Tödliche Abstürze und Blitzschlag: Risiken im Spätsommer

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Zwei tödliche Unfälle binnen zwei Tagen in Tirol

Mehrere schwere Alpinunfälle in den Ostalpen haben binnen weniger Tage Rettungskräfte in Österreich und Norditalien beschäftigt. In Tirol kamen am Freitag und Samstag zwei Bergsteiger bei unterschiedlichen Unfällen ums Leben. Hinzu kommt ein tödlicher Blitzunfall in Südtirol vom Wochenende zuvor. Weitere Rettungseinsätze in den Dolomiten unterstreichen, wie unterschiedlich die Gefahren im Hochgebirge auch im Spätsommer sein können.

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Am Samstag, 22. August, verunglückte ein Bergsteiger beim Abstieg vom 3476 Meter hohen Olperer in den Zillertaler Alpen tödlich. Nach Angaben der österreichischen Polizei war der Mann mit zwei Angehörigen unterwegs und hatte am Vormittag den Gipfel erreicht. Gegen 13 Uhr stürzte er beim Abstieg rund 80 Meter über steiles und felsdurchsetztes Gelände.

Begleiter und weitere Bergsteiger leiteten Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Der alarmierte Notarzthubschrauber konnte die eigentliche Unfallstelle wegen der Wetterverhältnisse nicht direkt erreichen und musste rund 200 Höhenmeter tiefer landen. Der Notarzt stieg von dort zur Unfallstelle auf und setzte die Reanimation fort. Der Verunglückte starb jedoch noch am Berg. Die genaue Ursache des Absturzes blieb zunächst offen.

Bereits am Freitag war im Raum Kals am Großglockner ein 19-jähriger deutscher Kletterer ums Leben gekommen. Nach Angaben der Tiroler Polizei stürzte er in einem Klettergarten rund 40 Meter ab. Wie es zu dem Sturz kommen konnte, war zunächst nicht geklärt. Die Staatsanwaltschaft ordnete eine Obduktion an, außerdem wurde die Kletterausrüstung für die weiteren Ermittlungen sichergestellt.

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Blitzschlag in Südtirol bereits eine Woche zuvor

Ein weiterer tödlicher Unfall, der wegen seiner Wetterumstände besondere Aufmerksamkeit erhielt, ereignete sich bereits am Sonntag, 16. August, am Piz Starlex im Südtiroler Münstertal. Damit gehört dieser Fall nicht zum aktuellen Wochenende, wohl aber zu der Reihe schwerer Alpinereignisse im August.

Der Bergsteiger kehrte am Abend nicht von seiner Tour auf den 3075 Meter hohen Gipfel zurück. Daraufhin begann eine umfangreiche Suchaktion. Eine Drohne lokalisierte den Vermissten noch vor Mitternacht im hochalpinen Gelände. Nach Angaben der Bergrettung war er beim Abstieg von einem Blitz getroffen und tödlich verletzt worden.

An Suche und Bergung beteiligten sich Bergrettung, Feuerwehr und weitere Einsatzkräfte. Insgesamt waren nach Angaben aus Südtirol rund 40 Helfer im Einsatz.

Der Fall zeigt eine Gefahr, die zahlenmäßig deutlich seltener ist als ein Sturz oder Absturz, im sommerlichen Hochgebirge aber erhebliche Bedeutung besitzt. Gewitter können exponierte Gipfel, Grate und Klettersteige innerhalb kurzer Zeit gefährlich machen. Neben dem direkten Blitzschlag kommen Starkregen, fallende Temperaturen, nasser Fels und eine dadurch erhöhte Rutschgefahr hinzu.

Schwieriger Rettungseinsatz in den Dolomiten

Auch in den italienischen Dolomiten waren Bergretter am Samstag gefordert. Bei den Torri di Falzarego nahe Cortina d’Ampezzo wurde ein Hubschrauber eingesetzt, um einen in Schwierigkeiten geratenen Alpinisten zu bergen.

Während des Einsatzes ereignete sich nach Angaben des italienischen Bergrettungsdienstes ein Zwischenfall, bei dem sowohl die zu rettende Person als auch ein Mitglied des medizinischen Teams betroffen waren. Beide befanden sich nach den zunächst veröffentlichten Angaben nicht in Lebensgefahr. Die genaue Ursache des Zwischenfalls sollte technisch untersucht werden.

Der Einsatz verdeutlicht zugleich die schwierigen Bedingungen alpiner Rettungsaktionen. Steiles Gelände, Felswände, Wind und rasch wechselnde Sichtverhältnisse können die Arbeit von Hubschrauberbesatzungen und Bergrettern erheblich erschweren. Beim Olperer-Unfall verhinderten die Wetterbedingungen beispielsweise einen direkten Anflug des Notarztes zur Unfallstelle.

Abstürze bleiben eines der größten Risiken

Dass innerhalb kurzer Zeit mehrere schwere Unfälle bekannt werden, erlaubt noch keinen Schluss auf eine außergewöhnliche Unfallwelle. Die langfristige österreichische Unfallstatistik zeigt jedoch deutlich, welche Risiken im Sommer regelmäßig eine Rolle spielen.

Nach Auswertungen des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit verunglücken beim Wandern und Bergsteigen besonders viele Menschen durch Stürze, Stolpern und Ausgleiten. Gemeinsam mit Abstürzen sind diese Ereignisse im Zehnjahresvergleich für mehr als die Hälfte der tödlichen Wanderunfälle verantwortlich.

Dabei muss ein technisch wenig anspruchsvoller Weg nicht automatisch ungefährlich sein. Auf schmalen oder ausgesetzten Passagen kann bereits ein Fehltritt schwerwiegende Folgen haben. Beim Abstieg kommen zunehmende körperliche Ermüdung und die dauerhaft erforderliche Konzentration hinzu.

Blitzunfälle stellen dagegen einen deutlich kleineren Teil der Statistik dar. Gerade ihre Seltenheit darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Konsequenzen im exponierten Hochgebirge besonders schwer sein können.

Spätsommer bringt mehrere Gefahren gleichzeitig

Im August und frühen Herbst treffen im Hochgebirge unterschiedliche Risikofaktoren aufeinander. An warmen und labilen Tagen können sich vor allem in der zweiten Tageshälfte Wärmegewitter entwickeln. Der Österreichische Alpenverein empfiehlt deshalb bei entsprechender Prognose einen frühen Tourenbeginn und eine Route, die rechtzeitig beendet oder abgebrochen werden kann.

Besonders gefährdet sind bei Gewittern Gipfel, Grate, freistehende Erhebungen und andere exponierte Bereiche. Starkregen kann außerdem Felsen und Wege binnen kurzer Zeit nass und rutschig machen sowie örtlich Steinschlag begünstigen.

Bei Hochtouren kommt ein weiterer Faktor hinzu. Nach langen Wärmeperioden und fortschreitender Schneeschmelze können Felsbereiche stärker ausapern. Der Alpenverein weist seit Jahren darauf hin, dass Stein und Eisschlag auf hochalpinen Routen deshalb stärker berücksichtigt werden müssen. Die tatsächlichen Verhältnisse können sich innerhalb einer Saison erheblich verändern.

Keiner dieser allgemeinen Risikofaktoren erklärt automatisch einen konkreten Unfall. Beim Olperer und beim Kletterunfall in Kals waren die jeweiligen Ursachen zunächst nicht abschließend geklärt. Die Ereignisse zeigen jedoch, weshalb aktuelle Wetterinformationen, eine realistische Zeitplanung, passende Ausrüstung und die fortlaufende Beurteilung der Bedingungen auch gegen Ende des Sommers wesentliche Bestandteile jeder Tour im Hochgebirge bleiben.

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