Drei Tote nach Legionellen-Ausbruch in Linz: Suche nach Quelle läuft

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Der Legionellen-Ausbruch im österreichischen Linz beschäftigt die Gesundheitsbehörden weiter. Bis Freitagabend waren 28 Erkrankungen bekannt, drei Menschen sind im Zusammenhang mit der Infektion gestorben. Die Suche nach der Quelle konzentriert sich unter anderem auf Kühlanlagen, in denen erhöhte Belastungen mit Legionellen festgestellt wurden. Ob eine dieser Anlagen tatsächlich den Ausbruch ausgelöst hat, ist jedoch noch nicht abschließend geklärt.

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Seit Beginn der Häufung wurden mehr als 150 Wasser- und Umweltproben aus unterschiedlichen möglichen Infektionsquellen gesammelt. Untersucht werden unter anderem Haushalte, Arbeitsstätten, Beherbergungsbetriebe, Kühlanlagen, Springbrunnen und Waschanlagen. Gut die Hälfte der Proben war bis Freitag durch das Referenzlabor der österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit, AGES, ausgewertet. Der Großteil der bisherigen Ergebnisse war unauffällig.

28 bekannte Erkrankungen seit dem 20. Juli

Die Häufung von Legionellose-Fällen im Großraum Linz wird seit dem 20. Juli registriert. Noch am Donnerstag hatten die Behörden 26 Erkrankungen gemeldet. Am Freitag kamen zwei weitere bekannte Fälle hinzu. Insgesamt 26 Erkrankte leben in Oberösterreich. Zwei weitere Betroffene leben im Ausland, hatten sich vor ihrer Erkrankung jedoch beruflich oder privat in Linz aufgehalten.

Alle 26 in Oberösterreich lebenden Betroffenen mussten im Verlauf ihrer Erkrankung stationär behandelt werden. Zuletzt befanden sich noch vier Erkrankte im Krankenhaus. Nach Behördenangaben benötigte zu diesem Zeitpunkt keiner von ihnen eine intensivmedizinische Behandlung.

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Drei Menschen sind nach dem Ausbruch gestorben. Weitere persönliche Einzelheiten zu den Verstorbenen sind für die Einordnung des Infektionsgeschehens nicht erforderlich.

Legionellen in Kühlanlage der Linz AG nachgewiesen

Eine wichtige Spur führt zu einer Kühlanlage der Linz AG im Bereich der Wiener Straße. Bereits Mitte August war bekannt geworden, dass dort bei Untersuchungen eine deutliche Legionellenbelastung festgestellt worden war. Die betroffene Anlage wurde daraufhin gereinigt und desinfiziert. Das Trinkwasser der Linz AG war nach Angaben des Unternehmens nicht betroffen.

Der Nachweis der Bakterien bedeutet jedoch noch nicht, dass die Kühlanlage die Quelle der Erkrankungen war. Dafür müssen die in der Umwelt gefundenen Legionellen möglichst genau mit Erregern aus Patientenproben verglichen werden. Für drei Erkrankte konnten die Bakterienstämme inzwischen genauer bestimmt werden. Sie gehören demselben Subtyp an und weisen eine genetische Verwandtschaft auf. Das spricht nach Angaben der Behörden dafür, dass zumindest diese Fälle auf eine gemeinsame Infektionsquelle zurückgehen könnten. Die entsprechenden Detailanalysen der Legionellen aus den verdächtigen Kühltürmen lagen zuletzt noch nicht vollständig vor.

Auffällig ist zudem die räumliche Verteilung der Fälle. Bezogen auf die Wohnorte der Erkrankten stellten die Behörden eine erhöhte Erkrankungsdichte im Umfeld des Linz-AG-Standorts fest. Auch das ist ein Hinweis, aber noch kein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang.

Weitere Kühlanlage bei Untersuchungen auffällig

Am Freitag wurde außerdem bekannt, dass auch eine Probe aus einer weiteren Kühlanlage mikrobiologisch auffällig war. Die Gesundheitsbehörde der Stadt Linz leitete dazu weitere Untersuchungen ein. Nähere gesicherte Angaben dazu, um welche Anlage es sich handelt und ob ein Zusammenhang mit den Erkrankungen besteht, lagen zunächst nicht vor.

Die Suche beschränkt sich deshalb nicht auf einen einzigen Standort. Neben den mehr als 150 Proben werden räumliche Verteilung, Aufenthaltsorte der Betroffenen und weitere Umweltdaten ausgewertet. Ziel ist es, eine mögliche gemeinsame Quelle möglichst eindeutig zu identifizieren.

Von einer gewöhnlichen trockenen Klimaanlage ist dabei zu unterscheiden. Problematisch können vor allem wasserführende Kühlsysteme sein, die Aerosole erzeugen. Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten nennt unter anderem Kühltürme, Verdunstungskondensatoren, Luftbefeuchter, Springbrunnen, Whirlpools und Duschen als mögliche Quellen.

Wie sich Legionellen übertragen

Legionellen sind Bakterien, die natürlicherweise in Wasser vorkommen und sich unter günstigen Bedingungen in technischen Wassersystemen stark vermehren können. Gefährlich wird eine hohe Belastung vor allem dann, wenn kontaminierte feinste Wassertröpfchen in die Luft gelangen und eingeatmet werden. Die Bakterien können dann eine schwere Lungenentzündung, die sogenannte Legionärskrankheit, verursachen.

Eine Übertragung von Mensch zu Mensch spielt bei Legionellose nach Angaben des ECDC praktisch keine Rolle. Auch normales Trinken von Wasser gilt nicht als typischer Infektionsweg. Entscheidend ist, dass belastete Aerosole in die Atemwege gelangen. Gerade deshalb können Kühlanlagen bei größeren Ausbrüchen eine besondere Rolle spielen, weil sie feinste Wassertröpfchen in die Umgebungsluft abgeben können.

Europaweit sind Legionellen kein neues Problem. Das ECDC registrierte für 2024 eine Melderate von 3,4 Fällen je 100.000 Einwohner in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum. Für dieses Jahr wurden 32 gemeinschaftlich oder im Gesundheitswesen erworbene Ausbrüche mit insgesamt 365 Erkrankungen gemeldet.

Legionellose ist in Österreich meldepflichtig

In Österreich unterliegt die Legionärskrankheit dem Epidemiegesetz. Erkrankungs- und Todesfälle müssen den zuständigen Gesundheitsbehörden gemeldet werden. Das Gesetz verpflichtet die Behörden damit auch zur epidemiologischen Erfassung und bildet die Grundlage für weitere Ermittlungen bei Krankheitsausbrüchen.

Der Linzer Ausbruch hat zugleich eine schon länger laufende Debatte über eine grundlegende Reform des österreichischen Epidemierechts neu belebt. Die Grünen forderten am Freitag erneut ein modernisiertes Epidemiegesetz. Ihr Gesundheitssprecher Ralph Schallmeiner verwies unter anderem auf eine zeitgemäße Überwachung von Krankheitsausbrüchen, einen verbesserten Datenaustausch und klarere Abläufe zwischen den beteiligten Stellen.

Die zuständige Gesundheitsstaatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig ließ über ihr Büro darauf verweisen, dass eine Reform verschiedene Zuständigkeiten von Gemeinden, Ländern und Bund berühre und deshalb umfassend abgestimmt werden müsse. Die Arbeiten an einer Reform liefen demnach weiter.

Reform des Epidemiegesetzes schon länger Thema

Die Forderung nach einer Neufassung ist nicht erst durch den Ausbruch in Linz entstanden. Ein Entschließungsantrag des Grünen-Abgeordneten Schallmeiner für ein überarbeitetes Epidemiegesetz wurde bereits im September 2025 in den Nationalrat eingebracht. Der Gesundheitsausschuss vertagte den Antrag zuletzt am 23. Juni 2026.

Damit trifft der aktuelle Ausbruch auf eine bereits laufende gesundheitspolitische Debatte. Offen ist allerdings weiterhin die zentrale Frage des konkreten Infektionsgeschehens in Linz: Legionellen wurden in mehreren Umweltproben gefunden, und die Kühlanlagen stehen im Fokus der Untersuchungen. Eine bestimmte Anlage war bis Freitagabend aber noch nicht zweifelsfrei als Quelle aller oder eines größeren Teils der Erkrankungen bestätigt.

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