Tödlicher Kletterunfall in Kals: 19-Jähriger stürzt 40 Meter tief

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Ein 19-jähriger Deutscher ist bei einem Kletterunfall in Kals am Großglockner in Osttirol ums Leben gekommen. Der junge Mann stürzte am Freitagnachmittag, 21. August 2026, beim Abseilen in einem Klettergarten rund 40 Meter in die Tiefe. Die Ursache des Absturzes war am Samstagmorgen noch nicht geklärt. Die Behörden ordneten eine Obduktion an.

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Unfall ereignete sich beim Abseilen

Nach Angaben der Landespolizeidirektion Tirol ereignete sich der Unfall am Freitagnachmittag in einem Klettergarten im Gemeindegebiet von Kals am Großglockner. Der 19-Jährige befand sich beim Abseilen, als er aus bislang unbekannter Ursache etwa 40 Meter abstürzte.

Zu den technischen Umständen des Unfalls lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor. Insbesondere war zunächst nicht offiziell geklärt, ob ein Problem mit der Sicherung, der Ausrüstung oder ein anderer Umstand zu dem Absturz geführt haben könnte. Die Polizei machte deshalb keine Angaben zu einer konkreten Unfallursache.

Der junge Mann erlitt bei dem Sturz tödliche Verletzungen. Eine Obduktion wurde angeordnet. Sie soll weitere Erkenntnisse zu den Todesumständen liefern. Genauere Angaben zur Herkunft des Verstorbenen veröffentlichte die Polizei nicht.

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Klettergebiet liegt am Fuß des Großglockners

Kals am Großglockner gehört zu den bekanntesten Bergsportorten Osttirols. Die Gemeinde liegt auf der Südseite des Großglockners und ist Ausgangspunkt zahlreicher Wanderungen, Hochtouren und Kletterrouten.

Im Bereich des Lucknerhauses befindet sich ein ausgebauter Klettergarten. Nach Angaben des Betreibers umfasst die Anlage 33 Kletterrouten und fünf Mehrseillängenrouten. Die angegebenen Schwierigkeitsgrade reichen von 3+ bis 8-. Die normalen Kletterrouten sind etwa 25 Meter lang.

Ob sich der tödliche Unfall am Freitag auf einer der dort beschriebenen Routen ereignete und welcher Abschnitt betroffen war, war zunächst nicht in allen Einzelheiten offiziell bestätigt.

Mehrere tödliche Bergunfälle innerhalb weniger Tage

Der Unfall in Kals fällt in eine Phase, in der sich in Tirol mehrere schwere und tödliche Bergunfälle ereignet haben. Daraus lässt sich allerdings noch keine Aussage darüber ableiten, ob der gesamte Bergsommer 2026 statistisch gefährlicher verläuft als frühere Jahre.

Am 13. August war ein 36-jähriger Deutscher bei einer Bergtour im Bereich der Mörchnerscharte bei Mayrhofen ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben verlor er während des Abstiegs auf einem schmalen Steig das Gleichgewicht und stürzte etwa 50 bis 100 Meter über felsiges Gelände ab. Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Nur wenige Tage zuvor war in der Venedigergruppe bei Prägraten ein allein wandernder 74-jähriger Deutscher nach einer Suchaktion tot aufgefunden worden. Nach den damaligen Erkenntnissen der Polizei dürfte er beim Abstieg den markierten Steig verlassen haben und anschließend über sehr steiles Gelände abgestürzt sein. Diese Annahme wurde von den Ermittlern ausdrücklich als Rekonstruktion des wahrscheinlichen Geschehens dargestellt.

Auch am Großglockner selbst mussten Einsatzkräfte in diesem Sommer mehrfach ausrücken. Anfang August brach ein deutscher Bergsteiger am Ködnitzkees durch eine schneebedeckte Gletscherspaltenbrücke und stürzte mehrere Meter tief. Er konnte einen Notruf absetzen und wurde von Bergrettung und Alpinpolizei geborgen. Der Mann wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus geflogen.

Sommermonate sind Schwerpunkt der Alpinunfälle

Dass gerade in den Sommermonaten zahlreiche schwere Alpinunfälle registriert werden, ist kein neues Phänomen. Zahlen des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit und der Alpinpolizei zeigen, dass Wandern und Bergsteigen einen großen Anteil an den tödlichen Ereignissen haben.

Der Österreichische Alpenverein verweist darauf, dass im langjährigen Durchschnitt der überwiegende Teil der alpinen Todesfälle auf Sommersportarten entfällt. Besonders häufig betroffen sind Wandern, Bergsteigen und andere Aktivitäten im ungesicherten oder teilweise gesicherten Gelände.

Die amtliche Statistik für frühere Jahre zeigt zudem, dass sich die Zahl tödlicher Unfälle stark nach Saison und Sportart unterscheidet. Für eine belastbare Gesamtbewertung des Sommers 2026 ist die Saison noch nicht abgeschlossen.

Partnercheck gehört zu den wichtigsten Sicherheitsregeln

Klettergärten unterscheiden sich zwar deutlich von alpinen Hochtouren, völlig risikofrei sind auch eingerichtete Sportkletterrouten nicht. Der Österreichische Alpenverein empfiehlt deshalb vor jedem Start einen gegenseitigen Partnercheck.

Kontrolliert werden sollen unter anderem Anseilknoten und Anseilpunkt, Gurtverschlüsse, Sicherungsgerät und Sicherungskarabiner. Auch das Seilende soll gesichert sein. Beim Sichern ist nach den Empfehlungen volle Aufmerksamkeit erforderlich. Schlappseil sollte vermieden und der Sicherungsstand möglichst nahe an der Wand gewählt werden.

Besondere Aufmerksamkeit ist beim Ablassen und Abseilen erforderlich. Die Bedienung von Sicherungsgeräten, der korrekte Seilverlauf und eine eindeutige Kommunikation zwischen den Beteiligten gehören zu den grundlegenden Voraussetzungen. Wer die notwendigen Sicherungstechniken nicht sicher beherrscht, sollte sie unter fachkundiger Anleitung erlernen oder auffrischen.

Auch ein Helm gehört im Freien zur grundlegenden Schutzausrüstung. Er kann vor herabfallenden Steinen und bei einem Anprall schützen, ersetzt jedoch keine korrekte Sicherungstechnik.

Ursache des Absturzes weiterhin offen

Welche konkrete Situation zu dem tödlichen Sturz in Kals führte, blieb zunächst ungeklärt. Die Polizei hatte bis Samstagmorgen keine technische Ursache genannt. Aussagen darüber, ob ein Bedienfehler, Materialversagen oder ein anderer Faktor eine Rolle gespielt haben könnte, wären daher nicht belastbar.

Die weiteren Untersuchungen sollen den Ablauf genauer klären. Bestätigt ist bislang, dass der 19-Jährige beim Abseilen rund 40 Meter abstürzte und an seinen Verletzungen starb.

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