Swiss-Flug nach Zürich setzt Notruf ab und landet auf Terceira

Mittendrin Flughafen Frankfurt – Terminal 3 Testbetrieb mit Komparsen
Mittendrin Flughafen Frankfurt heute um 21:00 Uhr im HR (Foto: Symbolbild)

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Ein Swiss-Langstreckenflug von Chicago nach Zürich ist am Dienstagmorgen außerplanmäßig auf der portugiesischen Azoreninsel Terceira gelandet. Die Besatzung hatte zuvor über dem Atlantik eine Luftnotlage erklärt und den international verwendeten Transpondercode 7700 gesetzt. Nach Angaben der Fluggesellschaft war zuvor in der Economy Class ein zunächst nicht näher identifizierbarer, stechender Geruch wahrgenommen worden. Die genaue Ursache blieb zunächst offen.

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Besatzung entscheidet sich für Landung auf den Azoren

Der Swiss-Flug LX9 auf den Azoren war ursprünglich nicht vorgesehen. Die Boeing 777 war von Chicago in den USA unterwegs nach Zürich, als sich die Cockpitbesatzung für eine Umleitung zum Flughafen Lajes auf Terceira entschied. Die Maschine befand sich zu diesem Zeitpunkt nach Angaben von Swiss ungefähr in der Mitte des Atlantiks.

In Absprache mit der zuständigen Flugsicherung sei zusätzlich eine Luftnotlage erklärt worden. Damit erhielt das Flugzeug im kontrollierten Luftraum die für einen solchen Fall vorgesehene Priorität. Flugdaten zeigten ebenfalls den Transpondercode 7700 und die anschließende Kursänderung in Richtung der Azoren. Die Boeing landete gegen 8.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit auf Terceira.

Der Code 7700 ist ein allgemeiner Notfallcode der internationalen Luftfahrt. Er zeigt der Flugsicherung an, dass ein Flugzeug eine besondere Behandlung benötigt. Aus dem Code selbst lässt sich jedoch nicht ableiten, welcher konkrete Zwischenfall an Bord vorliegt.

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222 Passagiere und 16 Crewmitglieder an Bord

Nach Angaben des Swiss Managements befanden sich mit Stand Dienstagvormittag 222 Passagiere und 16 Besatzungsmitglieder an Bord. Diese Zahlen nannte die Fluggesellschaft nach dem Zwischenfall. Alle hätten das Flugzeug nach der Landung auf normalem Weg verlassen können.

Nach Angaben von Swiss ließen sich etwa fünf Passagiere sowie ein Mitglied der Besatzung vorsorglich medizinisch untersuchen. Bei ihnen seien vorübergehend Beschwerden wie gereizte Augen, Übelkeit oder Kopfschmerzen aufgetreten. Nach Darstellung der Fluggesellschaft sei anschließend bei keiner dieser Personen eine weitere medizinische Betreuung erforderlich gewesen.

Unabhängige behördliche Angaben zu diesen medizinischen Untersuchungen lagen zunächst nicht vor. Die Angaben zu Zahl und Zustand der untersuchten Personen beruhen damit auf den Informationen der Airline vom Dienstag.

Ursache des stechenden Geruchs noch ungeklärt

Was den Geruch in der Economy Class verursacht haben könnte, war zunächst nicht geklärt. Swiss erklärte, das Flugzeug solle untersucht werden. Die Fluggesellschaft machte zunächst keine Angaben dazu, ob ein technisches System, ein Gegenstand in der Kabine oder eine andere Quelle für den Geruch verantwortlich gewesen sein könnte.

Damit gibt es bislang auch keine belastbare Grundlage, den Zwischenfall auf einen bestimmten technischen Defekt oder eine bestimmte Substanz zurückzuführen. Behördliche Angaben zu einer festgestellten Ursache lagen zunächst nicht vor.

Bei Zwischenfällen mit unbekannten Gerüchen an Bord kann eine Besatzung eine Ausweichlandung veranlassen, um das Flugzeug möglichst schnell untersuchen zu lassen. Im konkreten Fall erklärte Swiss, die Cockpitbesatzung habe sich wegen des nicht identifizierten stechenden Geruchs für die Landung auf Terceira entschieden. Die Aktivierung des Codes 7700 machte aus dem Vorfall zugleich eine offiziell gegenüber der Flugsicherung erklärte Luftnotlage.

Ersatzflug soll Reisende nach Zürich bringen

Swiss plante nach eigenen Angaben, die Passagiere noch am Dienstag von Terceira nach Zürich zu bringen. Dafür sollte ein Ersatzflug aus der Schweiz auf die Azoren geschickt werden. Nach dem am Vormittag genannten Plan war die Rückkehr der Reisenden nach Zürich für den Dienstagabend vorgesehen.

Terceira gehört zur portugiesischen Inselgruppe der Azoren mitten im Nordatlantik. Der Flughafen Lajes wird zivil und militärisch genutzt und liegt für Transatlantikflüge geografisch deutlich näher als Flughäfen auf dem europäischen Festland, wenn eine Maschine im mittleren Atlantik einen Ausweichflughafen benötigt.

Für die weitere Bewertung des Zwischenfalls ist nun die technische Untersuchung der Boeing entscheidend. Offiziell bestätigt war am Dienstagmittag lediglich, dass ein zunächst nicht identifizierter stechender Geruch in der Economy Class zur Umleitung führte. Woher dieser Geruch kam, blieb offen.

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