian Jung die Partie für den Zweitligisten. In einer hektischen Nachspielzeit sah Münsters Samuel Althaus zudem die Rote Karte.
Von einem Klassenunterschied war in der ersten Hälfte wenig zu sehen. Beide Mannschaften brauchten zunächst Zeit, um gefährlich vor das gegnerische Tor zu kommen. Die erste große Münsteraner Möglichkeit hatte Charalambos Makridis nach gut einer halben Stunde, als er sich im Strafraum durchsetzte, mit seinem Abschluss aber an KSC-Torwart Hans Christian Bernat scheiterte.
Wenig später machte es Preußen besser. Ryan Johansson war an der Entstehung des Angriffs beteiligt, ehe Montell Ndikom den Ball in der 35. Minute zur 1:0-Führung im Karlsruher Tor unterbrachte.
Karlsruhe suchte noch vor der Pause die Antwort. Moritz Broschinski kam zum Abschluss, doch Morten Behrens war zur Stelle. Münster rettete die Führung in die Kabine – und durfte zu diesem Zeitpunkt berechtigt von der zweiten Runde träumen.
Nach Wiederbeginn wurde die Aufgabe für die Preußen deutlich schwerer. Karlsruhe drückte das Spiel zunehmend in die Münsteraner Hälfte und ließ dem SCP immer weniger Möglichkeiten zur Entlastung. Behrens musste mehrfach eingreifen, während die Gastgeber offensiv kaum noch längere Ballbesitzphasen aufbauen konnten.
In der 70. Minute fiel der inzwischen verdiente Ausgleich. Marvin Wanitzek bekam zentral vor dem Münsteraner Tor zu viel Platz und traf aus rund 20 Metern zum 1:1.
Preußen-Trainer Thomas Wörle versuchte mit frischen Kräften gegenzusteuern. Unter anderem kamen Leon Tasov, Niklas Varelmann und Mikail Demirhan ins Spiel. Doch die entscheidende Aktion gelang erneut den Gästen.
In der 81. Minute vollendete Sebastian Jung einen Karlsruher Angriff zum 2:1. Moritz Broschinski bereitete den Treffer vor. Eine mögliche Abseitsstellung sorgte zunächst für einen kurzen Moment der Unsicherheit, der Treffer hatte jedoch Bestand.
Damit musste Münster in der Schlussphase alles nach vorne werfen. In der 90. Minute ging Makridis nach einem Zweikampf mit Christoph Kobald im Strafraum zu Boden. Schiedsrichter Badstübner entschied gegen einen Strafstoß.
Auch in der sechsminütigen Nachspielzeit blieb es turbulent. In der 94. Minute ertönte nach einem Handspiel im Karlsruher Strafraum zwar ein Pfiff, allerdings hatte zuvor eine Abseitsstellung vorgelegen. Der erhoffte Elfmeter blieb deshalb aus.
Statt des Ausgleichs folgte kurz vor Schluss der nächste Rückschlag für die Preußen. Samuel Althaus foulte Santeri Väänänen in der 96. Minute und sah von Schiedsrichter Badstübner direkt die Rote Karte.
Wenig später war Schluss. Preußen Münster verliert mit 1:2 gegen den Karlsruher SC und scheidet aus dem DFB-Pokal aus.
Für den SCP ist das Ergebnis besonders bitter, weil die Mannschaft den Zweitligisten über weite Strecken der ersten Hälfte vor große Probleme stellte und mit einer Führung in die Pause ging. Karlsruhe zeigte nach dem Seitenwechsel jedoch die größere Kontrolle und nutzte seine entscheidenden Möglichkeiten. Aus einem Münsteraner Pokalabend mit Aussicht auf die nächste Überraschung wurde so innerhalb von elf Minuten ein Spiel, das der KSC komplett drehte.
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