Weltkriegsbombe in Berlin-Neukölln entschärft

Symbolbild: Blaulicht auf dem Dach eines Einsatzfahrzeugs
Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg ist am späten Mittwochabend in Berlin-Neukölln erfolgreich entschärft worden. Zuvor mussten Bewohner von rund 5.600 Haushalten den Bereich um den Fundort verlassen. Nach Abschluss der Arbeiten hob die Polizei den 500 Meter großen Sperrkreis auf. Die Menschen konnten noch vor Mitternacht in ihre Wohnungen zurückkehren.

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Der etwa 100 Kilogramm schwere Sprengkörper war am Mittwoch, 26. August, im Neuköllner Schifffahrtskanal entdeckt worden. Der Fundort lag zwischen der Teupitzer Straße und der Treptower Straße, wenige Querstraßen von der Sonnenallee entfernt. Am Nachmittag wurde die Bevölkerung über das Warnsystem NINA aufgefordert, den Sperrbereich zu verlassen. Die offizielle Warnmeldung bezeichnete die Situation ausdrücklich als Gefahrenlage und kündigte mehrstündige Sperrmaßnahmen an.

Rund 5.600 Haushalte von Evakuierung betroffen

Für die Entschärfung richteten die Behörden einen Sicherheitsbereich mit einem Radius von 500 Metern ein. Rund 5.600 Haushalte waren von den Maßnahmen betroffen. Die Räumung zog sich über mehrere Stunden hin. Nach Angaben des RBB war sie gegen 21.45 Uhr abgeschlossen. Erst anschließend konnte die eigentliche Entschärfung beginnen. Gegen 23.30 Uhr durften die Bewohner wieder in den zuvor gesperrten Bereich zurückkehren.

Innerhalb des Sperrkreises lagen auch soziale Einrichtungen. Dazu gehörten eine Kindertagesstätte, eine Unterkunft für wohnungslose Menschen und ein Seniorenheim. Das Seniorenheim musste letztlich nicht vollständig geräumt werden. Für die Bewohner galten stattdessen besondere Schutzmaßnahmen. Sie sollten sich im Inneren des Gebäudes aufhalten und von den Fenstern fernbleiben.

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Für Menschen, die während der Sperrung keine andere Unterkunft hatten, wurde in der Adolf-Reichwein-Schule eine Notunterkunft eingerichtet. Dort standen rund 200 Plätze zur Verfügung. Mobilitätseingeschränkte Menschen wurden teilweise mit Krankentransporten aus dem Sperrgebiet gebracht. Rund 200 Polizeikräfte waren im Einsatz. Unterstützt wurden sie unter anderem von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Deutschem Roten Kreuz.

Zünder der Fliegerbombe unschädlich gemacht

Nach Abschluss der Evakuierung übernahmen Spezialisten die Arbeit an dem Blindgänger. Die Bombe wurde erfolgreich entschärft. Dabei wurde der Zünder vom Sprengkörper getrennt und unschädlich gemacht. Anschließend erklärte die Polizei die Gefahrenlage für beendet und hob die Absperrungen auf.

Die genaue Herkunft der Bombe war zunächst nicht abschließend geklärt. Frühere Angaben der Polizei ließen offen, ob es sich um einen britischen, amerikanischen oder sowjetischen Sprengkörper handelte. Gesichert war dagegen, dass die Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg stammte und etwa 100 Kilogramm wog.

Auch der öffentliche Nahverkehr war während des Einsatzes beeinträchtigt. Mehrere Buslinien der Berliner Verkehrsbetriebe mussten wegen der Absperrungen zeitweise umgeleitet werden. Mit der Aufhebung des Sperrkreises entfiel auch die unmittelbare Grundlage für die Verkehrsmaßnahmen rund um den Fundort.

Blindgänger gehören in Berlin weiter zum Alltag der Behörden

Mehr als acht Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Berlin weiterhin regelmäßig Munition und andere Kampfmittel entdeckt. Die Ursache liegt in der massiven Zerstörung der Stadt während des Krieges und den großen Mengen an Munition, die bei Luftangriffen und Bodenkämpfen eingesetzt wurden.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst der Berliner Polizei wird nach eigenen Angaben annähernd 900 Mal pro Jahr zu Munitionsfundorten gerufen. Seit 1947 seien in Berlin mehr als 1,8 Millionen Sprengkörper gefunden und vernichtet worden. Viele Funde treten bei Bauarbeiten oder gezielten Untersuchungen des Bodens zutage.

Die Berliner Senatsverwaltung weist darauf hin, dass sich trotz jahrzehntelanger Räumarbeiten weiterhin unentdeckte Kampfmittel im Boden befinden. Seit März 2026 gilt in der Hauptstadt eine überarbeitete Kampfmittelverordnung, die Zuständigkeiten und Pflichten bei der Suche, Bergung und Beseitigung solcher Altlasten regelt. Für die Beseitigung bereits aufgefundener Kampfmittel ist die Polizei Berlin zuständig.

Der Fund in Neukölln führte damit zu einem vergleichsweise großen Evakuierungseinsatz, ohne dass der Blindgänger gesprengt werden musste. Nach der erfolgreichen Entschärfung waren sämtliche Absperrungen aufgehoben. Für die rund 5.600 betroffenen Haushalte endete die Evakuierung noch in der Nacht zum Donnerstag.

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