
Der britische Schauspieler Tim Curry ist tot. Der international bekannte Film-, Fernseh- und Theaterdarsteller starb am Dienstag, 25. August 2026, im Alter von 80 Jahren in Los Angeles. Curry wurde vor allem als Dr. Frank-N-Furter in „The Rocky Horror Picture Show“ berühmt und prägte darüber hinaus Filme wie „Clue“, die Stephen-King-Verfilmung „Es“ und „Kevin allein in New York“. Mehrere US-Medien bestätigten seinen Tod am Mittwoch. People zufolge bestätigte auch die Polizei von Los Angeles, dass Curry in seinem Haus in North Hollywood gestorben sei. Eine gesicherte Angabe zur Todesursache lag zunächst nicht vor.
Timothy James Curry wurde am 19. April 1946 im englischen Warrington geboren. Seine professionelle Laufbahn begann Ende der 1960er Jahre auf der Bühne. 1968 gehörte er zur Londoner Produktion des Musicals „Hair“. Wenige Jahre später folgte die Rolle, die seine Karriere entscheidend prägen sollte. Curry spielte Dr. Frank-N-Furter zunächst in der Bühnenproduktion „The Rocky Horror Show“ und anschließend in der 1975 veröffentlichten Verfilmung „The Rocky Horror Picture Show“.
Der Film entwickelte sich über die Jahre zu einem außergewöhnlich langlebigen Kultphänomen. Currys exzentrische und bewusst überzeichnete Darstellung des Frank-N-Furter wurde dabei zum zentralen Erkennungsmerkmal. Noch Jahrzehnte später wurde der Film regelmäßig bei Sondervorführungen gezeigt. Curry blieb eng mit der Produktion verbunden und nahm 2025 an Veranstaltungen zum 50. Jubiläum des Films teil.
Seine Karriere beschränkte sich jedoch keineswegs auf diese eine Rolle. Curry arbeitete über Jahrzehnte in sehr unterschiedlichen Genres und wechselte zwischen Theater, Kinofilm, Fernsehen und Synchronarbeit.
Zu seinen bekanntesten Rollen außerhalb von „Rocky Horror“ gehörte der Butler Wadsworth in der Krimikomödie „Clue“ aus dem Jahr 1985. Fünf Jahre später verkörperte Curry Pennywise in der Fernsehproduktion „It“, die auf Stephen Kings Roman „Es“ basiert. Seine Darstellung des Clowns wurde zu einer der bekanntesten Rollen seiner Filmografie.
In den folgenden Jahren war Curry unter anderem in „Kevin allein in New York“, „Muppet Treasure Island“ und weiteren Kino- und Fernsehproduktionen zu sehen. Gleichzeitig arbeitete er umfangreich als Sprecher für Animationsserien, Filme und Videospiele.
Auch auf der Theaterbühne blieb Curry erfolgreich. Am Broadway spielte er unter anderem Wolfgang Amadeus Mozart in „Amadeus“, Alan Swann in „My Favorite Year“ sowie König Arthur in „Monty Python’s Spamalot“. Für diese drei Produktionen wurde er jeweils für einen Tony Award nominiert.
„Spamalot“ entwickelte sich nach seiner Broadway-Premiere 2005 zu einem großen Erfolg. Curry gehörte zur Originalbesetzung und erhielt eine Nominierung als bester Hauptdarsteller in einem Musical. Die Produktion selbst kam in diesem Jahr auf insgesamt 14 Tony-Nominierungen.
2012 erlitt Tim Curry einen schweren Schlaganfall. In den folgenden Jahren war seine Mobilität deutlich eingeschränkt. Curry trat seitdem häufig im Rollstuhl auf und verlagerte einen Teil seiner Arbeit auf Sprecherrollen. In einem ausführlichen CBS-Interview berichtete er später darüber, nach dem Schlaganfall unter anderem das Sprechen neu erlernt zu haben.
Trotz dieser gesundheitlichen Folgen zog sich Curry nicht vollständig aus der Öffentlichkeit zurück. 2016 wirkte er bei einer neuen Fernsehfassung von „The Rocky Horror Picture Show“ als Erzähler mit. Auch bei Veranstaltungen und Jubiläen seiner früheren Produktionen trat er weiterhin auf.
Noch 2026 waren gemeinsame Veranstaltungen mit seiner „Clue“-Kollegin Lesley Ann Warren angekündigt worden. Playbill berichtete im März über Jubiläumsvorführungen des Films mit Curry und Warren in Kalifornien.
Im Oktober 2025 veröffentlichte Curry seine Memoiren „Vagabond“. Das Buch erschien bei Grand Central Publishing und behandelte seine jahrzehntelange Laufbahn sowie zentrale Stationen seines Lebens. Der Verlag kündigte das Werk als Rückblick auf Currys Karriere und seinen Einfluss auf die Unterhaltungsbranche an.
Begleitend zur Veröffentlichung sprach Curry ausführlicher über seine Arbeit und die Folgen seines Schlaganfalls. CBS strahlte im Oktober 2025 ein längeres Gespräch mit ihm aus und zeigte das Porträt noch einmal im August 2026.
Damit blieb Curry bis kurz vor seinem Tod öffentlich präsent, obwohl seine Auftritte über viele Jahre deutlich seltener geworden waren.
Tim Curry gehörte zu den Schauspielern, deren Bekanntheit sich nicht auf ein einziges Genre beschränkte. Für einen Teil des Publikums blieb er für immer Frank-N-Furter, andere kannten ihn vor allem als Pennywise, als Wadsworth aus „Clue“ oder aus seinen zahlreichen Sprecherrollen.
Seine Theaterkarriere verlief parallel dazu über mehrere Jahrzehnte und brachte ihm drei Tony-Nominierungen ein. Besonders ungewöhnlich war die Bandbreite seiner Rollen, die von Shakespeare-nahen Bühnenproduktionen und Broadway-Musicals bis zu Horrorfilmen, Familienkomödien und Animation reichte.
Tim Curry ist tot und hinterlässt eine Filmografie, die mehrere Generationen und sehr unterschiedliche Teile der Popkultur miteinander verbindet. Gerade „The Rocky Horror Picture Show“ entwickelte ein Eigenleben, das weit über den ursprünglichen Kinostart von 1975 hinausreichte. Curry blieb mit dieser Rolle verbunden, zugleich umfasst sein künstlerisches Werk wesentlich mehr als den Film, der ihn weltweit bekannt machte.
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