TUI greift mit Sundeals den Markt für günstige Pauschalreisen an

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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TUI baut sein Geschäft mit preisgünstigen Pauschalreisen aus. Der Touristikkonzern hat dafür in Großbritannien die neue Marke Sundeals gestartet. Das Angebot richtet sich vor allem an preisbewusste Kunden, die ihre Reise online zusammenstellen und auf Leistungen verzichten wollen, die sie nicht benötigen. Deutschland ist bei dem neuen Konzept zunächst nicht vorgesehen. Hier setzt TUI weiterhin auf die bereits etablierte Marke L’tur.

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Die TUI Sundeals sind als eigenständiges digitales Angebot aufgebaut. Angeboten werden klassische Pauschalreisen, bei denen Flug und Unterkunft miteinander kombiniert werden. Anders als bei umfangreicheren Reisepaketen können Kunden bestimmte Zusatzleistungen wie aufgegebenes Gepäck oder Transfers weglassen und dadurch den Gesamtpreis reduzieren. Die Reisen bleiben nach Angaben von Sundeals dennoch Pauschalreisen und sind in Großbritannien über das ATOL-System finanziell abgesichert.

Sundeals startet zunächst ausschließlich in Großbritannien

TUI nennt Großbritannien ausdrücklich als ersten Markt für die neue Marke. Nach Angaben des Unternehmens wurde Sundeals im Juli 2026 gestartet. Die Plattform ist inzwischen für Buchungen freigeschaltet. Zum Start umfasst das Angebot nach Angaben aus der britischen Reisebranche rund 20.000 Hotels in mehr als 100 Reisezielen. Zu den verfügbaren Fluggesellschaften gehören neben TUI auch externe Anbieter wie Ryanair und easyJet. Zu den besonders hervorgehobenen Urlaubsländern zählen Spanien, Griechenland und die Türkei.

Die eigene Website zeigt allerdings ein noch breiteres Spektrum. Dort werden unter anderem Reisen nach Portugal, Zypern, Ägypten, Tunesien, Bulgarien, Kroatien, Albanien, Mexiko, Thailand und in die USA angeboten. Auch Deutschland taucht als Reiseziel auf. Das bedeutet jedoch nicht, dass Sundeals bereits für Kunden in Deutschland als Quellmarkt geöffnet wurde.

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Für eine Expansion in weitere europäische Absatzmärkte gibt es bislang keinen veröffentlichten Zeitplan. TUI hält das Konzept grundsätzlich für skalierbar, konzentriert sich nach Angaben aus dem Konzernumfeld zunächst jedoch auf Großbritannien.

Warum Deutschland vorerst nicht dazugehört

Der wichtigste Grund für den Verzicht auf einen deutschen Start ist L’tur. Die TUI-Tochter ist seit Jahrzehnten auf kurzfristig buchbare und preisorientierte Reisen spezialisiert und übernimmt innerhalb des Konzerns bereits die Rolle einer Budgetmarke. L’tur ist nach Angaben des Unternehmens nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich, Frankreich und der Schweiz etabliert.

Zudem unterscheiden sich die Vertriebsstrukturen. Sundeals ist als reine Onlinemarke konzipiert. L’tur verkauft dagegen nicht ausschließlich digital, sondern nutzt auch Reisebüros und weitere stationäre Vertriebskanäle. In Großbritannien spielt der digitale Direktvertrieb im Reisemarkt eine besonders große Rolle. TUI sieht deshalb dort mehr Potenzial für eine eigenständige Online-Budgetmarke.

Konzernchef Sebastian Ebel verwies außerdem darauf, dass TUI in Deutschland mit dynamisch zusammengestellten Reisen bereits vergleichsweise stark vertreten sei, während das Unternehmen in Großbritannien in diesem Bereich noch Entwicklungsmöglichkeiten sehe. Sundeals orientiert sich nach seinen Angaben teilweise am deutschen L’tur-Modell.

Preise sollen vor allem kostenbewusste Kunden ansprechen

Eine starre Preisobergrenze für Sundeals hat TUI nicht veröffentlicht. Die Marke positioniert sich ausdrücklich als günstiges Angebot für Kunden, die Leistungen nach Bedarf auswählen. Auf der britischen Sundeals-Website wurden zuletzt Sommerreisen ab 155 Pfund pro Person ausgewiesen. Auf der Startseite wurden zugleich Sommerangebote ab 325 Pfund pro Person beworben. Solche Einstiegspreise ändern sich abhängig von Termin, Flughafen, Ziel und Verfügbarkeit und sind deshalb nicht als allgemeines Preisniveau der Marke zu verstehen.

Als Zielgruppe bezeichnet TUI vor allem besonders angebotsorientierte Urlauber. Die britische Branchenpresse beschreibt sie unter Berufung auf TUI als „savvy deal hunters“, also Kunden, die gezielt Preise vergleichen und nach günstigen Angeboten suchen. Das Produktprinzip ähnelt damit dem aus dem Low-Cost-Flugverkehr bekannten Modell, bei dem ein günstiger Grundpreis durch optionale Zusatzleistungen ergänzt werden kann.

Ein wesentlicher Unterschied zu klassischen TUI-Angeboten liegt darin, dass nicht sämtliche Leistungen automatisch Bestandteil des Pakets sind. Wer beispielsweise kein Aufgabegepäck oder keinen Transfer benötigt, kann darauf verzichten. Zusätzliche Leistungen lassen sich separat ergänzen.

Sundeals ist Teil eines größeren Umbaus bei TUI

Die neue Marke ist kein isoliertes Projekt. TUI hat Sundeals ausdrücklich in seine Konzernstrategie für den Bereich Märkte und Airline aufgenommen. Dort will der Konzern ein größeres Angebot im unteren Preissegment aufbauen. Neben Sundeals nennt TUI dabei ausdrücklich L’tur. Gleichzeitig sollen Apps, digitale Vertriebskanäle und der Einsatz künstlicher Intelligenz ausgebaut werden.

TUI verfolgt seit mehreren Jahren das Ziel, das Veranstaltergeschäft stärker zu einer skalierbaren Plattform weiterzuentwickeln. Dabei sollen eigene Hotels, Fluggesellschaften, Kreuzfahrten und Aktivitäten mit externen Angeboten verbunden werden. Gleichzeitig will der Konzern mehr Produkte direkt an Kunden verkaufen und seine Abhängigkeit von einzelnen Vertriebskanälen verringern.

Sundeals soll nach Angaben des Konzerns vor allem zusätzliche Kundengruppen erschließen und die klassische TUI-Marke ergänzen. Konzernchef Ebel betonte im August, dass der Schwerpunkt weiterhin klar auf TUI selbst liege. Nach seinen Angaben entfallen rund 90 Prozent der Aktivitäten auf die Kernmarke und etwa zehn Prozent auf Sundeals.

Wettbewerb bei Pauschalreisen ist in Großbritannien besonders hart

Mit der neuen Marke trifft TUI in Großbritannien auf einen stark umkämpften Markt. Zu den größten Anbietern von fluggebundenen Pauschalreisen gehören Jet2holidays, TUI, loveholidays, easyJet holidays und On the Beach. Die britische Luftfahrtbehörde CAA führt diese Unternehmen 2026 als die fünf größten ATOL-Lizenzinhaber nach genehmigtem Passagiervolumen. Jet2holidays lag dabei mit gut sieben Millionen genehmigten Reisenden vor TUI mit knapp sechs Millionen.

Besonders stark gewachsen sind in den vergangenen Jahren digitale Anbieter. Loveholidays erhöhte seine ATOL-Kapazität für 2025 auf mehr als fünf Millionen Passagiere und bezeichnet sich als größten britischen Online-Reisevermittler. EasyJet holidays hat sein Programm ebenfalls deutlich erweitert und startete 2026 nach eigenen Angaben in seine bislang größte Sommersaison.

Auch Jet2 baut seine Kapazitäten weiter aus. Für Sommer 2026 hatte das Unternehmen 18,6 Millionen Flugsitze und fast 450 Routen angekündigt. Die starke Stellung solcher Anbieter erhöht den Druck auf TUI, neben klassischen Pauschalreisen auch flexiblere und preisorientierte Angebote bereitzuhalten.

Dass Pauschalreisen trotz wachsender Direktbuchungen weiterhin eine große Rolle spielen, zeigen auch die Daten der britischen Aufsicht. Im Frühjahr 2026 waren dort 1.674 Reiseunternehmen über das ATOL-System lizenziert. TUI versucht mit Sundeals deshalb nicht, sich vom Pauschalreisemodell zu verabschieden. Der Konzern verändert vielmehr die Art, wie solche Reisen zusammengestellt und digital verkauft werden.

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