Mondfinsternis am Freitag: Fast der ganze Mond liegt im Erdschatten

Das Bild zeigt eine Lupe, die etwas sucht und symbolisiert eine Internetsuche
Symbolbild mit KI erstellt

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In den frühen Morgenstunden des Freitag, 28. August 2026, ist über Deutschland eine außergewöhnlich tiefe partielle Mondfinsternis zu beobachten. Beim Höhepunkt befindet sich fast der gesamte Mond im Kernschatten der Erde. Entscheidend für Beobachter in Deutschland ist allerdings der Standort: Während der Mond im Westen noch beim Maximum über dem Horizont steht, geht er im äußersten Osten teilweise schon kurz vorher unter.

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Die Partielle Mondfinsternis am 28. August 2026 beginnt bereits um 3.23 Uhr MESZ mit dem Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde. Deutlich auffälliger wird das Ereignis ab 4.33 Uhr, wenn der Mond den Kernschatten erreicht. Das rechnerische Maximum folgt gegen 6.13 Uhr. Die partielle Phase endet weltweit erst um 7.52 Uhr, der Austritt aus dem Halbschatten erfolgt gegen 9.02 Uhr. Zu diesem Zeitpunkt steht der Mond in Deutschland allerdings längst unter dem Horizont. Die NASA gibt die entsprechenden Kontaktzeiten, auf volle Minuten gerundet, mit 3.24 Uhr, 4.34 Uhr, 6.13 Uhr, 7.52 Uhr und 9.02 Uhr MESZ an.

Die Uhrzeiten der Mondfinsternis im Überblick

Nach den auf Sekunden berechneten Daten von Timeanddate läuft die Finsternis in mitteleuropäischer Sommerzeit so ab:

  • 3.23.58 Uhr: Beginn der Halbschattenfinsternis
  • 4.33.54 Uhr: Beginn der partiellen Kernschattenphase
  • 6.12.53 Uhr: Maximum
  • 7.51.59 Uhr: Ende der partiellen Kernschattenphase
  • 9.01.47 Uhr: Ende der Halbschattenfinsternis

Der erste Kontakt mit dem Halbschatten ist mit bloßem Auge zunächst nur schwer wahrzunehmen. Deutlicher wird die Veränderung, sobald ab 4.33 Uhr der dunkle Kernschatten der Erde über die Mondscheibe wandert. NASA beschreibt Halbschattenfinsternisse ebenfalls als vergleichsweise unauffällig, während bei einer partiellen Finsternis ein Teil des Mondes sichtbar in den Kernschatten der Erde gelangt.

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Beim Maximum beträgt die sogenannte Kernschatten-Magnitude 0,9299. Das bedeutet, dass rund 93 Prozent des scheinbaren Monddurchmessers im Kernschatten liegen. Der Anteil der tatsächlich vom Kernschatten bedeckten Mondfläche ist noch größer. Timeanddate berechnet eine Flächenbedeckung von rund 96,2 Prozent. Die beiden Angaben widersprechen sich daher nicht, sondern beschreiben unterschiedliche Größen.

Im Osten Deutschlands geht der Mond besonders früh unter

Grundsätzlich beginnt die Finsternis über ganz Deutschland, solange der Himmel frei ist. Die Bedingungen verschlechtern sich jedoch im Verlauf des Morgens, weil der Mond immer tiefer über dem westlichen beziehungsweise west-südwestlichen Horizont steht.

In Dresden liegt das rechnerische Maximum um 6.12 Uhr nur wenige Minuten vor dem Monduntergang gegen 6.18 Uhr. In Görlitz ist die Situation noch knapper: Dort wird die stärkste sichtbare Verfinsterung bereits gegen 6.08 Uhr erreicht, weil der Mond etwa um 6.12 Uhr untergeht. Die globale maximale Phase um 6.12.53 Uhr ist dort deshalb praktisch nicht mehr vollständig zu beobachten.

Deutlich günstiger ist die Lage weiter westlich. In Aachen bleibt der Mond beispielsweise bis etwa 6.50 Uhr über dem Horizont. Dort lässt sich das Maximum gegen 6.13 Uhr noch beobachten, anschließend verschwindet der weiterhin stark verfinsterte Mond während der laufenden partiellen Phase unter dem Horizont.

Für eine gute Sicht ist deshalb vor allem ein möglichst freier Blick zum westlichen Horizont wichtig. Häuser, Bäume oder Hügel können die letzten Minuten der Finsternis leicht verdecken.

Fast 96 Prozent der Mondfläche verdunkelt

Bei einer Mondfinsternis steht die Erde zwischen Sonne und Mond. Ihr Schatten fällt dadurch auf den Vollmond. Eine solche Konstellation kann nur in der Umgebung einer Vollmondphase auftreten. Weil die Mondbahn gegenüber der Erdbahnebene um rund fünf Grad geneigt ist, ziehen Sonne, Erde und Mond bei den meisten Vollmonden nicht exakt genug an einer Linie entlang. Deshalb gibt es nicht jeden Monat eine Mondfinsternis.

Der Erdschatten besteht aus einem schwächeren Halbschatten und dem dunkleren Kernschatten, der Umbra. Bei einer partiellen Mondfinsternis gerät nur ein Teil des Mondes in diesen Kernschatten. Am 28. August kommt er der vollständigen Bedeckung ausgesprochen nahe.

Der verdunkelte Teil des Mondes kann dabei bräunlich, kupferfarben oder rötlich erscheinen. Ursache ist Sonnenlicht, das durch die Erdatmosphäre gelangt und in den Erdschatten gebrochen wird. Kurzwelligeres blaues Licht wird in der Atmosphäre stärker gestreut, während vor allem längere rote und orange Wellenlängen den Mond erreichen.

Mondfinsternis in Amerika, Europa und Afrika sichtbar

Das Ereignis ist nicht auf Deutschland beschränkt. Nach Angaben der NASA ist die Finsternis vom östlichen Pazifik, von Nord- und Südamerika sowie aus Teilen Europas und Afrikas sichtbar. Timeanddate nennt darüber hinaus Teile des westlichen Asiens sowie Regionen über Atlantik und Pazifik. Ob die gesamte Finsternis oder nur einzelne Phasen zu sehen sind, hängt davon ab, wann der Mond am jeweiligen Standort auf- oder untergeht.

Besonders günstig liegt ein großer Teil Amerikas. Dort steht der Mond während wesentlicher Teile der Finsternis höher über dem Horizont. In Europa und Afrika fällt das Ereignis dagegen in die frühen Morgenstunden und endet vielerorts durch den Monduntergang.

Keine Schutzbrille für die Mondfinsternis nötig

Anders als bei einer Sonnenfinsternis besteht bei einer Mondfinsternis keinerlei Gefahr für die Augen. Die NASA weist ausdrücklich darauf hin, dass eine Mondfinsternis gefahrlos mit bloßem Auge betrachtet werden kann. Eine Sonnenfinsternisbrille ist weder notwendig noch sinnvoll.

Auch ein Teleskop ist nicht erforderlich. Ein Fernglas oder kleines Teleskop kann allerdings helfen, die Grenze des Erdschattens und Farbveränderungen auf der Mondoberfläche deutlicher zu erkennen. Wichtig sind am Freitagmorgen vor allem ein möglichst freier westlicher Horizont und ausreichend klare Sicht.

Nächste Mondfinsternisse über Deutschland

Die nächste von Deutschland aus sichtbare Mondfinsternis folgt bereits in der Nacht vom 20. auf den 21. Februar 2027. Dabei handelt es sich allerdings lediglich um eine Halbschattenfinsternis. Sie beginnt in Deutschland gegen 22.12 Uhr und endet gegen 2.13 Uhr.

Die nächste partielle Mondfinsternis ist für den 12. Januar 2028 berechnet. In Deutschland läuft die sichtbare Kernschattenphase dann ungefähr von 4.45 bis 5.41 Uhr MEZ. Eine weitere partielle Finsternis folgt am 6. Juli 2028.

Auf eine vollständig vom Kernschatten erfasste Mondscheibe müssen Beobachter in Deutschland länger warten. Die nächste von Deutschland aus sichtbare totale Mondfinsternis findet am 31. Dezember 2028 statt. Die Totalität dauert ungefähr von 17.16 bis 18.27 Uhr MEZ.

Damit bietet bereits der 28. August 2026 eine der auffälligeren Gelegenheiten der kommenden Jahre. Zwar wird der Mond nicht vollständig vom Kernschatten verschluckt, mit rund 96 Prozent bedeckter Mondfläche kommt die Finsternis einer Totalität jedoch sehr nahe.

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